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rheinische ART 03/2011

Archiv 2011: aus "Übrigens"


Bedeutende Schenkung aus dem testamentarischen Nachlass von Prof. Irene Ludwig

 

528 Werke für Kölner Museen  

 

 

 

DAS BILD WURDE AUS

©GRÜNDEN ENTFERNT.

 

 

Natalja Gontscharowa, Porträt Michail Larionow, 1913, Museum Ludwig, Köln / Sammlung Ludwig
© VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Foto: Museum Ludwig Köln/RBA

 

Kasimir Malewitsch, Suprematistische Komposition, 1915, Museum Ludwig, Köln / Sammlung Ludwig
Foto: Museum Ludwig Köln/RBA

 

 

Nach dem unerwarteten Tod der Mäzenin Irene Ludwig im November des vergangenen Jahres ist jetzt das Testament eröffnet worden. Die Stadt Köln erhält aus ihrem Nachlass spektakuläre Schenkungen und Dauerleihgaben für die Museen Ludwig und Schnütgen. Insgesamt 528 Werke aus dem Besitz von Prof. Ludwig bereichern die Kölner, 47 Werke die Aachener Sammlungen.

 

IRENE UND PETER LUDWIG verband stets eine intensive und enge Beziehung mit der Stadt Köln. Angeregt durch einen Besuch der Ausstellung der Sammlung Haubrich im Jahr 1946 in der alten, zum Teil zerstörten Universität, begann das Ehepaar Ludwig 1957, Werke für öffentliche Sammlungen zu erwerben. Museen, die den Namen Ludwig tragen, gibt es heute weltweit. Kunst als Kulturvermittler - die Ludwigs haben diesen Gedanken gelebt.
   Bereits erste Leihgaben aus diesen Ankäufen kamen dem Museum Schnütgen in Köln 1963 zugute. Über ein halbes Jahrhundert dauerte das außerordentliche Mäzenatentum dieses engagierten Sammlerpaares. Mit der Schenkung von etwa 400 Werken gaben Irene und Peter Ludwig 1976 den Anstoß zur Gründung des Museum Ludwig. Weitere großzügige Schenkungen folgten, darunter 774 Werke Pablo Picassos. Seitdem kann das Museum Ludwig heute die bedeutendste Sammlung der Pop Art außerhalb der USA und die drittgrößte Sammlung Pablo Picassos sein Eigen nennen und zählt damit zu einem der wichtigsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst weltweit.

 

Aus Dauerleihgabe wird Eigentum


Köln erhält jetzt das Eigentum an sämtlichen Werken der vor- und nachrevolutionären russischen bzw. sowjetischen Avantgarde, die zum Zeitpunkt des Todes von Irene Ludwig als Dauerleihgabe dem Museum Ludwig überlassen waren. Darunter befinden sich Hauptwerke weltberühmter Künstler wie Kasimir Malewitsch, Alexander Rodtschenko und Natalia Gontscharowa. Insgesamt handelt es sich um 473 Werke, darunter 130 Gemälde, Skulpturen und Objekte, 153 Grafiken und 190 Fotografien von 84 Künstlern.
    Zudem erhält die Stadt Köln 26 Werke aus der Ausstellung „Von Matisse bis Morimura" aus dem Herbst 2000 im Museum Ludwig. Darunter befinden sich Arbeiten der Klassischen Moderne und der Pop Art von Georges Braque, Edgar Degas, Paul Klee, Fernand Léger, Henri Matisse, Robert Rauschenberg, Kurt Schwitters und Jasper Johns.
 

Altenberger Glasmalerei, Bernhard zu Gast bei Bischof Matthäus von Alba, Glasmalerei aus dem Bernhards-Zyklus des Klosters Altenberg, Kölnisch (Meister von St. Severin?), um 1505-1520, Leihgabe der Sammlung Ludwig seit 2010

 

Nicht zuletzt erhält das Museum Ludwig als Dauerleihgabe acht Gemälde und eine Zeichnung aus dem Privatbesitz von Irene Ludwig. Mit dabei ist der erste Ankauf des Ehepaars Ludwig im Bereich der Klassischen Moderne: ein Frühwerk von Karl Hofer, „Nach dem Bade", aus dem Jahr 1912. Außerdem Werke von August Macke, Fernand Léger, Henri Matisse, Lyonel Feininger, Alexej von Jawlensky, Roy Lichtenstein, Jasper Johns und Jackson Pollock.
   Die Stadt erhält außerdem das Eigentum an 20 Dauerleihgaben, die zum Zeitpunkt des Todes von Irene Ludwig dem Museum Schnütgen überlassen sind, dazu zählen u.a. ein Ottonisches Reliquienkästchen aus Niedersachsen um 1000-1050, ein Memento Mori aus der Westschweiz um 1520 sowie die jüngst übergebenen sechs Glasmalereien aus dem ehemaligen Kreuzgang des Klosters Altenberg, Köln 1505-1520.
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Oberbürgermeister Jürgen Roters, der am 30. März im Historischen Rathaus die Schenkungen bekanntgab, zollte der Kölner Ehrenbürgerin Respekt und Dankbarkeit für diese Entscheidung. „Die Stadt Köln und alle heutigen und künftigen Kunstinteressierten dieser Stadt werden sich bei jedem Museumsbesuch mit großer Dankbarkeit an diese außerordentlich großzügige Schenkung von Prof. Irene Ludwig erinnern ...“

Kulturdezernent Prof. Georg Quander: „Irene Ludwig war im Hinblick auf ihre mäzenatische Großzügigkeit eine Ausnahmeerscheinung. Nicht nur, dass sie sich zusammen mit ihrem Mann Peter sowohl für alte wie auch für moderne Kunst begeisterte, sie verstand es gleichsam als ihren kulturellen Bildungsauftrag, diese Kunst durch Schenkungen und Dauerleihgaben an die Kölner Museen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Irene Ludwig gebührt unsere größte Hochachtung ...“

Prof. Kasper König, Direktor des Museum Ludwig: „Die Sammlung russischer Avantgarde ist in jeder Hinsicht von unschätzbarem Wert. Sie beinhaltet absolute Meisterwerke von Künstlern wie Malewitsch oder Gontscharowa, die ganze folgende Künstlergenerationen geprägt und inspiriert haben. Diese großzügige Schenkung aus dem Legat von Irene Ludwig hat unsere Hoffnungen bei weitem übertroffen ...“

Dr. Dagmar Täube, kommissarische Direktorin des Museum Schnütgen: „ ... Zusammen mit dem Harrach-Diptychon aus dem 8. Jahrhundert, das dem Museum Schnütgen als Dauerleihgabe erhalten bleibt, werden diese Stücke stets an ihre großzügigen Stifter erinnern und wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren."

 

 

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