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rheinische ART 12/2014

Archiv 2014

PARADIES
Die ideale Welt als Vision

 

...oder die Suche nach dem verlorenen Paradies ist Thema einer Ausstellung zum 100. Todestag des Expressionisten August Macke in seinem Bonner Haus. Er war mit nur 27 Jahren am 26. September 1914 an der Westfront bei Perthes-lès-Hurlus in der Champagne gefallen.

 

August Macke, Franz Marc Paradies, 1912, Öl auf Putz, 398 x 181 cm, LWL-Museum für Kunst und Kultur. Westfälisches Landesmuseum, Münster

  

Ausgangspunkt der Schau ist das zwei Jahre vorher von Macke und seinem Freund Franz Marc gemeinsam gemalte acht Quadratmeter große Paradiesbild. Die Freunde fertigten die Arbeit im Atelier von August Macke im Dachgeschoss seines Wohnhauses. Das Original befindet sich heute im LWL-Landesmuseum in Münster.


Die Großmalerei markiert den Beginn der Auseinandersetzung um die Darstellung des Paradieses und seines Verlustes um die Zeit des Ersten Weltkrieges. „Die Zeit um 1914 steht für epochale Entwicklungen mit technischen Fortschritten, wirtschaftlichen Segnungen, sozialen Errungenschaften und kulturellen Blüten“, betont Thomas Schleper, Leiter des LVR-Verbundprojektes „1914 – Mitten in Europa“ (mehr), in dessen Rahmen die Bonner Ausstellung läuft. „Dieses Spannungsfeld zwischen Avantgarde und Aggression ist der rote Faden, der sich durch alle Ausstellungen des Verbundprojektes zieht“, so Schleper weiter. Bei Macke und Marc stehe um 1914 Vernichtung und Schönheit in einem direkten Zusammenhang (mehr).

 

Das Paradiesbild sei nicht allein Manifestation einer bedeutenden Künstlerfreundschaft, die in Bonn in Mackes Wohnhaus gelebt worden sei, so das Museum. Es sei zugleich auch von programmatischer Bedeutung für das Werk beider Künstler: Die Suche nach dem verlorenen Paradies, nach Harmonie und Einklang des Menschen mit seiner Umwelt, nach Rückkehr zum Ursprünglichen, zum Unverdorbenen und Reinen bestimme das Werk beider, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise.

     Während Macke die künstlerische Rückeroberung paradiesischer Gefilde zuweilen mit Orientalischem oder Exotischem verknüpft, fand Marc, ganz franziskanisch gesinnt, im Wesen der Tiere einen unverdorbenen Urzustand.

 

 

Plakat zur Ausstellung

 

Die Schau in Bonn wird mit über 60 Exponaten bespielt und verdeutlicht erstmals, dass das Thema „Paradies“ auch zahlreiche weitere renommierte und weniger bekannte Künstler der jungen, im Aufbruch befindlichen Generation zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigte.

     Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Lovis Corinth, Erich Heckel, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff (mehr). Denn wie kaum ein anderes Motiv bot das Paradies die Möglichkeit, Sehnsüchte, Visionen und Utopien von einer idealen Welt darzustellen.
bra

 

Die Ausstellung „Das (verlorene) Paradies – Expressionistische Visionen zwischen Tradition und Moderne“ ist bis zum 25. Januar 2015 zu sehen.

August Macke Haus
Bornheimer Str. 96
53119 Bonn
Tel. 0228 / 655 531
Öffnungszeiten
DI - FR 14.30 – 18.00 Uhr
SA, SO 11.00 – 17.00 Uhr

 

 

 

 

 

 

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