rheinische ART
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rheinische ART 07/2011

 

 

Archiv 2011: aus "Kultur-Orte"

Die (fast) versteckte Sammlung
 

Eingang zur Ausstellung "Kunst aus NRW" im Mitteltrakt der ehemaligen Klosteranlage

 

Spätbarock mit junger Kunst

 

 

„Kunst aus NRW“ nennt sich in kurzer Umschreibung eine wunderbare Sammlung, die der Interessierte vor den Toren Aachens in der Nordeifel findet. „Kunst aus NRW“: das ist eingängig, gut les- und merkbar und das Kleinod ungeheuer interessant. In reizvollem Kontrast zu Stuckarbeiten und barocken Deckengemälden werden dem Besucher Werke namhafter Landeskünstler aus sieben Jahrzehnten geboten. Vertreten sind Zeitgenössische Kunst, Informel, Expressionismus, die ZERO-Gruppe und anderer Richtungen. Eintritt frei – Spenden sind gern gesehen.

 

Alte Reichsabtei Kornelimünster. In diesem Gebäudekomplex ist "Kunst aus NRW" beheimatet

 

Bereits die Skulpturen in der Gartenanlage signalisieren dem Besucher Kunst

 

Blick in die wunderbar renovierten Innenräume für die Präsentation von Kunst

SOWOHL die offizielle Benennung der Landeseinrichtung als auch ihre Lagebezeichnung wirken sperrig und gewöhnungsbedürft: „Kunst aus Nordrhein-Westfalen - Förderkäufe seit 1945“ in der „ehemaligen Reichsabtei Aachen-Kornelimünster“. Dahinter verbirgt sich eine landeseigene und permanent zu sehende Sammlung von Kunstwerken, die seit Bestehen des Landes Nordrhein-Westfalen vom ehemaligen Kultusministerium und in dessen Nachfolge von der Kulturabteilung der Staatskanzlei NRW und jetzt vom Kulturministerium im Sinne der Förderung junger begabter Künstler erworben wurde. Es handelt sich ausschließlich um Werke von Künstler und Künstlerinnen mit Arbeits- und Lebensschwerpunkt im Land NRW. Die unter der vorherigen Landesregierung zeitweilig in Frage gestellte Existenz der Anlage als Kunstort ist mit der jetzigen Regierung vom Tisch. Kornelimünster bleibt erhalten.

 

Klosteranlage mit langer Tradition

 

Der heute schlossähnliche, barocke und denkmalgeschützte Gebäudekomplex der ehemaligen Reichsabtei geht auf eine Klostergründung der Benediktiner im frühen 9. Jahrhundert zurück. Das Kloster, Hort der Reliquien des heiligen Kornelius, gab dem Ort den Namen. Es hatte seinen Sonderstatus als „Reichsabtei“ unter den Ottonen erlangt und konnte diesen bis zur Säkularisation 1802 unter Napoleon behaupten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst unterschiedliche Nutzungen durch den Bund, nach ersten aufwendigen Renovierungen wurde ab 1976 „Kunst aus NRW“ im repräsentativen Mitteltrakt untergebracht. Die Nutzung als Ausstellungshaus erforderte besondere Ausstattungen. Bis auf das „Jagdzimmer“ sind in allen Räumen die Wände geweißt, sie bieten somit einen neutralen Hintergrund für die gebotene Kunst. Eine funktionale Beleuchtung bringt die Exponate hervorragend zur Geltung, ohne die Gemälde, Stuckarbeiten und Verzierungen an den Decken zu beeinträchtigen.

 

Kunstsammlung NRW

 

Einzelne Stilrichtungen sind in Räumen konzentriert, wie etwa die informelle Malerei mit frühen Werken der Künstler Ernst Wilhelm Nay, Gerhard Hoehme, Karl Otto Götz, Wilhelm Wessels und Peter Royan. Um 1959, als sich das deutschen Informel und die internationalen Bewegung des abstrakten Expressionismus auf einem Höhepunkt befanden, bildeten drei progressive Künstler die revolutionäre ZERO-Gruppe. Sie ist wie keine andere mit der nordrhein-westfälischen Kunstgeschichte verbunden. Im ZERO-Raum von Kornelimünster befinden sich heute Arbeiten von Günter Uecker, Otto Piene und Heinz Mack. Bis Anfang der 1970er Jahre machten auch übergesiedelte Künstler aus der ehemaligen DDR in NRW auf sich aufmerksam, heute sind sie weltberühmt. Ihre vom Land frühe aufgekauften Werke zählen zu den Spitzenexponaten in der Ständigen Ausstellung: Sigmar Polke und Gerhard Richter. Im Bereich Skulptur präsentiert „Kunst aus NRW“ Arbeiten der Bildhauer Kricke, Isenrath, Brauhauser und Prager, ferner Objektkunst u.a. Günter Weseler und Stefan Wewerka.

   Über die permanente Schausammlung hinaus veranstaltet „Kunst aus NRW“ mehrmals jährlich wechselnde Ausstellungen. Ein aktuelles Schlaglicht auf die gegenwärtige Kunstszene wirft jedes Jahr die Ausstellung der Förderpreisträger für bildende Kunst des Landes, denen damit die Möglichkeit geboten wird, ihre künstlerischen Arbeiten einem breiten Publikum vorzustellen.

Klaus M. Martinetz

  

Präsenzausstellung:
Kunst aus NRW
Abteigarten 6
52076 Aachen-Kornelimünster
Tel. 02408 - 6492


Öffnungszeiten:
DI, MI 10.00 – 13.00 Uhr
15.00 – 17.00 Uhr
SA 15.00 – 18.00 Uhr
SO 12.00 – 18.00 Uhr

Führungen: Gebührenpflichtig

 

© Text und Fotos www.rheinische-art.de

 

 

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