rheinische ART
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rheinische ART 01/2014

Archiv 2014

AUSZEICHNUNG
Beatrix Sassen

 

Mit dem Kunstpreis der Künstler zeichnet die Düsseldorfer Künstlerschaft 2014 Beatrix Sassen aus. Nach Walter Vogel 2012 und Peter Royen 2013 ist es nun also eine Frau, eine Bildhauerin, die auf diesen glänzenden Schild der öffentlichen Ehrung gehoben wird.

 

Beatrix Sassen: Überich, Foto: Dejan Saric´© Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V.
 

Und wer ist Beatrix Sassen? Sie selbst wirkt anlässlich der Bekanntgabe ihres neuen Titels eher zurückhaltend und die Freude über diesen Preis ist ihr eigentlich erst auf dem zweiten Blick anzumerken. Doch das ist wohl eher ein Charakterzug ihrer selbst und – erstaunlicherweise – auch ihrer Kunst. Wer bei ihr nur oberflächlich hinschaut, das zeigt sich schnell, wird weder ihre Person noch ihre Kunst wirklich erfassen.
     Es ist nicht leicht, über die eigene Person zu berichten, wenn man sich nicht immer selbst im Zentrum der Aufmerksamkeit sieht. Eitelkeiten sind ihr eher fremd. Sassen, 1945 in Westfalen geboren und dreifache Mutter, zählt zu den Beobachterinnen des Lebens. Doch den charmanten Plauderton als Brücke zum Gegenüber beherrscht sie genauso wie es eine zupackende Art ihrerseits gibt, wenn sie mit der elektrischen Säge erste Hand an einen ausgewählten Holzklotz legt, um ihre Gedanken und Vorstellungen zu formen.

 

Beatrix Sassen. Mit Flügel bezeichnet die Künstlerin poetisch die Füße (aus Gips) © Beatrix Sassen

 

Büsten Sie schafft außergewöhnliche Portraits, Köpfe, und das Ganze eines Menschen versteht sie im Fragmentarischen wie zum Beispiel Füßen darzustellen. Eine Zurücknahme der Form, ein sparsamer Einsatz von Farbe sind ihr eigen. Doch allzu geschliffen darf es nicht sein. Nicht das Gefällige und ausschließlich Schöne ist ihr Ziel. Zu Glattes, zu Proportioniertes, gefällt ihr nicht. Fasziniert, erzählt sie, sei sie von alten Kulturen: „Das Archaische ist nicht immer modern, mein Interesse ist aber nicht die Erfindung von etwas Neuem.“ Und weiter: "Was ist modern? Ich bin von aktueller und früher Kunst gleichermaßen berührt, wenn sie 'atmet'. Das ist es, was mich interessiert und das ist immer auch modern, finde ich. Bei den sogenannten Erfindungen entdeckt man die Modernität auf einen Blick ... manchmal ist das aber auch schon wieder unmodern und der Tunnelblick ist es, der mich skeptisch macht ... " Ihre Vitrinen, angereichert mit ihren Werken, sind für sie lebendige Collagen.

 

Im Atelier von Beatrix Sassen, 2011. © Beatrix Sassen

 

Beatrix Sassen, Händchen, 1997, Bleistift, Asphaltlack, h 29,5 cm © Beatrix Sassen

 

Beatrix Sassen, Paare, 1991, Holz © Beatrix Sassen

Haltung Sassen ist eine Künstlerin, die auslotet, die einen gestalterischen Prozess beginnt, ohne sein definitives Ende bereits zu kennen. Gerne spricht sie über Grenzen. Während ihres Arbeitsprozesses ist es ihr wichtig, an Grenzen zu gehen um zu spüren, wo die Grenzen sind. Dabei folgt sie einem inneren Bild und dieses ist in seinem Ausdruck eher wesentlich, eine Haltung ausdrückend, als visuell an eine klassische Formensprache, Mimik und Gestik gebunden. Die Künstlerin: sie hat die Lebendigkeit im Blick und mit „ausdrucksstark“ kann man ihre Skulpturen, meist gegenständliche Figuren, wohl beschreiben. Besonders die Köpfe, schweigsam blickend, transkribieren Emotionen.

 

Vita Beatrix Sassen studierte von 1962 bis 1965 im ersten Schülerkreis Joseph Beuys´ (mehr) an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Von der Kunstszene nicht vorbehaltlos überzeugt unterbrach sie ihr Studium, wurde Mutter, um dann, zehn Jahre später, ihr Studium von 1975 bis 1978 in der Klasse des Bildhauers Erwin Heerich (mehr) fortzusetzen. Zwei der ganz großen Professoren der Akademie waren ihre Lehrmeister und es waren zwei, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Beide, erzählt sie, haben ihre eigenen Bildvorstellungen hintenan gestellt und sie darin unterstützt, ihre persönliche Bildsprache zu finden. Sich selbst versteht Sassen primär als Bildhauerin: „Ich male, ja, und dann ist es die Farbe, der Klang, der das Transportmittel ist ... Doch was ist Malerei? Farbe finde ich schön, aber ich denke, ein Maler hat noch eine ganz eigene Sicherheit.“ Ihre Sicherheit ist die Räumlichkeit ihrer Skulpturen, die mit dem Fortschritt des Gestaltungsprozesses wächst. Dennoch legt sie sich in ihrem Schaffen nicht ausschließlich auf diese Gattung fest, sondern ist in ihrem Ausdruck vielfältig und fertigt ebenso Collagen, Farb-, Bühnen- und Materialbilder an.

     In der Begründung für die Verleihung des Kunstpreises der Künstler an Beatrix Sassen bemerkt der Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V. Düsseldorf: „Die Künstlerschaft Düsseldorfs ehrt Beatrix Sassen  mit diesem Preis für ihre besondere künstlerische Position. Jenseits aller Tendenzen in der Kunstszene hat sie ihre Bildsprache immer weiter formuliert und in der Verknüpfung von Form und Inhalt wunderbare Werke erschaffen.“

Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Preisverleihung findet anlässlich der Eröffnung der Kunstausstellung Die Grosse am 15. Februar 2014 statt.
 www.diegrosse.de

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

(Foto: Ausschnitte

Öl auf Leinwand, 2017)

 

17.11.2017 - 13.01.2018

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