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rheinische ART 07/2011

 

Archiv 2011: aus "Berühmte Namen"

 

Norbert Tadeusz (*1940 †2011)


Licht und Schatten


Norbert Tadeusz gehörte zu den bedeutenden figurativen deutschen Maler der Gegenwart. Als Künstler ging er konsequent seinen eigenen Weg, ungeachtet aller Strömungen in der Kunst. In der renaturierten, parkähnlichen Landschaft des Museums Insel Hombroich wurde ein Pavillon von ihm gestaltet und nach ihm benannt. Hier hat seine Kunst eine bleibende Präsenz.

Der Tadeusz-Pavillon auf dem Gelände des Museums Insel Hombroich und Blick in den Park


 

Als „Vollblutmaler“ besaß die Farbe für ihn eine dynamische Kraft. Als weitere wichtige Komponente trat Licht hinzu und zwar sowohl die malerische Darstellung des Lichts innerhalb eines Bildes als auch das Licht, bei dem das Bild betrachtet wird: das „Standortlicht“.
   Tadeusz nutzte diese Lichtphänomene meisterhaft für seine Malerei. Je nach Lichteinfall ändert sich bei der Wahrnehmung von Farbe sowohl deren Intensität als auch ihre räumliche Präsenz. Während bei normalem Tageslicht Rot vor Blau erscheint, rücken bei gedämpftem Licht die blauen Flächen nach vorn. Die optische und die damit verbundene psychologische Wirkung von Bildern verändert sich mit dem wechselnden Lichteinfall. Deshalb ist bei seinen Bildern der Einfluss der Tages-, aber auch der Jahreszeiten, mit den wechselnden Lichtverhältnissen von Bedeutung für ihre Wirkung. Seit 1992 ist ein Zyklus aus vier großformatigen Bildern des Malers in dem nach ihm benannten Pavillon im Park des Museum Insel Hombroich zu sehen.
 

Blick in den Tadeusz-Pavillon mit seinem großformatigen Werk

   Der Bildhauer Erwin Heerich (mehr) entwarf dieses Gebäude in jahrelanger enger Zusammenarbeit mit dem Künstler speziell für diese Bilder. Das Ensemble wurde später von ihm um zwei kleinformatigere Tryptichen ergänzt. Bei diesen Arbeiten zeigt sich das Phänomen Licht und dessen Einfluss auf sein Werk besonders gut. Weitere Arbeiten von Tadeusz, darunter auch eine mehrteilige Bronzeplastik, sind darüber hinaus im 12-Räume-Haus zu sehen.

   Das auf einem Cézanne-Zitat basierende Credo des Museum Insel Hombroich – „Kunst parallel zur Natur“ – erklärte Norbert Tadeusz in seinem Textbeitrag für das „Inselbuch“ mit den Worten: „In dieser Gegenüberstellung wird sichtbar, was Kunst ist – nicht Nachahmung von Natur, sondern Sichtbarmachung der inneren Struktur durch die gestaltende Kraft des Künstlers.“

   Norbert Tadeuszs Bilder sind anstrengend, die dargestellten Szenen sind nicht auf den ersten Blick zu erfassen. Ungewöhnliche Perspektiven verzerren die abgebildeten Personen und Gegenstände zu ungeahnten Formen. Die Arbeiten von Norbert Tadeusz erzählen keine Geschichten, sie zeigen Bilder. Bilder, die geschundene Leiber zeigen, assoziieren beim Betrachten Anstrengung, Qual und Überlebenskampf.
    Norbert Tadeusz erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen und Berufungen, u.a.: 1971 Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie, 1982 Teilnahme an der Biennale Venedig und 1983 Villa-Romana-Preis.
   Norbert Tadeusz lebte und arbeitete in Düsseldorf und Italien. In seinem Düsseldorfer Atelier ist er am Montag, den 11. Juli 2011 im Alter von 71 Jahren gestorben.
rArt


Norbert Tadeusz wurde am 19.02.1940 in Dortmund geboren. Er studierte von 1960 bis 1961 an der Werkkunstschule Dortmund freie Malerei bei Gustav Deppe und von 1961 bis 1966 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gerhard Hoehme, Joseph Fassbinder und Joseph Beuys, der ihn zu seinem Meisterschüler ernannte. Von 1973 bis 1981 arbeitete er als Dozent an der Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Kunsterziehung in Münster. Dorthin wurde er 1981 zum Professor berufen. 1988 erhielt Tadeusz eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe. 1988 bis 1991 arbeitete er als Professor an der Hochschule der Künste, Berlin. 1991 wurde er zum Professor für Monumentalbildnerei an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig berufen. Dort lehrte er bis 2003.


Zur Zeit sind Arbeiten von Norbert Tadeusz in der Galerieausstellung (bis zum 30. Juli 2011) mit dem Titel „So weit das Auge reicht“ zu sehen.
Galerie Gmyrek
Mühlengasse 5
40213 Düsseldorf

mehr Informationen hier im Internet

 

Text und Fotoquelle (3): Museum Insel Hombroich

 

 

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