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rheinische ART 12/2014

Archiv 2014

PREIS PRO EHRENAMT
Eine Nische für die Masse

 

Schloss Dyck erstrahlte in Licht. Mal mit Blau, mal mit Rot, mal mit Gelb wurde die Fassade illuminiert. Tausende waren im Schlosshof und Park unterwegs: Weihnachtsmarkt! Doch drinnen, im Festsaal des fürstlichen Hauses, war die Stimmung feierlich. Nach drei Jahren wurde er wieder verliehen, der Journalistenpreis „Pro Ehrenamt“.

 

Das Wasserschloss Dyck in Jüchen bot wiederholt das Ambiente für die Verleihung des Journalistenpreises "Pro Ehrenamt". ©Foto M. Reiter/ Schloss Dyck

 

Bereits zum siebten Mal war er ausgeschrieben worden, dieser bundesweite Preis, und über 300 eingereichte Beiträge aus den Bereichen Print, TV und Hörfunk galt es zu sichten und zu bewerten. Das war harte Arbeit für die Jury, die Kartons mit Unterlagen wuchten musste. Doch es gab keine Klagen, nur Überraschungen während der vielen Stunden Lesen. Jede Bewerbung eine Geschichte, eine berührende, eine besondere, denn immer ging es um das Ehrenamt, um Engagement Einzelner für die Gemeinschaft.


Es ist das Ehrenamt, dass unsere Gesellschaft funktionieren lässt, ob in Sportclubs, im Feuerschutz oder Rettungsdienst, in Förder- und Kulturvereinen oder in karitativen Institutionen. Die Liste ist lang. Doch das Ehrenamt sei „kein Reparaturbetrieb“, sagte der Schirmherr und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, und „dient der Gemeinschaft“. 24 Millionen Bürger seien in Deutschland ehrenamtlich tätig, informierte Barbara Dickmann, die Jury-Vorsitzende. Das seien „Legionen helfender Hände“ und diesen Leistungen Respekt zu zollen, indem über sie berichtet wird, sei Aufgabe des Journalismus.
     Dieser habe sich in den letzten Jahren gewandelt wie auch das Ehrenamt. Dieser Tenor herrschte einmütig vor. Paradoxer Weise zeige sich der neue Egoismus in unserer Gesellschaft in einer eigenen Facette auch beim Ehrenamt. Die Ehrenamtler wollen, dass ihr Einsatz für Andere auch ihnen etwas bringe. Anerkennung, Erkenntnis, Freude am Helfen, was auch immer.
     Das selbstlose „Dienen“ allein hat ausgedient, ist nicht mehr vordringlicher Antrieb der Ehrenamtler. Wer den Rednern zuhörte, konnte leicht zu diesem Schluss kommen. „Das Ehrenamt zeigt sich heute in einem neuen Outfit, wird neu interpretiert“, sagte Petrauschke, „aber es ist da.“


Und der Journalismus? Auch sein Feld wandelt sich. In einer schnellen Zeit mit wenigen Worten komprimierte Sätze formen, ist Tagesgeschäft. Die Schlagzeile dominiert, die zeitintensive Recherche bleibt auf der Strecke. Und doch: „Journalisten haben über die Nachricht hinaus die Aufgabe, aus der Gesellschaft zu berichten“, so Dickmann. Der Preis pro Ehrenamt wolle Publizität schaffen für das Ehrenamt. „Dieser Preis ist wichtig!“, betonte denn auch der Preisträger Michael Kraske, was zum geflügelten Wort der Veranstaltung wurde wie der Ausspruch eines ehrenamtliches Feuerwehrmanns: „Nach uns kommt keiner mehr.“

 

 Der Journalistenpreis „Pro Ehrenamt - Hermann Wilhelm Thywissen-Preis“ ist eine Initiative des Rhein-Kreises Neuss, der den Preis seit 2001 vergibt. 20 000 Euro Preisgelder werden ausgelobt. Gewürdigt wird die journalistisch vorbildliche Berichterstattung über ehrenamtliches Engagement. Der Preis erinnert an den Oberbürgermeister Hermann Wilhelm Thywissen (†) und dessen langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Kreisstadt Neuss.
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Journalistenpreis „Pro Ehrenamt - Hermann Wilhelm Thywissen-Preis“ 2014

 

Sie fassten "Werte in Worte", die Preisträger des Journalistenpreises "Pro Ehrenamt - Hermann-Wilhelm-Thywissen-Preis" auf Schloss Dyck ©Foto: S.Büntig/ Rhein-Kreis Neuss 

 

Die Würdigungen in den vier Kategorien sind mit jeweils 5.000 bzw. 3.000 Euro verbunden.

 

 Den ersten Preis in der Kategorie "Print" erhielt der Leipziger Michael Kraske für seine Beiträge "Freiwillige vor/Was wirklich zählt" im stern-Magazin "gesund leben". Die Jury befand einmütig, dass Kraske anschaulich und tiefgründig, die verschiedenen gesellschaftlichen Strömungen zwischen Egotrip und Ehrenamt, zwischen Ellenbogengesellschaft und der Sehnsucht nach Gemeinsinn vermittelt.

 

► Als besten Film in der Kategorie "TV/Hörfunk" würdigte die Jury die WDR Weltweit-Reportage "Sonjas schwerste Geburt" von Marika Liebsch aus Overath in der Kategorie mit dem ersten Preis. Die 90-minütige Reportage erzählt eindrucksvoll die Geschichte eines ehrenamtlichen Einsatzes einer Kölner Hebamme in Ghana, deren Leben sich danach völlig veränderte.

 

► Den ersten Preis in der Kategorie "Lokales" teilten sich Karin Grunewald aus Overath für die Titelgeschichte im Bergischen Boten "Keine Zeit für Helden" über Alltag, Anforderungen und ehrenamtliches Engagement von Feuerwehrleuten, und Hanna Koch aus Düsseldorf für ihren Beitrag über ehrenamtliche Hospizarbeit mit dem Titel "In Begleitung auf dem letzen Weg", erschienen in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung.

 

► Auch der mit 3.000 Euro dotierte Nachwuchsförderpreis wurde in diesem Jahr geteilt. Ihn erhielten Laura Schneider-Mombaur aus Bochum für ihren für WDR 5 produzierten Hörfunkbeitrag "You`ve got a mail" über ehrenamtliche Hilfen für suizidgefährdete Jugendliche in Freiburg, und Maria Berentzen aus Leer mit ihrem Beitrag "Eine Feier für Pascal" über ehrenamtliche Sterbebeleitung, erschienen in der Ostfriesen-Zeitung.

 

► Einen Sonderpreis der Jury und 2.000 Euro erhielt die Redaktion der Braunschweiger Zeitung für die Ehrenamtsserie "Gemeinsam" und den damit verbundenen vorbildlichen Beitrag zur Stärkung des ehrenamtlichen Bürgerengagements im Verbreitungsgebiet der Zeitung.

 

Zur Jury gehörten die Autorin und Fernsehmoderatorin Barbara Dickmann, früher Redaktionsleiterin der ZDF-Sendung Mona Lisa, Dr. Udo Becker, Hauptgeschäftsführer radio nrw, Wolfram Kons, Gesamtleiter RTL Charity, Gabi Ludwig, Chefredakteurin der WDR-Landesprogramme, Dr. Volker Schulze, Publizist und vormals Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Prof. Dr. Hans Süßmuth, Medienwissenschaftler, und Harald Vieten, Pressesprecher des Rhein-Kreises Neuss.
 

 

 

 

 


 

 

  

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