rheinische ART
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rheinische ART 05/2024

AKADEMIE-GALERIE
Alfonso Hüppi


Man könnte ihn einen Vertreter der Leichtigkeit des Seins nennen, der es aber tiefgründig ernst meint: Alfonso Hüppi. Eine Auswahl seiner Werke ist nun in der Akademie-Galerie der Kunstakademie Düsseldorf ausgestellt. Es ist eine großartige Hommage an einen Künstler, der sich auch als Professor in die Annalen des renommierten Instituts eingeschrieben hat.

 

Alfonso Hüppi Installationsansicht © Alfonso Hüppi, VG Bild-Kunst Bonn 2024, Foto: Kai-Werner Schmidt für Kunstakademie Düsseldorf


Vermutlich liegt seine Beliebtheit an seiner Fähigkeit, mit den Studenten einen zwar kritischen, aber konstruktiven Dialog zu führen. Humor und Menschlichkeit im Übrigen nicht ausgeschlossen.

     Ausgehend von seinem eigenen offenen Ansatz zur Kunst ermutigte er seine Schüler, interdisziplinär zu denken und verschiedene Medien und Techniken zu versuchen um ihre eigene individuelle Ausdrucksform zu finden.

 

Alfonso Hüppi Malerei © Alfonso Hüppi, VG Bild-Kunst Bonn 2024, Foto: Kai-Werner Schmidt für Kunstakademie Düsseldorf

 

Die Schau spiegelt seine eigene Vielseitigkeit als Maler, Grafiker und Bildhauer wider, wobei besonders die Holzarbeiten bestechen. Da ist zum einen das Objekt „Entwürfelung“, das, obwohl flach, die plastischen Seiten eines aufgeklappten Holzwürfels vermittelt. Es heißt, diese und andere ähnliche Arbeiten seien eine Hommage an Erwin Heerich. Eine eigene Dynamik ist diesem Werk zu eigen, als sei der Vorgang der Entwürfelung gerade erst abgeschlossen und die letzte Seite aufgeklappt. Hier findet ein Ziel des Künstlers seinen Ausdruck: das „in Bewegung setzen.“

 

Eine Transportkiste wird zu einem Objekt im Raum, das unterstützt durch eine abstrakte Bemalung mit geometrischen Formen wie Kreisen und Streifen eine nachfragewürdige Bedeutung erlangt. Es fällt eben auf; durchbricht die eigene Sehgewohnheit.

     Laut der Kuratorin Vanessa Sondermann hat der Künstler, beeinflusst vom amerikanischen Minimalismus, bereits 1965 Transportkisten als Medium für sich entdeckt. Und nicht nur das: Hölzerne Fundstücke oder Mineralsteine erhalten – ebenfalls durch den Einsatz von Farbe – ein Gesicht und seine zahlreich vertretenen Staccati sind lange und kürzere, ungerade Holzlatten, die in ihrer Zusammenstellung zu unterschiedlichen Formen in Größe und Farbe variieren, wodurch eine äußerst lebendige, fast energiegeladene „Bildfläche“ entsteht.

 

Alfonso Hüppi Staccati (Installationsansicht) in der Schau Schön wär´s Schon war´s in der Galerie der Kunstakademie Düsseldorf © Foto rheinische ART. 2024


Dass Surreale liegt bei Hüppi gefühlt sehr nahe. Wer sich der kleinen Broschüre „Schön wär’s Schon war’s“, übrigens titelgebend für die Ausstellung und die im Matto Verlag erschienen ist, mit Muße widmet, wird mit humorigen Gedanken und Skizzen zu Alltagssituationen überrascht. Ihr gemeinsames Merkmal: ein wahrer Kern. Es ist eine gute Gelegenheit, die täglichen Situationen und Dinge des Alltags zu überdenken.

 

Alfonso Hüppi Installationsansicht in der Schau Schön wär´s Schon war´s in der Galerie der Kunstakademie Düsseldorf © Foto rheinische ART. 2024

 

Die Akademiegalerie schreibt zu Alfonso Hüppi:
Der Schweizer Objektkünstler und Zeichner Alfonso Hüppi zählt zu den wichtigsten Vertretern der Nachkriegsavantgarde. Alfonso Hüppi wird 1935 in Freiburg im Breisgau geboren. Aufgewachsen in der Schweiz absolviert Hüppi zunächst von 1950 bis 1954 eine Ausbildung als Silberschmied in Luzern. 1960 beginnt er ein Studium der Kalligrafie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wo er von 1961–1964 auch als Dozent für Kalligrafie und Bildnerisches Gestalten tätig ist. Von 1964 bis 1968 ist er Mitarbeiter an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Im Jahr 1974 wird er an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, wo er bis 1999 eine Klasse für Malerei leitet. Sein Wirken innerhalb dieser Generationen von Studierenden ist dabei für Akademie einzigartig und auch über die Akademiezeit weiter beständig.


Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung „Schön wär´s - schon war´s! Alfonso Hüppi- Werk und Wirken“ ist bis zum 07.07.2024 zu sehen.
Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung
Burgplatz 1
40213 Düsseldorf
Öffnungszeiten
FR – SO 12 – 18 Uhr

 

 

 

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