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rheinische ART 11/2018

GABRIELE MÜNTER

Ohne Drum und Dran

 

Was an der Wirklichkeit ausdrucksvoll sei – die Essenz eines Motivs – wolle sie herausholen und ohne Umschweife darstellen. Das war ihre Vorstellung von malerischer Kreativität und - ihr Markenzeichen.

 

Gabriele Münter Der blaue Bagger (Baustelle an der Olympiastraße nach Garmisch), 1935 Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Lenbachhaus, München

 

Das Kölner Museum Ludwig zeigt derzeit über 120 Werke von Gabriele Münter (1877–1962), eine zentrale Künstlerfigur des deutschen Expressionismus und der Künstlergruppe Der Blaue Reiter, deren Gründung in Münters Haus in Murnau im Jahre 1911 stattfand.

 

 

Gabriele Münter Bildnis von Marianne von Werefkin, 1909 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

 

Gabriele Münter Knabenkopf (Willi Blab), 1908 Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Simone Gänsheimer, Ernst Jank, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

 

Über ihre Rolle als engagierte Persönlichkeit, Vermittlerin und langjährige Lebensgefährtin Wassily Kandinskys hinaus, zeigt diese Ausstellung, wie wichtig und eigenständig die gebürtige Berlinerin als Malerin war. Erstmalig werden Arbeiten aus ihrem Nachlass präsentiert, die einen neuen Blick auf diese starke Künstlerin erlauben.


Münter gehört zu den wenigen erfolgreichen Frauen der künstlerischen Moderne. Zu ihren bekannten Gemälden gehören Porträts, etwa von Marianne von Werefkin oder Kandinsky sowie romantische Landschaften ihrer bayerischen Wahlheimat.

     Mit seltenen Fotografien, die Münter um 1900 bei einer mehrjährigen USA-Reise aufgenommen hat, beginnt die Kölner Ausstellung. Im Mittelpunkt steht gleichwohl ihr malerisches Œuvre, das neben farbintensiven Porträts wie zum Beispiel den Knabenkopf von 1908 und Landschaften, auch Interieurs, Abstraktion oder „primitivistische Bilder“ umfasst.

     Sie selbst erklärte, dass sich in ihrer Malerei die Formen in Umrissen und die Farben zu Flächen sammeln und damit Abrisse der Welt entstünden, Bilder… „ohne Drum und Dran“. Die Ausstellung verdeutlicht in der Tat die erstaunliche Offenheit und Experimentierfreudigkeit der Malerin, Fotografin und Grafikerin.


Die Kuratoren in Köln betonen, dass die Ausstellung auch daran erinnern soll, dass die Malerin stets nach neuen Anfängen gesucht hat, persönlich und ästhetisch.   

     Gabriele Münter hat in vielen Ländern gelebt und gearbeitet, war schon zu Lebzeiten erfolgreich und gefragt. Zu den wichtigen Kreativen ihrer Gegenwart hielt sie ständig Kontakt, reiste in die Kunstzentren, kannte die bedeutenden Strömungen der jeweiligen Zeit und hatte von 1907 bis zu ihrem Lebensende eine beeindruckende Ausstellungstätigkeit.

 

Gabriele Münter Stilleben vor dem gelben Haus, 1953 Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Lenbachhaus, München

 

Gabriele Münter Kahnfahrt, 1910 Milwaukee Art Museum, Gift of Mrs. Harry Lynde Bradley © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Efraim Lev-er, © Artists Rights Society (ARS), New York/ADAGP, Paris

 

Enge Beziehungen unterhielt Münter zum Rheinland. Dort hatte sie Teile ihrer Kindheit und Schulzeit verbracht. Nach einem Paris-Aufenthalt im Sommer 1907 blieb Münter in Bonn bei ihrem Bruder, um ihre erste Einzelausstellungen im Kunstsalon Lenobel in Köln vorzubereiten.

     Die Ausstellung im Januar 1908 präsentierte 57 Ölgemälde, die vor allem aus ihrer Frankreichzeit stammten. Die Presse feierte die „Impressionistin echt pariserischen Stiles“ und lobte die „elegante Farbenfreudigkeit“ ihrer Bilder. Nach Köln wurden ihre Werke im Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld und im Schlesischen Museum in Breslau gezeigt – ein außerordentlicher Erfolg für die erst 31-Jährige.

     Münters Arbeiten wurden im Übrigen häufig in der Domstadt präsentiert: unter anderem in der Ausstellung Der Blaue Reiter 1912 im Gereonsclub, dann in ihrer großen Einzelschau 1925 im Kölnischen Kunstverein, die sie mit dem damaligen Vorsitzenden Josef Haubrich (mehr) einfädelte und die an mehrere Museen weiterwanderte.

     Am Ende ihres Lebens fand 1960/1961 eine Ausstellung in der Galerie Änne Abels statt, die in jener Zeit als eine der wichtigsten Adressen für expressionistische Kunst im Rheinland galt. 1981 waren Werke von Gabriele Münter in der Kölner Galerie Orangerie-Reinz zu sehen.
K2M


Die Verbindung mit Kandisky, mit dem sie 1914 in die Schweiz floh, zerbrach eine Jahr später. Münter wohnte danach wechselnd in Köln, München und Murnau und litt zeitweise an Depressionen. Ende der Zwanzigerjahre hielt sie sich wieder in Paris auf und bezog dort neue Impulse für ihr Schaffen. Mit ihrem zweiten Lebensgefährten Johannes Eichner zog sie erneut nach Murnau und malte dort im Wesentlichen Blumenstillleben und abstrakte Studien. Ein Ausstellungsverbot ab 1937 durch die NS-Machthaber, die ihre Kunst als „entartet“ ansahen, zwang sie bis Kriegsende zum Rückzug ins Privatleben.

 

Die Ausstellung „Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife“ kann bis zum 13. Januar besucht werden.
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Tel. 0221 / 221 26165
Öffnungszeiten
DI – SO 10 - 18 Uhr

 

 

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