rheinische ART
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rheinische ART 06/2015

Archiv 2015

KUNST UND RAUMFAHRT
Schwerelos

 

Eigentlich sollte es ja dunkel sein. So dunkel wie der Kosmos. Aber das ist in lichten Galerieräumen schwer machbar. Die Künstlergruppe SPARTNIC, 2013 als‚ Weightless Artists Association‘ von Kay Kaul, Max Grüter und Melanie Richter als internationale Künstlervereinigung gegründet, stört das nicht. Kosmische Einsamkeit gibt es in der Düsseldorfer Altstadt ja auch nicht.

 

Max Grüter Magic Carpet - Fliegender Teppich (Detail), Schafwolle, 2000, 400 x 600 cm Foto ©Max Grüter

 

Denn genau da ist die Vereinigung derzeit präsent. Visions Of Sensory Space titelt die Ausstellung in den Räumen der Galerie Voss. Hier breitet sich ein Teppich mit den menschlichen Fußspuren „im außerirdischen“ Sand ab, erhalten die massigen Wirbel von Sturmtiefs über Europa mit künstlerischer Farbigkeit eine neue Dimension und schweben Menschen schwerelos im Bild.
     Rüdiger Voss, Inhaber der gleichnamigen Galerie, fand natürlich noch eine Möglichkeit, dem Wunsch nach welträumlicher Schwärze nachzukommen und schottete sein Untergeschoss lichtundurchlässig ab. Und hier irrisiert das Licht, funkelt der Sternenhimmel, zeigen sich geheimnisvolle Apparate aus der Übermorgenzeit, wandeln sich zarte kindlich-reine Gedanken in sprühende Visionen – und lassen den Menschen immer weniger werden. Stanley Kubrick und sein Film 2001, so der Eindruck, sind nicht weit weg. Die Magie des Weltraums ist (im Kleinen) auch hier, wie die Neugier an der Unendlichkeit und die Lust auf Neues.

 

Kay Kaul Katrina, Diasec, 2014, 120 x 180 cm Foto ©Kay Kaul

 

Der Weltraum als Sehnsuchtsort „Der Weltraum wird zumeist assoziiert mit inhaltloser Kälte und tiefer Dunkelheit, einem für den Menschen unvorstellbaren Ort“, schreiben die Veranstalter dazu, und: „ Aber diese unergründliche, unendliche Tiefe strahlt Wärme und Licht aus. Innerhalb des unbegrenzten Empfindungsraumes des menschlichen Geistes ist ein Stern nicht verbunden mit einem schweren Himmelskörper. Vielmehr steht er für den Funken, der unsere persönliche Vorstellungswelt erhellt, welche sich in Kunst und Kultur niederschlägt.“ 

     Die Kunstausstellung zur Weltraumerforschung, die im Jahr 2014 in Dresden unter dem Titel MissionO14 stattfand, war ursprünglich für einen 1000 Quadratmeter großen, abgedunkelten und unendlich wirkenden Raum konzipiert. In Düsseldorf ist eine Auswahl der Exponate zu sehen. Zudem sind neue Kunstwerke entstanden, die sich mit der zugrunde liegenden Thematik befassen.

 

Oleg Yushko (zusammen mit Aljosha und Dimitrij Dihovichnig) Einflüsse, Installation 2014 Foto ©Oleg Yushko

 

Auswahl Der ukrainische Künstler Aljoscha erschafft seltsam organische Bilder und Objekte, die ihre Inspiration in seinen tiefgründigen Erkenntnissen der Bio- und Gentechnik finden. Aljoscha ist vom Mikrokosmos organischer Formen fasziniert und überträgt diese auf seine höchst komplexen und filigranen Werke, die allen herkömmlichen Kategorisierungen trotzen (...) Der Künstler nennt seine Arbeiten „Bioismen, um deren vitale, organische Beschaffenheit zu betonen. Er betrachtet seine Werke als „ Lebewesen und verleiht ihnen so viel Dynamik, Vitalität und Komplexität wie möglich. Laut seiner eigenen utopischen und vielleicht ein wenig ironischen Theorie des „Biofuturismus wird die Zukunft durch eine Art biologische Revolution geprägt. In deren Folge werde man auf organischen Möbeln sitzen, in lebendigen Häusern wohnen und sich mit organischen Raumschiffen fortbewegen, schreibt Gérard Goodrow über den Künstler.

 

Melanie Richter führt an ungesehene und befremdliche, zeit- und raumlose Bildorte. Es sind Orte ohne Natur, ohne erkennbares Oben oder Unten. Die Bildlandschaft besteht einzig aus den seltsam gleißenden Erscheinungen der Farbe. Wie am Rande jenes unerreichbaren und nur ’Zone’ genannten Gebiets befindet man sich vor Richters Bildern. Jedes ist eine restricted area, ein Sperrgebiet, innerhalb dessen sich ein weit aufgezogener Bildraum auftut. Jäh ist eine Gestalt in die wogenden Farbmassen geworfen. Die Figuren schweben auf dem Farbfond.

 

Simone Hooymanns Planisphere, Video Animation, 2008 Foto ©Simone Hooymanns


Mihoko Ogaki Die Arbeiten der japanischen Künstlerin beschäftigen sich mit existenziellen Themen wie Geburt und Tod und erörtern damit philosophische Inhalte menschlichen Lebens. Ausgehend von wissenschaftlichen und evolutionstheoretischen Kenntnissen nähert sich Ogaki metaphysischen, anthologischen und kosmologischen Grundfragen.

 

Mark Swysen untersucht, wie sich angeborene biologische und psychologische Mechanismen mit Verstand und Emotionen bei der Steuerung des menschlichen Verhaltens gegenseitig beeinflussen. Der aus Belgien stammende Künstler setzt dieses Thema philosophisch um, indem er die Denkmuster des menschlichen Gehirns und die daraus resultierenden soziologischen Dynamiken des menschlichen Zusammenlebens hinterfragt.

 

 SPARTNIC ‚Weightless Artists Association‘ wurde 2013 als internationale Künstlervereinigung gegründet. Mission O14’, das Ausstellungsprojekt 2014, fand zur OSTRALE in Dresden statt. Die Gesamtkonzeption bezog 24 internationale Positionen ein. Das Leitmotiv der Vereinigung ist R(E)volution. Sie ist implizierte Thematik: Evolution durch Revolution; Entwicklung durch den menschlichen Drang zu Neuem und neuem Verständnis. SPARTNIC versteht seine Projekttätigkeit stets als Aufforderung, Grenzen zu überwinden und Neues zu erkunden.
ruwoi

 

Die Ausstellung „Visions Of Sensory Space“ der Künstlergruppe SPARTNIC ist bis zum 04.07.2015 zu sehen.
Galerie Voss
Mühlengasse 3
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 / 13 49 82
Öffnungszeiten
Di - Fr 10 - 18 Uhr 
Sa 11 - 14 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

 

 

 


  

LOST

IN 
NOTHINGNESS

 

SANDRA 

ACKERMANN

 

24.03. - 06.05.2017
 

GALERIE VOSS

 


 

 

 

 

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