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rheinische ART 03/2015

Archiv 2015

DREISCHEIBENHAUS AUSGEZEICHNET

Revitalisierung

 

Was einst wie eine gewagte Schönheitsoperation aussah, ist gelungen. Düsseldorfs Baudenkmal „Dreischeibenhaus“ (DSH) wurde auf der Immobilienmesse MIPIM in Cannes 2015 als weltbestes saniertes Gebäude in der Kategorie „best refurbished building“ ausgezeichnet. Der prestigeträchtige international bedeutende MIPIM-Award ist quasi der Immobilien-Oscar der Branche.

 

Blick von Osten auf das Dreischeibenhaus mit Kö-Bogen (links) und Schauspielhaus (rechts) Foto © HPP/DSH 2014 Momeni-Gruppe

 

Damit geht zum vierten Male, nach Stadttor, Sevens und dem Kö-Bogen vom US-amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind (*1946), eine MIPIM-Auszeichnung in die NRW-Landeshauptstadt und unterstreicht indirekt die zukunftsweisende urbane Bau- und Entwicklungspolitik der Kommune.

 

Fassade mit Prallscheiben, Verkleidung der Stirnwand mit Edelstahlblechen. Foto © HPP/DSH 2014 Ralph Richter

 

Südansicht des Dreischeibenhauses. Foto © HPP/ DSH 2014 Ralph Richter

 

Die Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg errichteten das seinerzeit hochmoderne Gebäude von 1957 bis 1960 als Verwaltungssitz für die Phönix-Rheinrohr AG (mehr). Vier Jahre später übernahm der Thyssen-Konzern den Komplex in exquisiter Düsseldorfer Lage.

     Das Dreischeibenhaus wurde eines der Wahrzeichen der Stadt und eine der Ikonen der deutschen Nachkriegsarchitektur. Bis 2010 beherbergte das elegante Edelstahl-Glas-Aluminium-Hochhaus die Konzernzentrale der zwischenzeitlich zur ThyssenKrupp AG fusionierten Unternehmung.

 

Nach dem Auszug des Stahl- und Technologiekonzerns stand das Haus zunächst leer und entwickelte sich zeitweise zu einem ungeliebten Baurelikt der zurückliegenden Wirtschaftsboom- und Aufbaujahre. 2011 erwarben die MOMENI Gruppe und Black Horse Investments (BHI) das denkmalgeschützte Gebäude und beauftragten HPP Architekten, als Nachfolger der Urheber, mit der Modernisierung.

 

Zweite Haut Die rund drei Jahre währende komplette Sanierung des in die Jahre gekommenen Hochhauses galt als extrem anspruchsvoll. Die vorgehängte „Curtain-Wall-Fassade“ wurde energetisch ertüchtigt, indem in den Bürobereichen geschossweise eine zusätzliche Primärfassade von Innen eingesetzt wurde. Die äußere tragende Fassadenkonstruktion inklusive des Brüstungselements blieb unangetastet. Nur die Verglasung wurde durch Prallscheiben ersetzt. Die dahinterliegenden Fenster der Primärfassade können manuell geöffnet werden und erlauben somit die windgeschützte Be- und Entlüftung der Büroräume. Im Fassadenzwischenraum montiert, wirkt der Sonnenschutz wie außen liegend.

     In der Fernwirkung bleibt so das bekannte Bild mit geöffneten bzw. geschlossenen Sonnenschutzlamellen bestehen. Die gekanteten Edelstahlflächen der Stirnfassaden wurden gereinigt und konnten aufgrund der Dauerhaftigkeit des Materials ebenfalls erhalten werden.

 

Völlig erneuert wurden Haustechnik und Brandschutz. Durch den Einbau von Brandschutzvorhängen und eines zusätzlichen Notausganges konnte das denkmalgeschützte Foyer im Originalzustand bewahrt werden. Alle Büroetagen wurden für eine flexible Neuvermietung modernisiert, so dass bis zu zwei Mieteinheiten pro Geschoss realisierbar sind. Der Ausbau sowie die Gestaltung der Innenräume oblag den Mietern und wurde in Teilen mit Referenzen an das Haus, wie etwa mit der Verwendung des tauerngrünen Marmorbodens oder der Verkleidung des Erschließungskerns mit Edelstahlblechen, realisiert.

 

Denkmalgeschützt und unverändert: das Foyer, Aufnahme von 1990. Foto © HPP/ DSH Manfred Hanisch

 

Joachim H. Faust, geschäftsführender HPP-Gesellschafter, kommentierte in Cannes die Auszeichnung hocherfreut: „Wir sind in besonderem Maße stolz auf die Auszeichnung mit dem MIPIM Award! Das Dreischeibenhaus begründete 1960 das internationale Renommee von HPP und manifestiert seither unsere Auffassung von werthaltiger Architektur. Die Modernisierung sichert die herausragende Qualität des Gebäudes für weitere Jahrzehnte – für neue Nutzer-Generationen aber auch für die Stadt Düsseldorf.“

     Die Auszeichnung hat entsprechendes internationales Gewicht. Die elfköpfige Jury, besetzt unter anderem mit den Architekten Kengo Kuma und Dominique Perrault, sowie die MIPIM-Besucher stimmten zu gleichen Teilen für das Dreischeibenhaus, das mit weiteren Finalisten, darunter die saudi-arabische Nationalbibliothek „King Fahad“ in Riyadh und das Londoner „Aldwych Quarter“, konkurrierte.

cpw

 

HPP Hentrich-Petschnigg & Partner sind eine der ältesten und erfolgreichsten Architektenpartnerschaften Deutschlands. Mehr als 80 Jahre nach der Gründung durch Helmut Hentrich wird das Büro heute von der vierten Architektengeneration geführt.

     Zu den bekanntesten Projekten der Firmengeschichte zählen seit jeher Verwaltungsgebäude und "Corporate Headquarter" großer deutscher Unternehmen, etwa die Zentralen von Versicherungen wie ERGO, Allianz oder LVM. Unlängst fertiggestellt wurden beispielsweise der Vodafone Campus in Düsseldorf, das Clariant Innovation Center in Frankfurt, das maxCologne mitsamt dem Lanxess-Tower in Köln sowie der LVM-5-Turm in Münster.


 

 

 

 

 

 

 

 


  

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