rheinische ART
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rheinische ART 12/2015

Archiv 2015

STREET ART
sushi connection

 

Zum Jahresausklang gibt sich die Kölner Galerie 30works betont asiatisch – und präsentiert mit sushi connection eine neue Werkreihe der Hamburger Street Art-Ikone mittenimwald.

 

mittenimwald Airi, 2015, Stencil Foto©mittenimwald/30works

 

Schon seit Anbeginn seiner Karriere hat sich mittenimwald für die Sprache Japans interessiert. Seiner Begeisterung folgend verbrachte er ein halbes Jahr in Tokio und diese Zeit gestattete ihm tiefere Einblicke in die fernöstliche Kultur.

     Dabei faszinieren den Künstler bis heute nicht nur die Historie und die Kalligraphie, sondern vor allem das dort vorherrschende Frauenbild. Seit Jahrhunderten definieren sich Nippons Töchter über den kulturellen Ritus des Verkleidens und Schminkens und damit des codierten Rollenspiels – angefangen bei den Geishas des 17. Jahrhunderts bis hin zum neuzeitlichen Animé- und Manga-Stil (mehr).

 

Ikonisierung der Frau Dabei haben diese Inszenierungen, entgegen westlicher Konnotationen, keinen sexuellen Hintergrund, sondern sind primär Ausdruck kultureller Identität und Expressivität. Die Kunst lag und liegt hier stets in der Verhüllung, nicht in der Entblößung.
     Dieser fernöstliche Frauentypus steht dem von Mode- und Werbekampagnen geschaffenen Frauenbild des Westens nach Ansicht des Künstlers diametral gegenüber und inspirierte ihn - der als gelernter Grafiker und einstiger Art Director an der Schaffung genau dieses „je nackter, desto sexier, und damit konsumankurbelnder“ Frauentyps mitbeteiligt war - zur Ikonisierung der japanischen Frau.

 

mittenimwald Aoi, 2015, Stencil Foto©mittenimwald/30works


mittenimwald Mei, 2015, Stencil Foto©mittenimwald/30works
 

Stencil Dabei bleibt mittenimwald der Street Art treu und inszeniert seine Heldinnen in klassischer Stencil-Manier. Die ihm eigene Detailbesessenheit bei der Fertigung seiner Schablonen schwingt sich hier zu neuen Höhen auf: Jedes Haar, jede Wimper seiner Geishas, jeder Faltenwurf ihrer prachtvollen Kimonos wird sichtbar. Seine Virtuosität spinnt sich auch in den Bildhintergründen fort, wo mittenimwald Jahrhunderte alte Schriftzeichen in grob-gepixelter Anmutung als futuristische Digital- Kalligraphien in Szene setzt oder traditionelle Elemente japanischer Landschaftsmalerei zitiert.

 

Punk und Pop Seine neuzeitlichen Asia-Ladies versieht er mit westlichen Attributen des Punk und der Pop-Kultur. Selbstbewusst und stolz geben sich diese Frauen, wofür auch provokante Claims sorgen. So stellt er seiner langhaarigen, tiefdekolletierten „Aoi“ den Spruch „If you think I’m a bitch, you should meet my mother“ zur Seite. Und „Mei“, eine anmutige Figur im koketten, in Japan sehr verbreiteten Schulmädchen-Look fragt gespielt naiv: „Can I play with your mind?“
Das erscheint auf den ersten Blick provokant, offenbart jedoch bei näherer Betrachtung eine subversive Hintergründigkeit, an deren Ende die Frage steht: Wer betrachtet, analysiert und bewertet hier wen? Oder auch: Wer manipuliert hier wen? Der Betrachter das Bildmotiv und mithin die Frau? Oder ist es nicht doch umgekehrt...?

 

 mittenimwald lebt und arbeitet in Hamburg. Er gehört, so die Galerie, zum „Street Art-Adel“ der Hansestadt, wofür auch seine Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem legendären, 2014 unter tragischen Umständen verstorbenen OZ verantwortlich zeichnet.
rART

 

Die Ausstellung „sushi connection von mittenimwald“ ist bis zum 09.01.2016 zu sehen.
30works Galerie
Antwerpener Str. 42
50672 Köln
Tel. 0221 / 5700250
Öffnungszeiten
DI - FR 15 - 19 Uhr
SA 11 - 18 Uhr

 

 

 

 

 


  

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