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rheinische ART 05/2015

Archiv 2015

UNGETÜM ODER LEBENSADER?

A 40

 

Wie lebt es sich an einer Autobahn? Wie sieht es aus hinter den aufgehäuften Wällen gegen den Lärm, hinter Sichtschutz-Anlagen und ausgleichenden Aufforstungen? Die Kulturlandschaft Autobahn am Beispiel der A 40 zwischen Moers und Dortmund reflektiert ein jetzt erschienener Bildband.

 

A 40, Foto © Sebastian Mölleken 2015

Autobahnen sind mehr denn je die tragenden Elemente der Verkehrsinfrastruktur. Ihr Bau kostet pro Kilometer oft Millionen, sie verändern und prägen Land und Leben der Regionen, die sie durchschneiden.

 

Der Bildband des gebürtigen Oberhausener Fotografen Sebastian Mölleken zeigt in der Tradition der Bildreportage, was sich an und neben dem grauen Asphaltband der Bundesautobahn Nummer 40 abspielt.

     Die A 40 - lärmendes Ungetüm oder Hauptschlagader des Ruhrgebietes? Dies fragte sich der Fotograf und Buchautor, bevor er diese auch international bedeutende West-Ost-Verbindung über mehrerer Monate mit seiner Kamera dokumentierte. Möllekens fotografische Sicht auf das Leben neben der mehrspurige Schnellstraße und damit auf eine hautnahe Verflechtung von Mensch, Natur und Technik erfasst die harte Realität und liefert gleichwohl „skurrile Momentaufnahmen vom Leben an der Autobahn“.

 

A 40, Foto © Sebastian Mölleken 2015

    

Bildkopplungen Bemerkenswert an dem Bildband mit dem knappen Titel „A 40“ ist vor allem das Zusammenspiel von Landschafts- und Portraitfotografie. Damit hat der Dokumentar den Menschen an der A 40 ein liebesvolles Denkmal gesetzt, die täglich von den Fenstern ihrer Wohnungen auf das lärmende „Ungetüm“ herabschauen oder in Büros und Geschäften mit Blick auf den vorbeirauschenden Verkehr arbeiten.

     Ob Kleingärtner, Verkäuferin, Kioskbesitzer, Kosmetikerin, Pferdebauer oder Hausmeister - sie alle scheinen sich ganz pragmatisch mit der Umgebung arrangiert zu haben. Aus Landschaften und Portraits sei so, betont der Autor, ein Gesamtbild entstanden, das für ihn das Gefühl einer ganzen Region widerspiegelt.

 

A 40, Foto © Sebastian Mölleken 2015

 

Die A 40 ist keine der Traumstraßen Deutschlands, aber auch kein Albtraum. Sie ist schlichtweg eine zentrale Verkehrsachse, die überwiegend im Herzen des Ruhrgebietes verläuft. 1928 als Kraftfahrstraße und Teil der Reichsstraße 1 angelegt und nach 1945 als Ruhrschnellweg ausgebaut, wird sie allerdings in schöner Regelmäßigkeit als Ruhrschleichweg verspottet. Abgeleitet aus der Tatsache, dass diese Bundesautobahn ein extrem hochbelasteter Verkehrsweg ist. Bis zu 140.000 Fahrzeuge befahren täglich abschnittsweise diese Trasse.

 

A 40, Foto © Sebastian Mölleken 2015

 

Verlauf Vom linksrheinischen Straelen an der Grenze zu den Niederlanden verläuft sie über insgesamt 94 Kilometer bis Dortmund-Barop. Sie quert am Niederrhein, was oft nicht wahrgenommen wird, den idyllischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette und ab Moers die größte und namengebende Stadtlandschaft Nordrhein-Westfalens mit allen Reviergroßstädten.

     Kaum eine Schnellstraße ist so identitätsstiftend für das Ruhrgebiet wie die A 40. Und wenige Autobahnen besitzen das Potential, in vergleichbarer Weise die Geografie einer Region zu prägen. Sechs Autobahnkreuze, 45 Anschlussstellen und zwei Raststätten sind ihre markanten Stellen. Zwischen Moers und Dortmund verbindet sie jedoch nicht nur die Großstädte Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bochum miteinander, sondern durchzieht dabei sowohl ländliche Abschnitte als auch dörfliche Strukturen und Kleingartenidyllen in städtischen Randbezirken.

 

A 40, Foto © Sebastian Mölleken 2015

 

Ohne effektvolles Kunstlicht und, nach eigenen Angaben, unter Verzicht auf Nachbearbeitung sind sowohl erstaunliche wie wohltuend authentische Bilder entstanden. Sie erzählen auch von dem Bestreben, den mehrspurigen Autobahnbau und die Landschaftsgestaltung in Einklang zu bringen, lassen aber auch das Scheitern erkennen.

 

A 40, Foto © Sebastian Mölleken 2015

 

Der Blick hinter den Schallschutz hat so manche Kuriosität zutage gefördert: Neben grasenden Kühen unter Autobahnbrücken und meterhohen Türmen eingeschweißter Heuballen, sehen das verwaiste Schwimmbad, die einsamen Gräber eines Friedhofs oder Denkmäler seltsam verloren aus.

bra


Präsentiert werden Publikation und einigen Exponate im Rahmen der diesjährigen Medienkunstmesse & Foto-Special C.A.R. (Contemporary Art Ruhr) vom 29.-31. Mai auf Zollverein.


 

Literaturhinweis:

Sebastian Mölleken, A 40,

Format 17,1 x 23,8 cm, Hardcover, 128 Seiten und 50 Abbildungen,

Verlag Kettler 2015, ISBN: 978-3-86206-476-2;

Euro 19,80


 

 

 

 

 

 

 

 


 

  

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