rheinische ART
Start | | Über uns | Impressum | Kontakt | Datenschutz

rheinische ART 05/2012

 

Archiv 2012

Ruhrgebiet – ganz privat!

 

Trautes Heim, Glück allein

 

 

Sebastian Mölleken und Oliver Blobel: Nachbarschaft. Im Emscherbruch 27, 2008

© Oliver Blobel, Sebastian Mölleken

 

Es ist das, was alle irgendwie wollen – aber nur wenige sich trauen: Der neugierige und verschämte Blick ins Private! In das, was einen eigentlich nichts angeht. In fremde Wohnzimmer, Küchen, Bäder und Schlafzimmer. Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen wagt ihn. Die Schau „At Home – Der Blick durchs Schlüsselloch“ entführt in die Wohnwelt des Ruhrgebiets, zeigt Möbel, Kuriositäten und Sammlerstücke von Privatleuten.

 

WOHNEN im Ruhrgebiet, da denken immer noch viele Zeitgenossen an Arbeitersiedlung und an Interieur á la „Gelsenkirchener Barock“. Wie abwechslungsreich und multikulturell Künstler die Region zwischen Ruhr und Emscher sehen, zeigt die Ausstellung. Dabei ist es nicht der kulturhistorische Ansatz, der interessiert, sondern der künstlerische Blick auf, durch und hinter Schlüssellöcher. 65 Kreative haben mit über 200 Blicken in Revier-Stuben dokumentiert, wie sich´s lebt im Land von Kohle und Stahl und versucht, Antworten auf viele Fragen zu geben. Gibt es den speziellen „Ruhrgebietslook“? Entspricht er Klischees? Wodurch definiert sich Gemütlichkeit? Wie repräsentiere ich mich?

Jörg Winde: Tante Änne. Wohnung Trosin. Gelsenkirchen, 1994 © Jörg Winde

 

 

   Künstler aus allen medialen Bereichen beleuchten dieses durchaus interessante Thema: Ob Fotografie, Malerei, neue Medien oder Installation, in allen Gattungen wird der geheime Blicks gewagt, auf historische wie neuzeitliche Wohnweisen.

 

Monika Lang: Ein Haushalt, 2005 © Monika Lang

 

Künstlerduo JKM: Last visit, 2004 © Künstlerduo JKM

Betrachtet werden volle und leere Räume, Zimmer, die sich durch Menschen gestalten und solche, in denen die Gegenstände ein Eigenleben zu entwickeln scheinen.

 

Anna und Bernhard Blume etwa experimentieren in ihrem „Trauten Heim“ mit Schwarz-Weiß-Fotos. Julia Arztmann und Barbara Deblitz irritieren mit rätselhaften Objekten aus dem vermeintlichen Wohnalltag. Mischa Kuballs „New Pott“ und die Serie „Nachbarschaft“ von Sebastian Mölleken und Oliver Blobel untersuchen das Thema Heimat. Ob Wohn-, Kinder- oder Schlafzimmer, Abstell- oder Besenkammer, der private Lebens-Raum hat zur Entwicklung zahlreicher innovativer Sichtweisen geführt. Und diese Auseinandersetzung mit den verschiedenen Sichtweisen mündet ganz natürlich im Vergleich mit der eigenen Wohnsituation.

 

Die Ausstellungsmacher wollen aber mehr als einen trockenen Vergleich, mehr als den auf seine Kosten kommenden Voyeur.

 

Daher hat die Galerie die Besucher aufgerufen, die Präsentation interaktiv mitzugestalten. Unter dem Motto „Mein liebstes Stück“ können Eigentümer Leihgaben einbringen. Die eingehenden Bewerbungen werden nach Kriterien wie Erinnerungswert, Kuriosität oder Besonderheit gesichtet, ausgewählt und gezeigt. Der Besucher selbst ist dann nicht mehr Gast, sondern auch Gestalter und Teil der Präsentation. Von Mai bis August, so die Oberhausener Ludwiggalerie, verändere sich die Schau damit stetig – bleibt spannend und abwechslungsreich.

bra/ K2M

 

Die Ausstellung „At Home – Der Blick durch Schlüsselloch“ Wohnen im Ruhrgebiet - gesehen durch die Kunst ist kann bis zum 16. September besucht werden.

Ludwiggalerie
Schloss Oberhausen

Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen
Tel. 0208 – 41249 16
Öffnungszeiten:
DI – SO 11 - 18 Uhr

 


 

 

Die 
rheinische ART.
empfiehlt:

Mit GOOGLE ins Museum.


Das Google Arts & Culture Projekt zeigt Meisterwerke aus den Museen und Sammlungen dieser Welt.

► 
mehr

Und geht der Frage nach: Was ist Contemporary Art?

mehr