rheinische ART
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rheinische ART 09/2013

 

ARCHIV 2013

Eberhard Havekost im MKM Küppersmühle

 

Titel

 

Große monochrome Flächen könnten sein Merkmal sein, oder die fotorealistische Darstellung, oder aber die Unschärfe. Der Maler Eberhard Havekost zieht in seiner Ausstellung „Titel“ der Reihe AKADEMOS in der Duisburger Küppersmühle nicht nur Bilanz, sondern sämtliche Register seines Könnens.

 

Eberhard Havekost, Fast Food 1, B13
2013, Öl auf Leinwand, 80 x 45 cm
Courtesy Eberhard Havekost und Galerie

Gebr. Lehmann Dresden/Berlin
 

Eberhard Havekost, Schöner Wohnen, B12, 2012, 150 x 160 cm, Courtesy Eberhard Havekost, Anton Kern Gallery und Galerie Gebr. Lehmann

 

Eberhard Havekost, Kontrast, B13
2013, Öl auf Leinwand, 210 x 140 cm
Courtesy Eberhard Havekost und Galerie Gebr. Lehmann Dresden/Berlin 

Eberhard HavekostFlatscreen, B12
2012, Öl auf Leinwand, 270 x 180 cm
Courtesy Eberhard Havekost, White Cube, London und Galerie Gebr. Lehmann Dresden/Berlin

 

HAVEKOST ist Professor der Kunstakademie Düsseldorf und gilt nach Aussage des ausstellenden Hauses „als eines der großen Talente der zeitgenössischen Malerei“. Havekost wird als Vertreter einer neuen deutschen Malerei gesehen, die das Medienzeitalter nicht ausblendet. Rund 100 Werke, ausschließlich jüngeren Datums ab 2008, sind von ihm in dieser Werkschau ausgestellt.

 

Alltag und Realität

 

So unterschiedlich die Gemälde auch sind - Grafisches fehlt so wenig wie das Abstrakte und das Gegenständliche -, ist ihnen doch eins gemein: Sie besitzen interessante bis zuweilen humorige Titel, die zusammen mit der manchesmal scheinbaren Leichtigkeit der Malerei eine Wesenhaftigkeit zum Ausdruck bringt, die man vielleicht mit ernster Fröhlichkeit beschreiben kann.
   Sein Sujet ist der Alltag. Die allseits bekannte Quitsch-Badeente aus Plastik, in ihrer Kontur verwischt, wird mit „Fast Food“ tituliert, Erotisches mit „Lifesize“, ein dem Impressionismus nachempfundenes Parkbild mit „Kontrast“. Doch auch bittere Ironie ist nicht weit, wenn das Ahnungsvolle umschlägt ins Deutungsvolle. Eine Drohne, kriegerisches Fluggerät, schiebt sich über den Rand in ein Luftbild hinein. Titel: „Security Investment“.

 

Bekanntes neu sehen

 

Der Künstler nimmt sich die Freiheit, Farbe in ihrer Reinheit zu platzieren, verlaufende Farbströmungen ins Bild zu setzen, Gegenständliches vermuten zu lassen. „Ist da was?“ oder „War da was?“ sind Fragen, die sich dem Betrachter aufdrängen. Dem gegenüber stehen malerisch präzise Gemälde, die fraglos ihr Motiv zeigen.
   Havekost gibt seinen Objekten Raum und die Unangestrengtheit lässt den Zufall mit komponieren. „Ausgehend von fotografischen Vorlagen, wendet sich Eberhard Havekost in seinen Gemälden von der Wiedergabe der sichtbaren Wirklichkeit ab und konstruiert seine Bilder unabhängig von Tradition und Natur neu“, so das MKM. „Alles – Menschen, Objekte, Landschaften, Architektur, Werbeplakate, Filmsequenzen – kann bei ihm zum Motiv werden. Sein fotografisches Ausgangsmaterial manipuliert er mittels digitaler Bildbearbeitung. Er wählt Ausschnitte, verzerrt die Motive, vergrößert oder verkleinert sie, greift in Farbgebung und Kontrast ein.“

 

Digitales analog reproduziert


Die digitalen Möglichkeiten der heutigen Welt finden bei Havekost so Eingang in die ganz klassische Malweise. Seine Computerausdrucke sind ihm eine Art modernes Skizzenbuch für die Gemälde, „die ganz 'konventionell' vom Auge in die Hand und mit Hilfe von Pinsel und Ölfarbe auf die Leinwand übertragen werden.“ Sie offenbaren malerisches Können und eine große Vielseitigkeit.

 

 Eberhard Havekost, geboren 1967 in Dresden, studierte in den 1990er Jahren an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, ab 1997 dort als Meisterschüler von Ralf Kerbach. Seitdem wurden seine Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und sind mittlerweile in mehreren internationalen Sammlungen wie z.B. der des Museum of Modern Art, New York oder der Tate Modern, London vertreten. 2010 wurde er an die Kunstakademie Düsseldorf berufen – eine Laufbahn, die der von Otto Dix, Gotthard Graubner und Gerhard Richter gleicht. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

ruwoi

 

Die Ausstellung "Titel" mit Werken von Eberhard Havekost ist bis zum 20. Oktober 2013 zu sehen. 

 

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Innenhafen Duisburg
Philosophenweg 55
47051 Duisburg
Tel. 0203 / 30 19 48 -11

ÖFFNUNGSZEITEN

MI 14-18 Uhr
DO - SO 11-18 Uhr
feiertags 11-18 Uhr

MO + DI geschlossen 

 

 Vom 3. - 12. September 2013 präsentierte das Kunsthaus Lempertz in seinen Kölner Räumen am Neumarkt 133 druckgrafische Arbeiten von Eberhard Havekost, die im Zeitraum von 1999 bis 2007 entstanden sind. Darunter finden sich zahlreiche Serien: Die frühe, 1999 entstandene 5-teilige Serie „Sympathie“, die 9-teilige Serie „Carpark“ von 2001, die 7-teilige Serie „Mercedes“ oder die 6-teilige Serie „Destiny“ (2005). Mehr Informationen www.lempertz.com

 

 

Fotos (4) Werner Lieberknecht, Dresden, ©Eberhard Havekost

 

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