rheinische ART
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rheinische ART 11/2011

 

 

Archiv 2011: aus "Galerien"

Der Wandel des Konrad Klapheck

 

 

Von Menschen und Maschinen

 

 

 

Konrad Klapheck: Der Erfolg und sein Preis,

1993

 

Der Maler und Grafiker Konrad Klapheck (* 1935) gilt als Klassiker der Nachkriegs-Avantgarde. Bekannt wurde er durch seine Objektmalerei von Bügeleisen und Schreibmaschinen, denen er eigenwillige Titel gab wie „Die Fanatikerin“ oder „Die Keuschheit“. Klapheck, der sich mit dem Surrealismus und den damit einhergehenden Rätseln beschäftigte, gebrauchte menschliche Eigenschaften, um Gegenstände zu bezeichnen.

 

 

ES WAR Mitte der 1950er Jahre, als der Künstler seine Epoche der gegenständlichen Malerei einläutete. Seine Objekte waren technischer Natur wie Heizkörper, Toaster, Uhrwerke oder Bohrmaschinen, die er ebenso präzise wie scharf konturiert scheinbar realistisch ins Bild setzte. Bis ziemlich genau 1997 dauerte das „Maschinen-Zeitalter“ des Konrad Klapheck. Nach mehr als 40 Jahren Beschäftigung mit Gegenständen wendet er sich erneut der menschlichen Figur und damit humanistischen Positionen als vorrangigem Bildthema zu. Klapheck ist damit zurückgekehrt zu seinen Anfängen, als er sich im Paris der 1950er Jahre mit grundsätzlichen Fragen der Malerei und der Aktdarstellung beschäftigte.

 

Konrad Klapheck: Das Atelier, 2003

 

Konrad Klapheck: Das Weihnachtszimmer, 1999

 

   Bezeichnend für seinen neuen Stil ist das Bild „Das Atelier“ von 2003, welches den Maler und sein Model im Künstleratelier zeigt. Aber auch die Gemälde mit Personen in bürgerlichen Interieurs wie Bade- oder Esszimmern oder Jazzmusikern aus der Serie „Swing, Brother, Swing“, die seine Liebe zur Musik wiedergeben, zeigen den neuen Raum, den Klapheck der Emotionalität gibt.
   Wer Klaphecks Arbeiten sehen möchte, muss sich allerdings an die Spree begeben, denn gezeigt werden die Bilder in der Berliner Galerie Michael Haas. Bereits 2004 hatte sich der Künstler mit diesem Thema in der Öffentlichkeit präsentiert. Im Rheinischen Landesmuseum in Bonn wurden seine Arbeiten noch unter dem Titel „Konrad Klapheck. Maschinen und Menschen“ gezeigt. Heute geht der Maler aber einen Schritt weiter und stellt im Berliner Ausstellungstitel den Menschen vor die Maschine.

 

Am Anfang steht die Zeichnung

 

In der Hauptstadt werden seine großformatigen Gemälde und Zeichnungen aus den Jahren 1992 bis 2008 ausgestellt. Die Schau gibt einen guten Einblick in die Entwicklung des Klapheckschen Œuvres. Die Umsetzung der geistigen Idee beginnt jeweils mit exakten Zeichnungen, die er bereits im Maßstab 1:1 mit Kohle und Graphit anfertigt.
    Im Gegensatz zu seinen älteren Arbeiten aus dem „Maschinen-Zeitalter“ geht es in seinen neuen Werken offenkundiger um „Liebe, Lebensfreude, Menschlichkeit, die Musik und den Tanz, d.h. um ein ideales Bild eines humanen Miteinanders“, wie Prof. Dr. Siegfried Gohr im Katalogtext zur Ausstellung schreibt.
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Klapheck studierte von 1954 bis 1958 bei Bruno Goller an der Düsseldorfer Kunstakademie und begann Mitte der 1950er Jahre mit der Objektmalerei. Von Anbeginn seines Studiums spielten Paris und der Kreis der Surrealisten um André Breton eine prägende Rolle für seine Kunst. 1965 hatte er seine erste Einzelausstellung in Paris und von 1997 bis 2002 lehrte er selbst an der Kunstakademie Düsseldorf.


Die Ausstellung „Konrad Klapheck, Menschen und Maschinen“, ist bis zum 23. November 2011 zu sehen.
Galerie Michael Haas
Niebuhrstraße 5
10629 Berlin, Deutschland
Tel. 030 / 88 92 91 0
www.galeriemichaelhaas.de

Die Galerie Michael Haas widmet sich der Kunst der Klassischen Moderne, der deutschen und internationalen Kunst nach 1945 und der Kunst der Gegenwart.


 

©Fotos Galerie Michael Haas, Olaf Bergmann, Bochum

 

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