rheinische ART
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rheinische ART 08/2011

 

Archiv 2011: aus "Galerien"

Sommerausstellung in der Galerie Rupert Pfab

 

summertime 

 

 

Architekturelemente, Licht als Hoffnungsschimmer, Boxhandschuhe, Tanz der Atome und großformatige Abstraktion: Mit ihrer diesjährigen Sommerausstellung bestätigt die Galerie einmal mehr den Ruf des Rheinlandes und ganz besonders Düsseldorfs, Mittelpunkt (und keinesfalls Mittelmaß) in der Förderung und Präsentation junger zeitgenössischer Kunst zu sein. Eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von Frauke Dannert, Monica Ursina Jäger, Vera Lossau, Helmut Schweizer und Christine Streuli.

 

Ausstellungsansicht Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf (Christine Streuli, Frauke Dannert)


Frauke Dannert (*1979) präsentiert Collagen, die sie zum Teil bei ihrer Abschlußpräsentation am Goldsmiths College in London gezeigt hat. In ihren Arbeiten verwendet die Künstlerin Architekturelemente aus Zeitschriften, vervielfältigt diese und setzt sie zu abstrakten Gebilden zusammen. In der Wahl des Materials setzt Dannert vielfach auf bautypische Werkstoffe. Sie bezieht Holzplatten, Kupfer- und Pressspannstücke mit ein und misst der Beschaffenheit der Farben und Oberflächenstruktur eine große Bedeutung bei.

 

   Bei dem Diptychon von Monica Ursina Jäger (*1974) wird der Betrachter regelrecht in eine futuristische Landschaft hineingezogen. Die Bildtiefe der großformatigen Tuschezeichnung entsteht durch den bewussten Kontrast von Schwarz und Weiß. Licht als Hoffnungsschimmer fällt in die bedrohlich wirkende Dunkelheit. Die menschenleere Szenerie wirft politische und soziale Fragestellungen hinsichtlich unseres Umgangs mit den Orten auf, in denen wir leben.

 

Vera Lossau, coup de grâce, Bronze, Auflage 6, 2011

    Die skulpturale Installation Vera Lossaus (*1976) spannt sich über den gesamten vorderen Raum. An Drahtschnüren präsentiert sie Boxhandschuhe aus Bronze. Die Wahl der Materialien potenziert den brachialen Akt, die Hängung an der Decke lässt an einen surrealen Boxring denken. Zudem zeigt sie Totenköpfe und den Schädel eines Säbelzahntigers, die während eines Stipendiums in Südafrika entstanden sind.

 

   Die großformatigen Gemälde von Christine Streuli (*1975) sind mehrschichtig aufgebaut, wobei sich die Künstlerin der unterschiedlichsten malerischen Verfahren bedient. Sie sprüht, schüttet oder spritzt die Farbe auf die Leinwände oder bedient sich drucktechnischer Verfahren. Sie benutzt Rechen, Schablonen, Kratzer oder andere Gegenstände. Das klassische Malerwerkzeug, den Pinsel, verwendet die Künstlerin selten. Die Biennaleteilnehmerin von 2007 sucht nach neuen Ausdrucksformen in der Malerei, die sich weder eindeutig der Gegenständlichkeit noch der Abstraktion zurechnen lassen.

 

Helmut Schweizer, NEMESIS&FORTUNA
Buntstifte auf Collage aus Offsetdruck, Aluminiumfolie, Buntpapier digital beschriftet, unter Acrylglas, 2011

 

 

   Helmut Schweizer (*1946) der sich beständig mit den Errungenschaften und Folgen der Wissenschaft auseinandersetzt, bezieht sich in seinen Installationen seit den 60er Jahren auf die Atomenergie. Tanz der Atome, so der Titel der Arbeit, kann als Tanz auf dem Vulkan verstanden werden. Die Bedrohung, die von der uns umgebenden Radioaktivität ausgeht, wird deutlich sichtbar. Auf fragilen Laborflaschen, die mit giftgelbem Uranin gefüllt wurden, sind Texte gedruckt, die verdeutlichen, wo Radioaktivität in unserem Alltag eingesetzt wird.
ruwoi

 

Die Ausstellung summertime ist noch bis zum 03. September 2011 zu sehen.
Galerie Rupert Pfab
Poststr. 3
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 / 131666

Öffnungszeiten:
DI - FR 12 – 18 Uhr
SA 11 - 14 Uhr

 

 


©Fotos (3) Galerie Pfab

 

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