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rheinische ART 10/2013

ARCHIV 2013 

Utopie war gestern

 

Larry's List

 

Eine neue Datenbank stellt Kunsthändlern Daten über Kunstsammler zur Verfügung. Das ambitionierte, global aufgestellte, Projekt birgt Potential und könnte dem Kunstmarkt ungeahnte Impulse geben. Sollte es funktionieren, heißt es für manche: Warm anziehen!

 

Ü

ber die Kunst selbst weiß man bereits sehr viel – aber über jene, die sie besitzen, weiß man in der Regel wenig. Private Sammlerdaten gehören zum sensibelsten Material der Szene; wer sie besitzt hütet sie wie einen Schatz. Schwierig ist es da vor allem für die Newcomer unter Galeristen, zu wissen, wer an dem eigenen Angebot Interesse haben könnte. Häufig braucht es Jahre der mühevollen Etablierung, bis entsprechend geschäftsfähige Kontakte hergestellt sind. Eine wohl in Berlin entwickelte und in Hong Kong ansässige Datenbank möchte dies nun beschleunigen und vereinfachen. Larry's List heißt das Unternehmen, das bereits für internationale Medien-Resonanz gesorgt hat.
   Die Plattform umfasst Profile von über 3000 Kunstsammlern aus über 60 Ländern. Die Daten werden aus öffentlichen Medien wie Magazinen, Zeitungen, Archiven und Datenbanken gesammelt, ausgewertet und so strukturiert, das sich konkrete Sammlerprofile mit genau einsehbaren Sammelschwerpunkten ergeben. Auf diese Weise lässt sich schnell herausfinden, wer in Tokyo oder Toronto ein besonderes Interesse an Cindy Sherman oder Blinky Palermo hat. Kunsthändler und Galeristen können dann entsprechende Sammlerprofile käuflich erwerben – zum Preis von je 9,50 $. „Es wird am Anfang Zurückhaltung geben“, wird der Gründer Magnus Resch von Bloomberg zitiert. „Ich bin aber überzeugt, dass Larry’s List irgendwann ein Standardwerkzeug werden wird. Im Vergleich zu anderen Datenbanken ist es billig.“
   In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Forbes gaben die Mitarbeiter von Larry's List zu verstehen, dass die Identifikation von Privatsammlern besonders in der “Alten Welt” schwierig sei, wohingegen man sich diesbezüglich in Asien viel offener verhalte. Kunsthandel basiert nun einmal auf Diskretion – Larry's List rührt an diesem tradierten Dogma. Abzuwarten bleibt: Verträgt sich das selbst formulierte Ziel, “Transparenz” zu schaffen, mit einer Branche, die naturgemäß Wert auf ihre “Privatsphäre” legt?
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

LarrysList  www.larryslist.com

 

 

 

 

 

 

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