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rheinische ART 07/2013

Archiv 2013 

Luxembourg Freeport. Sicherheit für Picasso & Co.


Ein Tresor für die Kunst


Auf dem Gelände des Luxemburger Flughafens Findel sind zurzeit die Bauarbeiten für ein bemerkenswertes Projekt kultureller Infrastruktur im Gange. Errichtet wird ein Hochsicherheitslager der Superlative für Kunst und Wertgegenstände jeglicher Art. Das als Freihandelszone geplante Lager ist in dieser Kombination in der Europäischen Union einmalig und soll ab Herbst 2014 zur Verfügung stehen.

 

 

Der supermoderne vierstöckige Security-Komplex bietet auf rund 21.000 qm hochspezialisierte kunstaffine Leistungen für Sammler, Kunst- und Antiquitätenhändler, Auktionshäuser und Museen. Sicherheit ist gefragt. Nach Angaben der Assekuranzen betragen die jährlichen Schäden in der EU durch Cargo-Crime und organisierte Kriminalität bei Wert- und Luxusgütern über acht Milliarden Euro

 

D

er Luxembourg Freeport ist weltweit eine der raren Logistikanlagen, die eine fachgerechte Lagerung und Verwahrung von Kunstwerken und anderen extrem wertvollen Objekten in hochmodernen, biometrisch gesicherten Räumen und Stahlkammern bieten wird. Wesentliches Merkmal - und namensgebend - für den „Freihafen“ ist die nach EU-Regeln für Drittlandgüter geltende Aufhebung von Mehrwertsteuer und Zollgebühren für die Dauer der Nutzung des Freihafens. Zudem sind alle darin erbrachten Dienstleistungen steuerfrei.
   Doch das Einsperren ist kein Wegsperren: Unter den Augen der luxemburgischen Zollbehörde, die ein Büro im Gebäude unterhalten wird, können Kunstwerke temporär aus dem Areal entnommen und anderenorts zum Beispiel in Museen ausgestellt werden, ohne dass die Eigentümer die steuer- und zolltechnischen Vorteile einbüßen.


Luxemburgs großer Safe

 

Bauherr des Luxembourg Freeport ist die Schweizer Euroasia Investment S.A., Genf. Sie ist an den Freeports Genf, Singapur und Peking beteiligt und die Muttergesellschaft der Natural Le Coultre Luxembourg S.A., die interkontinental den Transport und die Logistik von Risikogütern und Wertgegenständen besorgt. Architekt der Anlage ist das Atelier d’Architecture 3BM3 aus Genf

Weltweit gibt es derzeit nur an wenigen ökonomischen Hotspots derartige Hochleistungsanlagen für extrem sensible, risikobehaftete Güter. So etwa in der Freihandelszone von Genf, im Singapur Freeport und in Peking (Beijing Freeport of Culture). Luxemburgs großer Safe ist mit einer Entfernung von gerade einmal 200 Kilometern quasi vor der Haustür des Rheinlandes.
   Fachleute in den rheinischen Kunstzentren, wie auch anderswo, wissen - unter dem Eindruck von Cargo Crime und organisierter Kriminalität - längst um die Bedeutung derartiger Logistikzentren. Das moderne Wirtschaftsleben wird seit Jahrzehnten von globalen Lieferketten geprägt. Waren werden weltweit gehandelt, transportiert und gelagert, täglich und rund um die Uhr, ohne Pause. Dies gilt auch für alle Arten hochwertiger, interkontinental zirkulierender Güter: Kunstwerke für Museen, Galerien, Auktionshäuser oder Sammler, Edelmetalle, Schmuck, Uhren, Diamanten, Dokumente, seltene Weine und andere Luxuswaren des gehobenen Genres. Nachgefragt werden die hochspezialisierten Lagerleistungen nicht nur von renommierten Sammlern und Kunsthändlern, sondern ebenso von Investoren, Museen, Banken, Vermögensverwaltern und Investmentfonds.


Mit Profession


Der Luxembourg Freeport ist jedoch mehr als nur ein „exklusives Lager für Luxusgüter“. Dies verdeutlicht das Serviceangebot, denn vor Ort sollen in der extrem gesicherten, temperatur- und feuchtigkeitsgeregelten Logistikanlage zahlreiche kunstaffine Dienstleistungen bereitgestellt werden. Insbesondere für den Galeristen, aber auch für den Privatsammler, sind zum Beispiel die Show-Rooms oder Vernissage-Suites, in denen Exponate für Besucher ausgestellt, gesichtet, begutachtet und ge- oder verkauft werden können, von hohem Interesse. Skulpturen, Bilder und Kunsthandwerk können darüber hinaus in Fotoateliers für Kataloge und Marketing-Kampagnen abgelichtet oder zwecks materialtechnischer Expertise in Labors untersucht werden. Als branchentypische, klassische und hochspezialisierte Dienste werden ferner offeriert: das transportgerechte Verpacken aller Waren, Bilderrahmungen, Restauration oder Evaluation von Kunstgegenständen, Erstellung historischer Analysen oder Provenienz-Recherchen – eine Rundum-Versorgung für eine höchst sensible Branche.
   Da darf es auch nicht verwundern, dass der Zugang zum Freeport für die Öffentlichkeit nicht möglich ist. Der Luxembourg Freeport, er wird nicht nur den Finanz- und Logistikstandort Luxemburg stärken, sondern auch das so nahe gelegene Rheinland als Kunststandort.
Claus P. Woitschützke


► Der in Bau befindliche Logistikhub für Kunst und Wertobjekte wurde im Rahmen der Veranstaltung „Logistikstandort Europa: Ergänzende Partnerschaften zwischen Luxemburg und Nordrhein-Westfalen“, ausgerichtet vom luxemburgischen Honorarkonsulat in Kooperation mit der IHK Düsseldorf, in der NRW-Landeshauptstadt vorgestellt.

 

! Der Freeport Luxembourg wurde am 17.09.2014 eröffnet. (mehr)

 

©Fotos (2) Freeport Luxembourg

 

 

 

 

 

 

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