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rheinische ART 12/2017

Archiv 2017

GELESEN

Ist Kunst, was gefällt?

Ja, nein, vielleicht!

 

In seinem Buch „So geht Kunst“ nähert sich Grayson Perry auf humorvolle Weise einem Phänomen an.

 

Grayson Perry "So geht Kunst!" Foto© Jamie Stoker / Prestel Verlag

 

Sie haben Ambitionen, sich dem modernen Kunstbetrieb hinzugeben? Gar Lust, eine kleine oder größere Rolle dort zu spielen? Oder wollen Sie einfach nur mal wissen, wie das ganze Drumherum so funktioniert?

 

Grayson Perry "So geht Kunst!" Foto© Jamie Stoker / Prestel Verlag

 

Grayson Perry lädt Sie ein, sich mit seinem Buch „So geht Kunst!“ auf das bunte Treiben der Szene einzulassen. Es ist, das sei vorweggenommen, eine durch und durch hintersinnig verfasste Lektüre. Die 144 Seiten lesen sich in einem Rutsch – und am Ende wird bei aller Ironie, die der Verfasser einfließen lässt, auch die Absurdität deutlich geworden sein, nach der die Gesetze des Marktes funktionieren.

 

„So geht Kunst!“ Und viele dürften Zweifel daran haben, dass das, was sie in diesem Zusammenhang so alles sehen, hören und erleben wirklich mit Kultur zu tun hat. Perry konstatiert dazu: „Wir sind in einem prähistorischen Zustand der Kunst, einem Zustand, in dem alles möglich ist.“ Und doch, so meint er, gebe es Grenzen, um wenig später dann doch festzustellen: „Ich hätte gerne die Macht, zu bestimmen, dass Dinge, die ich nicht mag, keine Kunst sind.“ Denn Kunst sei inzwischen zu einem „unglaublich aufgebauschten Begriff geworden, wie eine luftgefüllte Plastiktüte“. Wie er sich diese vorstellt, schießt er direkt nach: Er sehe hier „einen dieser billigen Müllsäcke“ vor sich, bei dessen Verwendung man inständig hoffe, dass er nicht zerreißt und seinen zweifelhaften Inhalt freigibt.

 

Der Autor von "So geht Kunst!", Grayson Perry. Foto© Jamie Stoker / Prestel Verlag

 

Was hier fast ein wenig zornig klingt, ist letztlich ein notwendiger Griff, um pointiert deutlich zu machen, dass die Diskussion über zeitgenössische Kunst ein Ritt über Messers Schneide ist. Diese Kunst polarisiert, sie begeistert, sie rührt an, sie lässt einen kalt, sie ist nichts als Kommerz. Diese Kunst ist ... Ja, was wohl? In jedem Falle etwas, das die Beschäftigung unbedingt lohnt! Insofern ist das von Perry humorvoll illustrierte Buch vor allem als Aufforderung zu verstehen, sich selbst im wahren Wortsinne ein Bild zu machen.

Simon Hopf

 

 Der britische Autor Grayson Perry ist selber Künstler und Turner Prize-Träger 2003.

 

 

Buchcover Foto© Jamie Stoker / Prestel Verlag

Grayson Perry: „So geht Kunst!“
Verlag Prestel
144 Seiten mit 30 Farbabbildungen
Gebunden
18 Euro
ISBN 978-3-7913-8336-1


 

                     

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