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rheinische ART 01/2021

ARCHITEKTUR
Virensicher arbeiten


Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Was danach kommt weiß keiner. Hat das Auswirkungen auf die Architektur?

 

Für künftige Virus-Wellen vorgerüstet: Green Gate in Bonn (Animation) Fotoquelle © MAG Grundbesitz Bonn/ Asbeck.com 2020

 

In Bonn, im Bundesviertel gegenüber dem Post-Tower, entsteht ein virensicheres Bürohaus. Green Gate heißt der unspektakulär wirkende Komplex, dessen Fertigstellung für Dezember 2022 vorgesehen ist.

     Es sei das erste auf „Influenza technisch vorgerüstete Bürogebäude“ weltweit, erklärt der Immobilienunternehmer Marc Asbeck. Nach eigenen Angaben haben er und sein Projektentwickler MAG – Grundbesitz Bonn rund 100 Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Die künftigen Mitarbeiter im Green Gate, davon ist er überzeugt, seien besser vor Viren geschützt als im Homeoffice. Daran ist wohl nicht zu zweifeln.

 

Der Neubau mit 17.000 qm Nutzfläche auf dem ehemaligen Gelände der Niedersächsischen Landesvertretung. Ansicht Schnitt B. Fotoquelle © MAG Grundbesitz Bonn/ Asbeck.com 2020

 

Die Immobilie umfasst vier Stockwerke unter der Erde, ein Erdgeschoß und acht Etagen darüber zuzüglich eines Dachgartens – und alles ohne Viren.

     Der Standard an Sicherheit ähnelt dem, was man längst aus den fernöstlichen Hygiene-Hochburgen Japan oder Südkorea kennt. Und dennoch könnte es ein Blick in die Zukunft des heimischen Baugewerbes sein, dass den Virus-Wellen künftig ähnliche Aufmerksamkeit zukommen lassen wird wie die Medizin es zwangsläufig schon tut.


Es ist ein großes Paket von technischen Einzelsystemen, das im Sinne einer modernen Hygiene und Seuchen-Prävention in das Bonner Gebäude eingebaut wird.

     Der Eintritt in das Gebäude wird stets nur nach Körpertemperatur-Scans möglich sein, kein Zugang also für Menschen mit fiebrigen Symptomen. Türen, Wasserhähne, Trockner und Toiletteneinrichtungen aller Art funktionieren ohne direkten Kontakt. Handläufe oder Klinken sind mit anti-bakterieller Beschichtung versehen, die U-Bahnen von Tokio und Seoul lassen grüßen.

 

Baustellenschild an der Kurt-Schumacher-Straße in Bonn, gegenüber der Konzernzentrale des Logistikers Deutsche Post DHL Group. Fotoquelle © MAG Grundbesitz Bonn/ Asbeck.com 2020

Vor allem die Klimatisierung ist ein Thema für sich. Mittels Spezialfiltern soll eine zu 99,9 Prozent saubere Luft garantiert werden, so die Entwickler. Die in Kliniken bereits verwendete Technik lässt selbst kleinsten Partikeln keine Chancen mehr.
     Auch für die konventionellen Klimaanlagen, als üble Virenschleudern bekannt, gibt es im Green Gate eine andere und obendrein noch energiesparende Lösung: Kühlsegel. Die Metallsegel für Kühl- oder auch Heizzwecke hängen unter den Decken. Als Hybridsegel für Luft- und Wasserführung temperieren sie die Räume so gut wie geräuschlos und ohne hohe Geschwindigkeit bei der Luftzirkulation. In der Regel ist das Resultat dieser Klimatechnik eine behagliche Arbeitsatmosphäre.

 

Der Bau an Bonns Kurt-Schumacher-Straße ist allerding nicht allein der aktuellen Corona-Pandemie geschuldet, er war schon vorher mit Blick auf die jährlichen Grippe-Wellen geplant worden. Das neue Konzept ist eine Anpassung an die Gefahren des weltweit grassierenden Covid-19-Virus, mit dem Asbeck der Krise begegnet. „Die nächste Pandemie wird kommen“, wird der Unternehmer zitiert. Sein „virussicheres Bürohaus“ wird daher patentiert.
K2M

 

The Green Gate
World´s first virus-prevented commercial building
Kurt-Schumacher-Str. 24-28
MAG – Grundbesitz Bonn
53113 Bonn
Tel 0228 659 988

 

● Webcam der Baustelle hier

 

 

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