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rheinische ART 03/2014

Archiv 2014

PIETRO ROCCASALVA
Sein Sujet ist die Zitruspresse

 

Mit der Ausstellung F.E.S.T.A. präsentiert der Kölnische Kunstverein die erste institutionelle Einzelausstellung des italienischen Künstlers Pietro Roccasalva in Deutschland. Es gilt, das vielschichtige Werk eines rätselhaften Künstlers zu entdecken.

 

Den Schwerpunkt setzt die Zitruspresse: Sei es als Kuppel einer Kirche oder auf dem Servierteller eines Kellners. Immer wieder taucht sie auf im Werk von Pietro Roccasalva, und sie verknüpft seit über einem Jahrzehnt die Arbeiten des Künstlers miteinander.
     Oder andersherum: Pietro Roccasalva verweist mit jeder Arbeit, die er fertigt, auf ihren unmittelbaren Vorgänger und auf ihren Nachfolger und reflektiert sie so ins Unendliche. Wie mit dem Zyklus „Il Traviatore“: Die Pastelle aus den Jahren 2012 und 2013 zeigen verschiedene Kellner, die die Zitruspresse auf einem Teller servieren. Wer genau hinschaut entdeckt, dass sich das Modell der Kirche San Francesco in Como in der Servierhaube widerspiegelt, wobei die Arkadenbögen der Kirche an den Aufsatz der Zitruspresse erinnern. In dem entwidmeten Gotteshaus San Francesco hatte der Künstler früher gearbeitet. „Ich hatte die Vision einer Kirche”, sagte er einmal in einem Interview, „aus der Luft gesehen und mit einer gewaltigen Kuppel, die durch eine Zitruspresse ersetzt wird“. Roccasalva stellte sich vor, wie die Kuppel Saft aus seiner riesigen Frucht presst, der in das Kircheninnere läuft.
      In „Giocondità“ (2002) hat der Künstler diese Idee verarbeitet. Er hat ein Modell der Kirche San Francesco geschaffen, das er mit einer Kamera umrundet, während ein dumpfer Ton erklingt, der schließlich in Zirkusmusik übergeht. Natürlich ist es kein typisches Architekturmodell: Roccasalva hat die Kuppel durch eine Zitruspresse ersetzt.


In erster Disziplin Maler Ihren Ursprung haben die Werke Roccasalvas in seinem Gedankenkosmos, und er verknüpft seine persönlichen Erfahrungen mit Referenzen an die Kunstgeschichte. So ist nicht nur eine einzige Lesart der Ausstellung möglich, vielmehr verbindet sich ein Geheimnis mit seinen Werken, das sich schwer auflösen und bestimmen lässt. Auch in anderen Arbeiten verfremdet er Motive aus der Kunst, Film- und Literaturgeschichte bis hin zu Schlagzeilen aus der Zeitung und schafft so einen Zusammenhang zwischen seinen unterschiedlichen Werkbereichen. Pietro Roccasalva begreift sich selbst als Maler, während sein Gesamtwerk ebenso Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten umfasst.


Vita Über sein Leben verrät Pietro Roccasalva wenig. Er wurde 1970 in Modica geboren und lebt und arbeitet in Mailand. 2009 hat er an der 53. Biennale von Venedig teilgenommen und ein Jahr zuvor an der Manifesta 7, der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst, die 2008 in Südtirol und im Trentino stattfand. Zuletzt widmete ihm Le Magasin (Centre National d'Art Contemporain) in Grenoble die erste umfassende Einzelausstellung in Frankreich. Die Kölner Schau zeigt 14 sowohl ältere als auch neuere Arbeiten Roccasalvas und damit einen Querschnitt durch die unterschiedlichen Werkbereiche des Künstlers.
     Herausragende Künstlerpositionen zeitgenössischer Kunst zu zeigen hat sich der Kölner Kunstverein auf die Fahnen geschrieben. Mit der Ausstellung von Pietro Roccasalva hat er dieses Versprechen eingelöst.
Marion Lisken-Pruss

 

Die Ausstellung „F.E.S.T.A. Pietro Roccasalva“ ist bis zum 23. März 2014 zu sehen.
Kölnischer Kunstverein
Die Brücke
Hahnenstraße 6
50667 Köln
Tel. 0221 / 217021
Öffnungszeiten
DI – SO 11-18 Uhr

 

 

 

 

 

 

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