rheinische ART
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rheinische ART 01/2013

 

ARCHIV 2013

Plastische Arbeiten von Michael Kortländer

 

Ganz aus Pappe

 

Die Künstlerloge in Ratingen bei Nacht

 

Industriell hergestellte Wellpappe ist sein Material. Der Bildhauer Michael Kortländer, der als Maler begann, entdeckte es vor Jahren für sich, als er zuerst Packpapier und dann Kartonage als Malgrund nutzte. Heute schafft er konsequent aus diesem Alltagswerkstoff Skulpturen.

 

FÜR SEINE raumfüllenden Installationen ist er bekannt. Diese haben schon in manchem Museum beeindruckt und seine an die Wand gelehnten Steelen aus Pappe sind fast ein optisches Synonym für die Präsenz des Künstlers. Dass Kortländer aber auch in eher übersichtlichen Formaten dem Werkstoff Imagination in der Natürlichkeit zu verleihen vermag, ist weniger geläufig. Zu entdecken sind seine kleineren Skulpturen nun in der Künstlerloge in Ratingen. Die gezeigten Formate mögen vielleicht auch dem Ausstellungsort - einem ehemaligen Pförtnerhaus – mit seinen absehbaren Maßen geschuldet sein.

 

Ein Schaufenster für die Kunst

 

Es ist eine attraktive Loge, die sich heute quasi unter dem Dach eines nachbarschaftlich angebundenen Hotels lang und schmal präsentiert. Zum Ort für die Schaustellung von Kunst prädestiniert den Denkmal geschützten Raum, dass seine gesamte Längsseite verglast ist, wie auch sein ganz eigener Charme.

 

 

Blick in die Künstlerloge, dem "Schaufenster für Kunst", auf die Arbeiten von Michael Kortländer

 

 

Bildobjekte

 

 

Michael Kortländer neben seiner Arbeit "Threestep" anlässlich der Vernissage

 

Michael Kortländer, ehemaliger Meisterschüler an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Gerhard Hoehme, zielte von Anfang an auf die Überwindung der Begrenzung des Tafelbildes. Hoehmes ungewöhnliche Bildformate und Materialbeimengungen wie Plastik und Schnüre waren ihm Anregung, einen illusionistischen Bildraum überwinden zu wollen.

   Vielleicht kann man heute sagen, dass Kortländer dieser Vorstellung bereits recht nahe kommt. Seine Wandarbeiten dürfen als Bilder betrachtet werden, deren Dreidimensionalität aber jedem Rahmen spottet. Ihre Tiefe – oder Dicke, je nachdem - erhalten die Objekte durch sorgfältiges Verkleben einzelner Kartone. Für die Formgebung nutzt der Künstler gerne ein ungewöhnliches Werkzeug: die Bandsäge.
   Der Maler im Bildhauer gibt seinen plastischen Werken eine gedeckte Farbe. In vielen Schichten aufgetragen bringt verdünnte Acrylfarbe oder auch Leinöl eine ganz eigene, minimal changierende, belebte Oberfläche, die die Natürlichkeit des Materials unterstreicht. „Keinesfalls“, so Kortländer, „soll die Farbe die Form dominieren.“ Seine Gestaltungsprinzipien berücksichtigen im Besonderen den Charakter des Werkstoffs, der erhalten bleiben soll.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung „Michael Kortländer – nach Sachlage entschieden: Plastische Arbeiten“ ist bis zum 3. März 2013 zu sehen.
Künstlerloge
Calor-Emag-Straße 7
40878 Ratingen
Öffnungszeiten
nach Belieben vor Ort und nach Vereinbarung
Tel. 02131 / 466754


 

 

© Fotos (3) rArt

 

 

 

 

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