rheinische ART
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rheinische ART 06/2013

 

ARCHIV 2013

Galerie Reckermann

 

Harry Szeemann´s Spuren

 

Mittlerweile ranken sich Legenden um den Ausstellungsmacher Harald (Harry) Szeemann (1933 - 2005). Der Schweizer hat wie nur wenige Kuratoren mit seiner Sicht auf die Gesellschaft und die zeitgenössischen Künstler ideelle Welten bewegt. Seine Arbeit für die Kunst hat verändert.

 

Balthasar Burkhard "Torso", 1984 Arbeit auf Baritpapier, gerahmt 222 x 125 cm, Ed. 3/5

 

Marisa Merz "o.T.", Mischtechnik auf Holz 24 x 24 cm, gerahmt in Plexikasten: 36 x 36 x 8 cm, Unikat

 

Thomas Virnich "Mauer-Relief (Detail vom Gartenhaus im Ludwig Forum Aachen)", 1988-96 Keramik, Stahl 82 x 97 x 27 cm

 

Ulrich Rückriem "Impala", 2009 Granitplatte, geschnitten, gespalten, gesägt, poliert 120 x 80 x 5 cm, Unikat # 3 von 6 Platten in den gleichen Maßen und Aufteilung

 

Thomas Hirschhorn "Pevaryl aus der Serie "Antifongiques"", 2005 Mischtechnik, Collage und Marker auf Papier 80,5 x 84,5 cm, Unikat

 

 

ES SIND die großen Kuratoren, die den Künstlern, die was zu sagen haben, den Weg in die Öffentlichkeit bereiten. Szeemann gehörte zu den weitsichtigen Ausstellungsmacher seiner Zeit, wo Kunst erneuerte und sie eine bisweilen stürmische öffentliche Reflexion erfuhr. Es ist seine internationale Bedeutung als Kurator, die das Getty Research Institute in Los Angeles 2011 veranlasste, Szeemanns Archiv und Bibliothek anzukaufen.

   Nun wird an Harald Szeemann gleich zweimal erinnert. Die Fondazione Prada in Venedig hat die legendäre Szeemann-Ausstellung „When Attitudes Become Form“ in ihrem Palazzo im Original nachgestellt, indem sie die eigenen Räumlichkeiten so ausgestaltete, wie die Schau damals in Bern präsentiert wurde. Deshalb trägt das Replic den Zusatz „Bern 1969 / Venice 2013“.
   Eine weitere Hommage findet in Köln statt. Dort bewegt sich die Galerie Reckermann auf „Harry Szeemann´s Spuren“.
   „Respekt vor dem Künstler und dem, was er geschaffen hat, unabhängig von unseren eigenen Urteilen und Vorurteilen und unabhängig davon, was der Rest der Welt denkt, war eine der vornehmsten Eigenschaften, die Harry Szeemann, nicht nur von sich selbst, sondern auch von uns allen anderen erwartete. Natürlich war ihm das Bedürfnis, everbody´ s Darling zu sein, wesensfremd und seine Vorlieben für bestimmte Kunstwerke waren nicht ganz unbeeinflusst von der Persönlichkeit des Künstlers“, heißt es in dem die Ausstellung begleitenden Text.
   Unter dieser Prämisse hat die Galerie einige Kunstwerke von Künstlern zusammengetragen, die Szeemann nicht nur ihrer Kunst wegen schätzte, sondern auch in persönlicher Hinsicht. Die Ausstellung entstand unter aktiver Beteiligung seiner Witwe Ingeborg Lüscher, die selbst Künstlerin ist.
   „Wer sonst wüsste am besten, wem er seine, nicht immer offen gezeigte, Zuneigung gegönnt, oder wessen Kunst er von der Person des Schöpfers getrennt gesehen hat? Der Einfluss seiner freundschaftlichen Kritik, die Kunst nicht mit blickverengender Strenge zu sehen, hat die Galeriearbeit über die Jahre seit unserem ersten Kontakt 1967 in der Kunsthalle Bern begleitet“, formuliert Winfried Reckermann weiter. Diese Zusammenarbeit gestattete es, eine sehr persönliche Schau zu realisieren.

 

Die Künstler

 

Von Christian Boltanski werden anonyme Erinnerungsstücke, ergänzt durch Fotos, und Reliefs gezeigt. Balthasar Burkhard ist mit seiner photographisch- skulpturalen Ausdrucksform dabei wie die Schönheit und Grausamkeit zeigenden Collagen von Thomas Hirschhorn, die Vergänglichkeit implizierenden Skulpturen von Ingeborg Lüscher, „Kopf“-Malereien von Marisa Merz, Fotografien von Cristina Garcia Rodero mit dem Sujet okulter spanischer Bräuche, Richard Serras in die Fläche übertragene Skulpturen und Una Szeemans fotografisch dokumentierte „Haar-Zeichnungen“. Weiter zu sehen sind eine Skulptur Ulrich Rückriems, an der die konzeptuelle Bearbeitung des Steins ablesbar ist, eine mit primitiven Mitteln ins Bild gesetzte Fotoserie sich unbeobachtet glaubender Frauen von Miroslav Tichy und verschiedene Plastiken von Thomas Virnich, darunter die Wandplastik das Schiff, das beispielhaft die Beschäftigung des Künstlers mit Inhalt und Hülle aufzeigt. Auch Ai Weiwei ist unter anderem mit Fotografien seiner „Fairytale“ Werkgruppe vertreten. Seine Arbeiten stehen für das Interesse Szeemanns an in ihren Herkunftsländern nicht beachteten oder verbotenen, zeitgenössischen Künstlern.

bra

 

Die Ausstellung „Harry Szeemann´s Spuren“ ist bis Ende Juni 2013 zu sehen.
Galerie Reckermann
Albertusstraße 16
50667 Köln
Tel. 0221 / 2574868
Öffnungszeiten
Di - Fr  12 - 18
Sa       12 - 16

 

 

© Fotos Galerie Reckermann, Köln
 

 

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