rheinische ART
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rheinische ART 05/2012

 

ARCHIV 2012

Kunstakademie Düsseldorf

 

 

Malerei

 

 

Jörg Immendorff, Ohne Titel, 2006, Öl auf Leinwand, 200 x 160 cm, Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln und New York
Foto: Babette Bangemann, Hye-Mi Kim


 

Mit der Schau „Rendezvous der Maler II“ wagt die Kunstakademie Düsseldorf, Kaderschmiede ganzer Künstlergenerationen, wieder einen öffentlichen Blick auf sich selbst. Diesmal stehen die Professoren im Blickpunkt, die von 1986 bis heute an der Schule Malerei unterrichteten bzw. unterrichten. Was die Präsentation nicht sein will, ist eine Leistungsschau. Vielmehr möchte sie aufzeigen, welch bildhaftes Potential an der Akademie vertreten wird und welch enorme Bandbreite an malerischen Möglichkeiten existiert.

 

DASS unterschiedliche künstlerische Positionen immer auch ein kreatives Spannungsfeld schaffen, liegt auf der Hand. Die ganz besonderen kulturellen Umwälzungen der Nachkriegszeit mit ihren vielschichtigen Revolutionen hatte die bildende Kunst bereits hinter sich. Der Abstrakte Expressionismus, die Pop Art und die Konzeptkunst waren nach durchaus zähem Ringen den Kinderschuhen ent- und ihre Akzeptanz gewachsen. Mitte der 1980er Jahre unterrichteten namhafte und gestandene Künstlerpersönlichkeiten an der Akademie im Bereich Malerei. Dazu zählen Gerhard Richter, Konrad Klapheck und Gotthard Graubner.

   Was kam danach? Gleichförmigkeiten sind nicht gefragt. Es war der Maler Markus Lüpertz, der 1986 an die Akademie berufen wurde und sie ab 1988 als Rektor leitete. Seine Auffassung einer emotionalen Malerei, die sich weniger vom Konzept leiten lässt, war und ist nicht unumstritten. Seine polarisierenden Anschauungen belebten die intellektuelle Diskussion nicht nur zwischen den Lehrenden erheblich. „Trotz dieser offenkundigen Interessenlage zeugen die aufeinander folgenden Berufungen von A.R. Penck (1988), Gerhard Merz (1990), Jörg Immendorf (1995), Siegfried Anzinger (1998), Helmut Federle und Albert Oehlen (2000) und Daniel Buren (2002) von der Bereitschaft aller Beteiligten, den Diskurs über Malerei an der Kunstakademie auf einem hohen Niveau aufrecht zu halten“, schreibt der Rektor Toni Cragg in seinem Vorwort im Katalog.
   Der Blick durch die nationale Brille allein kann einer weltweit gerühmten Schule mit einer einmaligen Tradition – man denke an die Bedeutung der Düsseldorfer Malerschule (mehr) - nicht genügen. Eine international renommierte Garde mit Malern unterschiedlichster Handschriften und weniger ideologisierenden Anschauungen kam mit Herbert Brandl, Peter Doig und Tal R.

   Seit 2009 sind Andreas Schulze, Tomma Abts, Katharina Grosse, Eberhard Havekost und Lucy McKenzie als Professoren verpflichtet worden. Sie stehen für eine neue Ausrichtung und Entwicklung einer Malerei, die an Kraft und Wichtigkeit als künstlerisches Ausdrucksmittel auch mit Blick auf die immer stärker beachteten digitalen Medien keinesfalls eingebüßt hat. Der ihr anhaftende originale Charakter betont ihre Einmaligkeit in einer immer schnelleren Welt mit oft zweckorientierten Bildern.


 Das Studium der Malerei bildet ein Zentrum innerhalb der Kunstakademie Düsseldorf. Die Professoren vertreten unterschiedliche Positionen und auch die derzeit stilistische Vielfalt zeitgenössischer Künstler beweist, dass die Kunstakademie ihren Studenten die Wahl zwischen unterschiedlichen Malerei-Konzeptionen ermöglicht.
Franziska Bradel

 

Die Ausstellung „Rendezvous der Maler II – Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf von 1986 bis heute“ ist bis zum 15.07.2012 zu sehen.
Akademie Galerie – Die neue Sammlung
Burgplatz 1
40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten
MI – SO 12 – 18 Uhr

 

Es werden Werke folgender Künstler gezeigt: Tomma Abts, Siegfried Anzinger, Herbert Brandl, Peter Doig, Helmut Federle, Katharina Grosse, Eberhard Havekost, Jörg Immendorf, Jannis Kounellis, Markus Lüpertz, Lucy McKenzie, Albert Oehlen, A.R. Penck, Tal R, Andreas Schulze

 

©Fotos Akademie-Galerie und Künstler

 

 

 

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