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rheinische ART 05/2015

Archiv 2015

KARL LAGERFELD

Modekosmos

 

Mantel, Merino, Mode – wer derzeit die Bonner Bundeskunsthalle betritt, weiß sofort, womit er es zu tun hat. Karl Lagerfeld, gerne auch als „Karl der Große“ bezeichnet, ist hier ausgestellt - und sein berühmter gelber Damenmantel aus Merinowolle aus den Fünfzigern eröffnet die Sicht auf eine Hommage an eine faszinierende, ja schillernde, Persönlichkeit der Modewelt.

 

Karl Lagerfeld, Modemethode, 2015, Farbstift auf Canson-Papier. Foto © 2015 Karl Lagerfeld

 

Die Ausstellung „Karl Lagerfeld. Modemethoden“ zeigt über 126 Looks und zahlreiche Accessoires von Modehäusern legendären Rufs wie Fendi, Karl Lagerfeld, Chloé und Chanel, für die der Meister heute noch tätig ist. Die Schau ist eine Verneigung vor dem Designer und Couturier, seinem opulenten Gesamtkunstwerk in der Mode und der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, die seit nunmehr sechs Jahrzehnten maßgeblich auch von ihm geprägt wurde und wird.

 

Karl Lagerfeld Wollmantel von 1954,
2015 nachgeschneidert von Deborah Milner, Original: Erster Preis des Internationalen Wollsekretariats in der Kategorie "Mantel". Foto © Bundeskunsthalle Bonn 2015

 

CHLOÉ by Karl Lagerfeld, Frühling/ Sommer 1983, Angkor Foto © Chloé archive

 

Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeistes. Der gebürtige Hamburger kam Anfang der 50er Jahre nach Paris, blieb in der Seinestadt und arbeitet seit Beginn seiner Karriere für die namhaftesten Couturehäuser. Er hielt es mit einer Erkenntnis von Christian Dior, der es in seiner Autobiografie schon 1956 erkannte: "Die Luft von Paris ist die eigentliche, der Couture gemäße Luft..."

     Für das italienische Unternehmen Fendi begann Lagerfeld 1965 Entwürfe zu fertigen und ist dort nach wie vor für Prêt-à-porter-Kollektionen verantwortlich. Für das Pariser Modehaus Chloé zeichnete er zwei Perioden lang, von 1964 bis 1984 sowie von 1992 bis 1997.

     Das französische Luxuslabel Chanel macht im Œuvre des Modeschöpfers den wohl größten Teil seiner kreativen Zeit aus. Seit 1983 ist Lagerfeld für die künstlerische Leitung des Modehauses zuständig und wird gerne als legitimer Nachfolger von „Coco“ Chanel gehandelt. Ein Vertrag auf Lebenszeit steht für ein Vertrauensverhältnis, das seinesgleichen sucht.

 

Handwerk Was die Verarbeitung und Produktion seiner Mode betrifft, so kann der Modemacher ebenso als Perfektionist wie als Traditionalist bezeichnet werden. Er schätzt kaum etwas so sehr wie das Handwerk und stellt bei der Fertigung höchste Ansprüche an die Qualität. Jedes Detail eines Bekleidungsstückes ist in seiner Materialität und Herstellung genauestens durchdacht.

 

FENDI Taschen, Courtesy Fendi Archives Foto © Fendi Archives

 

CHANEL Haute Couture, Herbst/ Winter 2013/2014, Zeichnung Foto © Karl Lagerfeld

 

Kreativprozesse  In der Bonner Ausstellung ist jedoch nicht nur Design-Kleidung zu sehe. Ein Fokus liegt auch auf dem kreativen Schaffensprozess Lagerfelds. Beim Eintreten in die Schauräume bietet sich dem Besucher zunächst der Schreibtisch des Modeschöpfers.

     Von der ersten Entwurfsskizze bis zum Endprodukt auf dem Laufsteg soll der Ausstellungsgast an dem Ablauf der künstlerischen Entwicklung teilhaben. Präsentiert werden deshalb auch über 120 Design-Entwürfe Lagerfelds für die verschiedenen Luxuslabel.


Karrierestarter  Und der gelbe Damenmantel aus Merinowolle? Mit diesem Entwurf gewann der damals 21-jährige Lagerfeld 1954 in Paris den Wettbewerb des internationalen Wollsekretariats IWS in der Kategorie „Mantel“. In der Jury saßen Hubert de Givenchy und Pierre Balmain, der das vielversprechende Nachwuchstalent aus dem deutschen Norden daraufhin einstellte.

     Mit diesem Mantel als Ausgangspunkt und Beginn einer unglaublichen Karriere eröffnet sich dem Betrachter die Prêt-à-porter und Haute Couture-Mode Lagerfelds. Von Pelzen über Abendkleider und Kostümen wird eine Vielfalt an Modekreationen der verschiedenen Jahrzehnte präsentiert.

 

CHANEL Haute Couture mit Papierdekoration von WANDA Barcelona Foto © Chanel Collection, Bundeskunsthalle Bonn

 


Skizze von Karl Lagerfeld für FENDI
Herbst/Winter 2000/2001, Courtesy Fendi Archives, Foto © Fendi Archives

 

Inszenierung  Wie bei einer exklusiven Modenschau kommt auch in der Bonner Bundeskunsthalle das Beste zum Schluss. Lagerfeld gehört auch auf diesem Gebiet zu den Innovativsten. Wahre Hypes hat er schon ausgelöst. Zum gedacht fulminanten Höhepunkt betritt der Besucher den letzten Raum, der mit einer Deckenkonstruktion aus abertausend kleinen Papierblüten dekoriert ist. Ein Gewölbe und filigrane Säulen, mit denen der Himmel die Erde berührt, erstrecken sich über den gesamten Saal.

     Die handgefertigten Papierunikate stammen von dem jungen Papierkünstlertrio WANDA Barcelona. Ein bezauberndes Gesamtkonzept, dass den Haute Couture-Roben eine phantastische Plattform bietet und ein märchenhaftes Ambiente zaubert.

     Natürlich konnte die Auswahl der 126 Looks und der zahlreichen Accessoires nur mit Hilfe einer Insiderin gelingen. Lady Amanda Harlech, Lagerfelds langjährige Creative Consultant, hatte sich dieser Aufgabe angenommen und die Ausstellung gemeinsam mit dem Intendanten der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, kuratiert.
Cintia Herzberger

 

Die Ausstellung “Karl Lagerfeld. Modemethoden” ist bis zum 13. September zu sehen.
Bundeskunsthalle Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 4

53113 Bonn

Tel. 0228 / 9171200
Öffnungszeiten

Di - Mi 10 - 21Uhr

Do - So 10 - 19Uhr

Feiertags: 10 - 19Uhr

 

 

 


 

 

 

 

 

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