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rheinische ART 12/2011

 

Archiv 2011: aus "Besuchenswert"

Die Ausstellung "Haunted by Objects" von Zvi Goldstein

 

 

„Weltreisen im Inneren

 

meines Kopfes“

 


 

Zvi Goldstein

 

Es ist diese unbestimmte Zeit, manchmal Augenblicke nur, die der Mensch nicht weiß, ob er schon wach ist oder sich noch im Zustand des Schlafes befindet. Der Geist bewegt sich noch im Traum, haftet noch an inneren Bildern, die mit einer großen Klarheit Erlebnisse, Spekulationen, aber auch Halluzinationen zeigen. Der Mensch hat diese Bilder noch nicht ausgetauscht durch einen Blick in die Realität. Die Aufwachphase kann ein eigentümlicher Zustand sein. Der Bildhauer und Autor Zvi Goldstein hat einen einminütigen Flashback, wie er ihn nennt - erlebt in einem Hotelzimmer nach dem Erwachen - in die Realität geholt.

 

Installationsansicht

 

ES SIND weit über 850 Gegenstände, die, in ein gedämpftes Licht getaucht, den Besucher erwarten. Und was dieser sieht, scheint erst einmal keinesfalls zusammen zu passen. Bohrmaschinen, Sägen, Bilder schöner Frauen, aufgeschlagene Bücher, asiatische Stellschirme, ein Bett, ein Stuhl aus der Zeit der Moderne, afrikanische Masken oder byzantinische Münzen. Die Objekte bekleiden die Wände des großen Raumes und hängen teilweise mehrere Meter hoch, so dass sie gar nicht im Detail wahrgenommen werden können. Aus der Entfernung lassen sich gedachte Gruppierungen und Zusammengehörigkeiten vermuten. Doch erst das Nähertreten, vielleicht um einen Text zu lesen, verengt das Blickfeld des Betrachters und rückt damit auch einzelne Objekte in die gezielte Wahrnehmung. Ein Besuch dieser ungewöhnlichen und sehr persönlichen Ausstellung kommt einem Eintauchen in die Gedanken- und Gefühlswelt eines anderen gleich.

 

Installationsansicht

 

Für den Künstler, der sich auch als Autor einen Namen gemacht hat, ist der Ausgangspunkt der Installation sein Buch Room 205. Es sind die „Weltreisen im Inneren meines Kopfes“, wie er sagt, die er darin niederschrieb. Für die Ausstellung konzentriert er sich auf 62 Textpassagen daraus, die er hier ins Bildhafte umsetzt. Die Objekte beziehen sich jeweils auf die poetischen Textfragmente, doch existiert kein vorgegebenes System mit eindeutigen Bezügen. Der Betrachter ist frei, eigenen Gedankengängen nachzugehen, eigenen Assoziationen zu folgen. Goldstein hat das Buch, das er eigentlich als Biografie begann, bewusst in der Weltsprache Englisch geschrieben. Seine Motivation: Er will möglichst viele Menschen erreichen.

 

 Zvi Goldstein wurde 1947 in Transylvanien (Rumänien) geboren, emigrierte in den späten1950er Jahren nach Israel und studierte dort Kunst bevor er für zehn Jahre nach Mailand ging. Hier entwickelte er sein politisches, ästhetisches und anthropologisches Denken und schuf erste, mit Sprache, Fotografie und Film operierende konzeptuelle Arbeiten, die in Italien und Deutschland ausgestellt wurden. Unzufrieden mit dem westlichen Diskurs der Postmoderne machte er jedoch 1978 Jerusalem als Ort auf der Grenze zwischen Okzident und Orient zur geografischen und konzeptuellen Basis seiner Kunst. Er gehört damit zu den ersten Künstlern, die sich Ende der 1970er Jahre mit den Konsequenzen der sich abzeichnenden Globalisierung für die zeitgenössische Kunst auseinander zu setzen begannen.


 Goldstein nutzt für seine Installation Objekte aus der enzyklopädischen Sammlung des The Israel Museum in Jerusalem.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung „Zvi Goldstein – Haunted by Objects“ ist bis zum 26. Februar 2012 zu sehen.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
K20

Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 / 8381204


Öffnungszeiten
DI – FR 10 – 18 Uhr
SA + SO 11 – 18 Uhr
Jeden 1. Mittwoch im Monat KPMG Kunstabend bis 22 Uhr

 

Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Julian Heynen.

 

 

©rheinische-art.de
Fotos: Achim Kukulies (2), © Kunstsammlung NRW, rArt (1)

 

 

                     

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