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rheinische ART 02/2015

Archiv 2015

BÖHM CHAPEL

Wandbilder

 

50 Jahre lang hieß der elegante weiße Kuppelbau Sankt Ursula. Eine Pfarrkirche und frühe Arbeit vom Reißbrett des berühmten Kirchenbaumeisters Gottfried Böhm (*1920). Die 1956 eingeweihte Kirche in Hürth-Kalscheuren bei Köln wurde 2006 profaniert. Sie wird seither unter dem Namen „Böhm Chapel“ als Galerie für moderne Kunst genutzt.

 

Gelungene Umnutzung: Der elegante, lichtdurchflutete Zentralraum verfügt über sechs Konchen, davon können fünf mit Kunst bespielt werden. Das Kuppeldach mit seiner Zedernholzdecke wird von schlanken, außen stehenden Pfeilern getragen. Foto © rART

 

Derzeit präsentiert der deutsche Bildhauer Ulrich Rückriem (*1938) in der umgenutzten Kapelle. Aus seinem jüngeren Œuvre treffen hier Skulptur und Zeichnung - konkret als Wandmalerei -aufeinander.

 

Ein exclusiver Ausstellungsraum mit Terrazzofußboden. Die raumhohen weißen Fenster mit ihrer Netzstruktur symbolisieren das Bild vom Menschenfischen. Foto © Jablonka Galerie

 

Skulptur Bereits nach Betreten des lichten Rundgebäudes fällt der Blick auf eine 1,50 Meter hohe Granitskulptur unmittelbar hinter dem Eingang, die in der Blickachse zur Hauptkonche platziert ist. Auf ihrer polierten Oberseite ist eine sogenannte „Zeichnung“, eine Figuration aus Blattgold, aufgebracht und bildet einen Kontrapunkt zu dem harten, dichten Granitstein.


Zeichnung Diese „freie Figuration“ (mehr) spiegelt sich sowohl farblich als auch „figürlich“ in den fünf Konchen der Kapelle wider, also in jenen bogenförmigen Nischen, die ursprünglich die Sakramente symbolisierten.

     Die von Rückriem dort angebrachten Wandbilder sind von Konche zu Konche variierende Kompositionen, deren gemeinsame Basis eine vom Künstler angewandte Systematik ist. Die entstandenen Dreiecke und anderen geometrischen Formen füllte der Bildhauer und Zeichner monochrom mit Grundfarben, Blattgold und Graphit aus. Rückriems Zeichnungen werden gerne als „gemalte Skulpturen“ bezeichnet. Diese hier wirken leicht und schwingend, fast wie in den Konchen schwebend.

 

Die ehemalige Pfarrkirche St. Ursula in Hürth-Kalscheuren: Denkmalpfleger und Architekturhistoriker bezeichnen das Kirchengebäude als eines der schönsten in Deutschland.  Foto © Jablonka Galerie

 

 Die Rundkirche St.Ursula wurde vom Kölner Erzbistum im Jahre 2006 aufgegeben, von einem Bauunternehmen erworben, restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand rückgebaut. Dem Bauwerk wird architekturgeschichtlich eine besondere Bedeutung für das gesamte Rheinland zugemessen. Den denkmalgeschützten Kuppelbau erwarben 2010 die Kölner Galeristen Teresa und Rafael Jablonka, seit November des selben Jahres bespielt die Galerie den ehemaligen Kirchenbau mit profanen Ausstellungen unter der Bezeichnung „Böhm Chapel“, einer Namensgebung, mit der der Baumeister einverstanden war.

 

► Bei der Eröffnung war der damals 90 Jahre alte Architekt Gottfried Böhm anwesend. Der Pritzker-Preisträger Böhm gilt als einer der führenden Architekten für Sakralbauten. Bis zum Ende der Fünfzigerjahre hatte er im Zuge des Wiederaufbaus 39 Kirchen gebaut. Böhms erster eigenständiger Sakralbau entstand in der frühen Nachkriegszeit 1947–1950 in den Ruinen der völlig zerstörten Kölner Kirche St. Kolumba. Die von ihm entworfene achteckige, zeltartige, eingeschossige Marienkapelle wird von den Kölnern auch „Madonna in den Trümmern“ genannt.

cpw 

 

Die Ausstellung „Ulrich Rückriem“ in der Böhm Chapel wird bis zum 29. März 2015 gezeigt.

Böhm Chapel
Jablonka Galerie

Hans-Böckler-Strasse 170
50354 Hürth Kalscheuren
Tel. 0221 / 240 3426
Öffnungszeiten
SA, SO 11-14 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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