rheinische ART
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rheinische ART 02/2014

Archiv 2014

„PROPHET IN BERLIN“
Friedrich Schröder Sonnenstern

 

Das Phänomen Schröder Sonnenstern ist in vielerlei Hinsicht eines der facettenreichsten und spektakulärsten der deutschen Nachkriegszeit. Eine konzentrierte Präsentation seines frühen Werkes, das der Art Brut zugerechnet wird, ist im Michael Werner Kunsthandel zu sehen.

 

 

DAS BILD WURDE AUS

©GRÜNDEN ENTFERNT.

 

 

Friedrich Schröder Sonnenstern, Der letzte Walzer, 1950-52, © VG Bild Kunst, Bonn

 

DAS BILD WURDE AUS

©GRÜNDEN ENTFERNT.

 

 

Friedrich Schröder Sonnenstern, Dr. Kujjel, 1950-52, © VG Bild Kunst, Bonn

 

Nicht nur mit seiner Biografie, sondern auch mit seiner phantasievollen und einzigartigen Formensprache, seiner Symbolik, seiner doppeldeutigen Dichtung und seiner eigenen Bildwelt vermag es Schröder Sonnenstern (1892-1982), in seinen Bann zu ziehen. Sein Werk wurde bereits durch zahlreiche internationale Ausstellungen gewürdigt, zuletzt auf der Biennale in Venedig 2013.

 

Schröder Sonnenstern kam 1892 in Ostpreußen als zweites von dreizehn Kindern zur Welt. Seine Eigenwilligkeit und Unangepasstheit machten ihn bereits in jungen Jahren mit damaligen Zwangserziehungsanstalten, Gefängnissen und psychatrischen Hospitalen bekannt. Nach einer kurzzeitigen Ausbildung als Gärtner und Meiereigehilfe entschied sich Sonnenstern, der eigentlich Friedrich Schröder hieß, für ein Vagabundenleben.

 

Identität 1919 taucht er unter dem falschen Namen Professor Dr. Elliot Gustav Gnass in Berlin wieder auf und wird Gründer und Führer einer pseudoreligiösen Sekte, der zeitweise tausende von Anhängern folgen. Seine Einkünfte gingen stets an die Bedürftigen, zum Beispiel verteilte er Brötchen an hungernde Kinder, was ihm den Beinamen „Schrippenfürst von Schöneberg“ einbrachte. Er beschäftigte sich mit dem Okkultismus und dem Wahrsagen. Die nationalsozialistische Zeit überlebte er in einer Anstalt und einem Straflager. Erst spät, 1949 und im Alter von 57 Jahren, begann Schröder Sonnenstern konstant künstlerisch zu arbeiten. Sein Handwerkzeug: Buntstifte.

 

Surreal Ein Repertoire aus fantastischen, hybriden, symbolischen, erotischen und metaphysischen Gestalten entspringt aus der Hand des Künstlers. Seine Zeichnungen sind Denkwürdigkeiten und seine Eigenwilligkeit und zuweilen Merkwürdigkeit lassen an andere Vertreter der Art Brut denken wie Blalla W. Hallmann (mehr) oder Adalbert Trillhase (mehr). Ende der 1950er Jahre hatte Schröder Sonnenstern in der Kunstszene bereits internationale Bekanntheit erlangt. Gepriesen von Künstlern wie Hans Bellmer, Jean Dubuffet, André Breton, Friedensreich Hundertwasser (mehr) und Marcel Duchamps wurden seine Bilder 1959 im Rahmen der L’Exposition internationale du Surrealissme in der Galerie Daniel Cordier in Paris ausgestellt. In den Vereinigten Staaten würdigte Edouard Roditi ihn im Arts Magazin als „Propheten in Berlin“. Nur ein Jahr später zeigte ihn die d’Arcy Galleries in New York City.

 

1961 endlich richtete die Galerie Brockstedt in Hamburg seine erste Ausstellung in Deutschland aus und verhalf ihm damit auch in seinem Heimatland zu großem Erfolg. Der Exzentriker erhielt viele Aufträge und beschäftigte Gehilfen. Bewunderung brachten ihm auch Georg Baselitz und Eugen Schönebeck entgegen und versuchten, ihn für das heute legendäre 1. Pandämonisches Manifest zu gewinnen. Doch der notorische Einzelgänger lehnte ab. Sein persönlicher Niedergang, den ihm sein Schicksal im hohen Alter nicht ersparte, passt in seinen lebensbunten Kosmos, der keinesfalls immer ein froher war.
ruwoi

 

Die Ausstellung „Friedrich Schröder Sonnenstern – Zeichnungen“ ist bis zum 22. März 2014 zu sehen.
Michael Werner Kunsthandel
Gertrudenstrasse 24-28
50667 KOLN
TEL. 0221 - 925 4620
Öffnungszeiten
DI – FR 10 – 18 Uhr
SA 11 – 16 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

  

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