rheinische ART
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rheinische ART 11/2022

  

Martin Kippenberger Sympathische Kommunistin, 1983. Öl auf Harz auf Leinwand, 180 x 150 cm. Köln. Museum Ludwig, Inv.Nr. ML 10290. Foto © Rheinisches Bildarchiv Köln.

 

Köln war ab Ende der Siebzigerjahre das Zentrum der europäischen Gegenwartskunst. Diese Entwicklung wurde vom Kunstmarkt und von Galerien wie die von Max Hetzler, Monika Sprüth oder später Esther Schipper, Christian Nagel und Tania Grunert gefördert. Bild © rheinische ART 2022

 Archiv 2022
 
Rheinland-Lob In der Welt des Kunsthandels ist die Galeristin Esther Schipper ein „global art-market player“, wie sie von der New York Times einmal genannt wurde.
     In einem SPIEGEL-Gespräch äußerte sich die 59-Jährige, die in Berlin eine Galerie unterhält, zu Paris als neuem Zentrum der Kunstszene und zu den Angriffen von Klimaschützern auf berühmte Gemälde.

     Dabei kam sie, die 1989 in Köln ihre Galerie gegründet hatte und jüngst in Seoul und Paris Dependancen errichtete, auf ihre Zeit im Rheinland zu sprechen.

     Esther Schipper, Tochter zweier Niederländer, wuchs in Taipeh und danach in Paris auf. SPIEGEL-Redakteurin Ulrike Knöfel fragte die Galeristin:

 

SPIEGEL: Warum wurde es überhaupt Deutschland?

Schipper: Ich bin in den Achtzigerjahren der Liebe wegen in Köln gelandet.

 

SPIEGEL: Erschien Ihnen Köln im Vergleich zu Paris nicht provinziell?

Schipper: Im Gegenteil! Das Rheinland war großartig, der Reichtum an Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, auch an Qualität – das war der Wahnsinn. All die Leute, von denen ich immer nur gehört hatte, traf man dort abends in der Kneipe. Leute, die berühmt waren oder gerade berühmt wurden, wie Martin Kippenberger. In Köln gab es zwei Restaurants und drei Kneipen, in die alle gingen.

 

SPIEGEL: Nach der Wende zog diese Szene nach Berlin weiter und Sie mit ihr.
Schipper: Und doch war das, was ich im Rheinland erlebt habe, einmalig. In Berlin herrschte dann eine eigene Stimmung, zwischen Aufbruch und Goldgräberei, die Stadt war unfertig, die Mieten waren niedrig. Alle wollten hierher, auch viele Künstler aus dem Ausland.

 

SPIEGEL: Was ist von der Euphorie übrig geblieben?
Schipper: Vieles, was die Stadt in den Neunzigern und noch Anfang der Nullerjahre ausmachte, gibt es nicht mehr. Heute ist sie auch nicht mehr viel günstiger als Paris. Trotzdem muss sich Berlin für seine Entwicklung nicht schämen. Hier leben mehr Sammler als früher, es wird mehr Kunst gezeigt und gekauft.“


► Auszug aus dem SPIEGEL-Gespräch „Kunst verliert nicht an Bedeutung, weil ihre Eigentümer reich sind.“ Das Gespräch führte die Redakteurin Ulrike Knöfel. Zitierquelle: DER SPIEGEL Nr.45 vom 5.11.2022 S. 138

 

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