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rheinische ART 12/2011

Archiv 2011: aus "Besuchenswert"

Picasso im Fotoportrait – ein Meister der Selbstinszenierung 

 

Ichundichundich

 

 

DAS BILD WURDE AUS

©GRÜNDEN ENTFERNT.

 

 

Denise Colomb, Picasso in Antibes, 1952
Médiathèque de l'Architecture et du Patrimoine,

Fort de Saint-Cyr
© bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

 

Man darf ihn getrost ein Genie nennen. Picasso war nicht nur ein großer Künstler, sondern ebenso ein Meister der Selbstinszenierung. Sein Gesicht ist genau so bekannt wie sein künstlerisches Oeuvre. Picasso wusste früh um die Macht von Bildern in der Öffentlichkeit. Publiziert waren und sind Fotos noch heute eines der erfolgreichsten Mittel der Selbstdarstellung und zur Imagebildung mehr als geeignet. Die Frage: "Wer ist Picasso?" wollte der Künstler vielleicht selbst beantworten.

 

Warum also sollte man ein solch kommunikationsstarkes Medium dem Zufall überlassen, wenn es planbar ist? Picasso hat schon sehr früh Wert darauf gelegt, im Bild dokumentiert zu werden. Daran lag ihm so sehr, dass er Fotografen beauftragte, ihn in seinem Lebensumfeld zu fotografieren.
   Das Museum Ludwig in Köln präsentiert in der einmaligen Übersichtsausstellung „Ichundichundich. Picasso im Fotoportrait“ rund 250 Fotoaufnahmen von 34 Fotografen, darunter so berühmte wie Richard Avedon, Cecil Beaton, Henri Cartier-Bresson, Lee Miller und Man Ray. Und sie alle hatten ein Model: den Künstler Picasso. Der Dokumentation zur Ausstellung ist zu entnehmen, dass er für die Fotografen ein dankbares Model war. Er dirigierte nicht, suchte nicht die aufgesetzte Originalität, sondern ließ alles zu und folgte den Wünschen derer, die ihn portraitierten.
   Inszenierung gehört natürlich dazu, war sozusagen Teil des Auftrags, und so sieht man Picasso bei der Arbeit, in seinem Atelier, Picasso mit Künstlerfreunden, Picasso privat am Strand, Picasso im Cafe, in der Stierkampfarena, Picasso mit Indianerschmuck oder in – man mag staunen – Filzpantoffeln. Die meisten Orte sind seine Lebensstationen Paris und Südfrankreich. Und immer wieder überrascht die völlige Offenheit seiner Person der Kamera und dem Fotografen gegenüber. Vertrauensvoll lässt er wirken und wirkt doch selbst ohne Scheu. Mag auch vieles inszeniert sein: der neugierige, der interessierte, der erwartungsvolle oder humorvolle Blick ist kaum zu stellen.
    Picasso sah die Aufnahmen als Dokumentation über sich. Viele wurden noch nie veröffentlicht. Das Museum schreibt dazu: „Und so ist die Liebe Picassos zur Fotografie nicht nur reine Außenschau, sondern schafft ihm auch eine besondere Möglichkeit der Innensicht, des Blicks auf die eigene Person. Das Gedächtnis- und Erinnerungsmedium Fotografie war dem Künstler zum Zwecke des Selbststudiums stets näher als der Blick in den Spiegel.“
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

DAS BILD WURDE AUS

©GRÜNDEN ENTFERNT.

 

 

André Villers, Picasso als Popeye, Cannes 1957
Peter und Irene Ludwig Stiftung, Aachen
© André Villers

Die Ausstellung „Ichundichundich. Picasso im Fotoportrait“ ist bis zum 15. Januar 2012 zu sehen.
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Telefon 0221 / 221-26165
Öffnungszeiten:
DI – SO 10 – 18 Uhr
jeden ersten DO 10 – 22 Uhr

 

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Kerstin Stremmel
Die Ausstellung wird im Anschluss im Museo Picasso Málaga zu sehen sein

 Im Zusammenhang mit dieser Portraitausstellung zeigt das Museum Ludwig seine bedeutende Picasso-Sammlung neu

Gezeigt wird ebenfalls der Film Le mystére Picasso von Henri-Georges Clouzot (1955)


 


 

 

 

 

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