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rheinische ART 12/2017

FOTOKUNST AUS AFRIKA
Treffpunkt: Bamako


Die 11. Biennale der Afrikanischen Fotografie ist in Bamako, der Hauptstadt von Mali, eröffnet worden. Sie trägt den vielsagenden Titel „Afrotopia“.

 

Zied Ben Romdhane West of Life, 2014-2016 (Tunisie) Foto © Zied Ben Romdhane; Fotoquelle Brunswickgroup 2017

 

Biennale Poster, Foto © Musa N. Nxumalo, Bongani Msiza - Alternative Kidz Series, 2009

 

Die Fotoszene des Riesenkontinents Afrika ist international längst renommiert und angekommen.

     Und die mittlerweile berühmte Biennale von Bamako - Rencontres de Bamako - gehört bereits seit Jahren zu jenen bemerkenswerten Veranstaltungen, die Interessierten eine neue, moderne Sicht auf den „Schwarzen Kontinent“ bieten und ein Nachdenken über alte hartnäckige Klischees und Pseudo-Gewissheiten erzwingt.

     Gezeigt werden zeitgenössische Fotografien und Videokunst von Künstlern aus verschiedenen afrikanischen Staaten.

 

Die Foto-Biennale wird von Marie Ann Yemsi kuratiert. Die Kunstkennerin mit deutsch-kamerunischen Wurzeln orientierte sich bei der Wahl des Biennale-Titels "Afrotopia" an dem gleichnamigen erfolgreichen Buch des senegalesischen Schriftstellers und Wirtschaftswissenschaftlers Felwine Sarr (*1972).

     Der aktuell meistdiskutierte Denker Afrikas war diesjährig auch Gast des Africologne-Festivals in Köln. Daneben spiegelt sich in dieser Überschrift jedoch auch Yemsis persönliche Einschätzung der Dinge. Denn die Kuratorin sieht, schon beruflich bedingt, optimistisch auf die künstlerische Zukunft Afrikas. Sie gehe, wie sie in einem Interview erklärte, davon aus, dass die westliche Gesellschaft viel von der Kreativität und Ästhetik Afrikas lernen könne. Die Zukunft sei afrikanisch.

 

Baudouin Mouanda Les fantômes des Corniches, 2017 (République Démocratique du Congo), Foto © Baudouin Mouanda, Fotoquelle Brunswickgroup 2017

 

Marie Ann Yemsi sieht die Biennale für Fotografie als wegweisend und als einen integralen Bestandteil der neuen panafrikanischen Kräfte, die vielfältige Veränderungen anregen und ermöglichen können.

     Nach einer Phase des Desinteresses an afrikanischer Kunst, so berichtete die französische Zeitung Le Monde im April dieses Jahres, sei auf der Pariser Kunstmesse der Kontinent neu ins Rampenlicht gestellt worden, seine Bedeutung in der Kunstwelt steige. Unterstrichen wird diese Einschätzung durch eine Reihe von Ausstellungen in jüngster Zeit (mehr), die sich - nicht nur in Frankreich - der bildenden Kunst Afrikas widmeten sowie auch durch die Aufsehen erregende Einweihung des größten Museums des Kontinents für zeitgenössische afrikanische Kunst, dem Zeitz MOCAA, in Kapstadt (mehr). Aktuell zeigt die Pariser Fondation Cartier den berühmten Bamakoer Fotografen Malick Sidibé (1936-2016) in der Ausstellung "Mali Twist". Thematisiert wird darin das Afrika der 1960er Jahre.

 

Teddy Mazina Des tambours sur l’oreille d’un sourd, 2008-2015 (Burundi), Foto © Teddy Mazina, Fotoquelle Brunswickgroup 2017

 

Gegründet 1994, werden die Rencontres de Bamako seither vom malischen Ministerium für Kultur, Handwerk und Tourismus in Kooperation mit dem Institut Français ausgerichtet.

     Diese internationale, da panafrikanische Fotoschau hat sich in den letzten Jahren ohne Zweifel zu einem der wichtigsten Ereignisse in der Fotografie zwischen Tunis und Kapstadt entwickelt und steht für herausragende Leistungen in diesem Metier. In Fachkreisen gilt die Teilnahme als Karrierehebel.

 

Raphaël Barontini Héraldiques Créoles, 2017 (France) Courtesy of the artist and Galerie Alain Gutharc, Paris. Foto © Raphaël Barontini, Fotoquelle Brunswickgroup 2017

 

Hélène Jayet Colored Only – Chin Up !, 2013-2017, (France, Mali) Hélène Jayet/Signature, Foto © Hélène Jayet Fotoquelle Brunswickgroup 2017

Ursprünglich geht das „Bamako-Treffen“ auf das Engagement zweier französischer Bildjournalisten zurück. Bei Reportage-Recherchen waren ihnen Anfang der 1990er Jahre in Mali die Portraitfotografen Seydou Keita (1923-2001) und Malick Sidibé aufgefallen.

     Sie organisierten 1994 in Bamako die Ausstellung „Rencontres Africaines de la Photographie“, die sich zu der bedeutenden Biennale weiterentwickelte. Keita und Sidibé werden heute zu den führenden Fotokünstlern Afrikas gerechnet.

     Einen weiteren wichtigen Impuls erfuhr die Fotografie Afrikas durch die Ausstellung „In/Sight African Photographes 1940 To The Present“ im Jahre 1996 im Guggenheim Museum in New York, die neue Positionen in der Lichtbildkunst des Kontinents bot.

     Kurator war seinerzeit Okwui Enwezor (*1963), der Gründer des drei Mal jährlich erscheinenden Kunstmagazins „NKA - Journal of Contemporary African Art“. Der gebürtige Nigerianer Okwui Enwezor ist seit Oktober 2011 Direktor des "Hauses der Kuns"t in München. Er wurde vor Kurzem in Essen mit dem Internationalen Folkwang-Preis 2017 ausgezeichnet.
cpw


► Felwine Sarrs Essay "Afrotopia" blickt auf die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft Afrikas und zeigt die Notwendigkeit dieses Kontinents auf, einen eigenen Weg in die Moderne zu finden. Er erschien 2016 in französischer Sprache im Verlag Philippe Rey, Paris, unter ISBN 978-2-84876-503-7, 154 Seiten.

 

Die Ausstellung "Mali Twist" in der Fondation Cartier pour l´art contemporain in Paris wird bis zum 28. Februar 2018 gezeigt.

 

 

Die Foto-Biennale Rencontres de Bamako – Afrotopia findet bis zum 31. Januar 2018 statt.
Kontakt Mali
Samuel Sidibe
Tel +223 20 23 19 09
Mail musee(at)afribonemali(punkt)net

 

 

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

(Foto: Ausschnitte

Öl auf Leinwand, 2017)

 

17.11.2017 - 13.01.2018

GALERIE VOSS

 


 

 

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