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rheinische ART 09/2017

Archiv 2017

DEUTSCHLAND 8
Schwarz-Rot-Gold in China


Erstmals hat das Reich der Mitte seinen kaiserlichen Ahnentempel in Peking für zeitgenössische Kunst aus dem Westen geöffnet. 

 

Jörg Immendorff Babybild, 1967, Öl auf Leinwand, 143 x 144 cm, MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Sammlung Ströher © Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln and New York

 

Die Bonner Stiftung Kunst und Kultur zeigt derzeit 320 Werke deutscher Künstler an acht Orten in Peking. Dazu gehören die berühmte Kultstätte, in der einst die chinesischen Kaiser ihren Ahnen opferten, und sieben weitere Museen. „Deutschland 8“, so der Titel der Schau, versteht sich als Antwort auf die Ausstellung „China 8" vor zwei Jahren im Ruhrgebiet, die als die bislang umfangreichste Ausstellung chinesischer Gegenwartskunst auf sich aufmerksam machte.

 

Gerhard Richter Sekretärin, 1963, Öl auf Leinwand, 150 x 100 cm, Bundesrepublik Deutschland – Sammlung Zeitgenössische Kunst © Gerhard Richter 2017 (0209/2017)

 

Anselm Kiefer Die Tür, 1973, Kohle, rote Ölfarbe, Hasenfell auf Rupfen, Holz, grüner Faden, 301 x 221 cm MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Sammlung Ströher © Anselm Kiefer

 

Im Anschluss an die 2015er Kunstschau wurde die Stiftung von chinesischer Seite eingeladen, eine korrespondierende Exposition zeitgenössischer Künstler aus Deutschland in China zu konzipieren. Die Kuratoren Walter Smerling und Fan Di’an präsentieren die Kunstwerke gattungs- und themenbezogen. Die Arbeiten stammen von 55 Künstlern und aus sieben Jahrzehnten, sie dokumentieren somit durchaus die Vielfalt der deutschen Kunstszene.

     Die Ausstellung ist im 45. Jahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern eine Einladung an das chinesische und internationale Publikum zu einer Entdeckungsreise durch deutsches Kunstschaffen, so die Veranstalter. Zur Eröffnung in Peking fand sich der Außenminister Sigmar Gabriel ein und würdigte in seiner Rede die Schau als „wichtigen Impuls für den partnerschaftlichen Dialog zwischen Deutschland und China.“


Die deutsch-chinesischen Veranstalter, die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und die Pekinger Central Academy of Fine Arts, erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr interpretieren sie diese Großveranstaltung deutscher Kunst als eine „Expedition in einen kulturellen Kontinent, den deutsche Künstler und Künstlerinnen seit 1945 entworfen haben“, wie der Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel, vor Ort Kurator für Medienkunst, betonte.

  

Das nach wie vor noch geltende Gütesiegel „Made in Germany“ soll in China neue Inhalte erfahren. „Bildende Kunst bietet den direkten Zugang ins ‚Landesinnere‘“, erläuterte Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung, das Anliegen der Veranstalter. „Sie will immer über den Tellerrand hinausschauen. Und wer es ernst meint mit dem Kennenlernen, mit Austausch und Dialog, der braucht Offenheit und Experimentierfreude."  Smerling ist überzeugt, „ ...dass Künstler mit ihren Mitteln der Politik und Wirtschaft um Längen voraus sind. Sie sind das entscheidende Quäntchen freier im Denken.“

 

Bernd und Hilla Becher Industriebauten (3/10), 1968, Schwarz-Weiß-Fotografie 19,4 x 15,2 cm Sammlung Deutsche Bank © Estate Bernd & Hilla Becher

 

Tai Miao, der ehemalige kaiserliche Ahnentempel, die historische Stätte aus der Zeit der Ming- und der Qing-Dynastie und das Tor zur Verbotenen Stadt, ist da so etwas wie das Herz der deutschen Ausstellung.

     Hier liegt der Fokus auf Gemälden derjenigen Generation Nachkriegskünstler, die die reine Abstraktion hinter sich ließen, Vergangenheitsbewältigung und Erinnerung als Themen etablierten und mit ihren Werken international ausgestellt und wahrgenommen werden. Zu ihnen gehören Georg Baselitz, Joseph Beuys, Günther Förg, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerhard Richter oder Günther Uecker.

  

Hito Steyerl How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational. MOV File, 2013, Filmstill HD video, single screen in architectural environment, 15 minutes, 52 seconds Courtesy of the Artist and Andrew Kreps Gallery, New York © Hito Steyerl

 

Rund 20 Jahre existiert jetzt die deutsch-chinesische Kunst-Kooperation. Angefangen, daran sei hier erinnert, hat alles 1996 mit der Ausstellung "China!" im Kunstmuseum Bonn. Im Rheinland war damit die deutschlandweit erste große Museums-Präsentation von 40 Künstlern aus unterschiedlichen Regionen Chinas zu sehen; die Schau wurde hernach erfolgreich in anderen europäischen Städten gezeigt.

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Die Ausstellungen zu „Deutschland 8 – Deutsche Kunst in China“ werden bis zum 31.10.2017 gezeigt.

Stationen in Peking:
1. Tempel Art Museum (
Tai Miao) - Kunst der Meister mit Beuys, Richter, Kiefer u.a.

2. CAFA Art Museum - Zeitgenössische Kunst mit Balkenhol, Genzken, Knoebel u.a.
3. Red Brick Museum - Informel und Abstraktion mit Hoehme, Schultze, Schumacher u.a.
4. Beijing Minsheng Art Museum - zeitgenössische Fotografie mit Becher, Gursky, Sieverding u.a.
5. Today Art Museum - Video- und Medienkunst mit Farocki, Klauke, Odenbach u.a.
6. Whitebox Art Center - Einzelpositionen junger Kunst 
7. Yuan Art Museum - Lehrer-Schüler-Dialoge in der Kunst mit Grosse und Graubner, u.a.
8. Ein Symposium als symbolischer Kunstort im CAFA

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

(Foto: Ausschnitte

Öl auf Leinwand, 2017)

 

17.11.2017 - 13.01.2018

GALERIE VOSS

 


 

 

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