rheinische ART
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rheinische ART 12/2011

 


Archiv 2011: aus "Stiftungen"

Stiftungen


Dem Nachwuchs ein Haus der Kunst


 

Blick in die Ausstellung

Sie ist eine der heimischen Stiftungen, die in jüngster Zeit von sich reden machte. Sie fördert gezielt Kunst und Künstler, forciert den kulturellen Brückenschlag zwischen Europa und dem Mittleren Osten, verschafft jungen Talenten eine Plattform zur Präsentation und intensiviert internationale Netzwerke: Die Lepsien Art Foundation Düsseldorf.


AM SPÄTEN Nachmittag liefen noch einige Handwerker durch ’s Haus. Die Farben an den Wänden waren kaum getrocknet, der Boden noch unfertig, und auch die Zimmer waren nicht alle bespielt. Doch die Eröffnungsausstellung stand. Ort dieses Geschehens war Ende Oktober das neue „Haus der Kunst“ in der Mülheimer Straße 25 in Düsseldorf. Eröffnet wurde es von der Lepsien Art Foundation – einer Stiftung, die sich voll und ganz der Kunst und Kultur und deren Förderung verschrieben hat.


Das Raumkonzept


Nach langem Suchen hatte die Stiftung das passende Gebäude gefunden. Auf weit mehr als insgesamt 500 qm bietet das neue „Haus der Kunst“ im Untergeschoss ausreichend Atelierfläche - je Arbeitsbereich 40 - 50 qm - für die fünf Stipendiaten eines Förderjahres und beherbergt zudem die Siebdruckwerkstatt Boll, eine der ältesten und der wenigen noch existenten in Düsseldorf. Der Galeriebereich im Obergeschoss verfügt über fünf Ausstellungseinheiten, eine je Stipendiat, und weitere Einzelateliers.


Verena Freyschmidt (*1975), Malerei, Zeichnung, Stipendiatin 2010/2011 der Lepsien Art Foundation, studierte u.a. an der Akademie für Bildende Künste Mainz und an der Kunstakademie Düsseldorf

 

Abstrakt installative Arbeit der argentinischen Stipendiatin und Bildhauerin Claudia Marcela Robles (*1971), die u.a. die Baukunstklasse der Kunstakademie Düsseldorf absolvierte

Die Stiftung


Die Lepsien Art Foundation ist eine auf Privatinitiative zurückgehende Non-Profit-Organisation. Sie wurde 2005 von dem Ökonomen und Mäzen Christian Lepsien, der sich selbst als leidenschaftlicher Kunstsammler sieht, mit Sitz in Düsseldorf und Abu Dhabi gegründet und ist bis heute eine rein privat-wirtschaftlich finanzierte Förderorganisation. Geführt wird sie durch Christian Lepsien (Vorsitzender), Cindy Tebera (stellvertretende Vorsitzende/ Kulturelle Leitung), Dr. Necmi Sönmez (Kurator) sowie einem fünfköpfigen Beirat. Die Lepsien Art Foundation vergibt pro Jahr fünf Stipendien an internationale Künstler, die im Rahmen eines öffentlichen Ausschreibeverfahrens durch eine Jury ermittelt werden. Das Förderprogramm beinhaltet neben der Bereitstellung von Atelierräumen, wie sie im Oktober neu eingeweiht wurden, unter anderem auch zwei Ausstellungen pro Jahr und gibt limitierte Editionen heraus. Die Entscheidung des Stifters, nachhaltig Kunst und Kultur zu fördern, basiert auf der Erkenntnis, dass Kunst und Kultur eindeutig mehr ist als eine Wahl, eine Option, die sich je nach Gemütslage konsumieren lässt.


Die Stiftungsziele


Im Zentrum der Lepsien-Förderungen stehen die jungen Stipendiaten. Alle Aktivitäten der Stiftung sind auf sie zugeschnitten. Akademieabsolventen haben es, so der Stifter Christian Lepsien mit Blick auf die Nachwuchskünstler, meist schwer, Fuß zu fassen. Sie fallen nach ihrem Studium häufig in ein „Loch“. Und genau hier setzt die Kunststiftung an.


• Die Stiftung bietet Akademieabsolventen der Sparten Malerei, Bildhauerei und Fotografie eine einjährige Förderung. Je fünf Kreative erhalten die Chance, sich von September des einen bis August des Folgejahres individuell und – hierauf legt Lepsien besonders Wert – „gemeinsam“ zu entwickeln.
• Die Stipendiaten-Auswahl treffen der Stifter, seine Frau und drei weitere Jurymitglieder, die jährlich wechseln. Dieses Jahr sind die drei Externen: Dr. Katja Schlenker (Kurator), Anne Rodler (Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf) und Erik Schönenberg (Neuer Wuppertaler Kunstverein). Entscheidungen werden sorgfältig und gemeinsam getroffen. Das Interesse ist groß. Für das jetzt laufende Förderjahr gingen mehr als 260 qualifizierte Bewerbungen ein, unter anderem auch aus Taiwan und Pakistan.
• Die entstandenen Arbeiten werden in einem Jahreskatalog publiziert. Der Katalog erscheint unter anderem auch in den USA. Das Textmaterial ist zweisprachig, deutsch und englisch. Zudem werden zwei Mal pro Jahr limitierte Sonderdrucke mit zwei Motiven je Künstler editiert. Der Erstdruck je Motiv wird zu einem Stück Stiftungsgeschichte, ist unverkäuflich, und von der Stiftung gehütet.
• Die das Förderjahr abschließende Jahresausstellung ist die Krönung der Foundationarbeit. Gezeigt werden die Jahresarbeiten der geförderten Künstler. Sie dient zudem dem Austausch von alten (Alumnis) und neuen Stipendiaten.
 

Die Stipendiaten/-innen 2010/11 des Internationalen Förderprogramms Bildende Kunst der Lepsien Art Foundation sind Verena Freyschmidt, Oxana Jad , Katy Feuersenger, Jeannette Schnüttgen  und Claudia Marcela Robles. 
 

Georg Simet

 



 

 

 

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