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rheinische ART 01/2017

Archiv 2017

SYMBOLISMUS
Die geheimnisvolle Sprache der Symbole

 

Das Clemens Sels Museum Neuss besitzt eine in Deutschland einmalige Sammlung an Bildwerken des internationalen Symbolismus, einer Kunstströmung zum Ende des 19. Jahrhunderts. Verbunden ist er mit großen Namen: Gustave Moreau, James Ensor oder Maurice Denis. So ist es nur folgerichtig, dass sich das Haus der Frage stellt: Gibt es ihn noch, gibt es einen „Symbolismus heute“?

 

Peter Doig Ohne Titel, 1982, Öl auf Leinwand, 180 x 237 cm, Vibro Beteiligungs-GmbH, Foto Contemporary Fine Arts © VG Bild-Kunst, 2016

 

Die Antwort darf hier durchaus vorweg genommen werden. „Ja, es gibt ihn“, resümiert die Kuratorin der Ausstellung »Geliebte Feinde – Symbolismus heute« Bettina Zeman: „Der Symbolismus ist nicht abgeschlossen“ und er zeige sich so vielfältig und vielschichtig wie ehedem.

 

Thomas Schütte United Enemies, 1994, Fimo, Stoff, Holz, Glas, PVC-Rohr, Höhe ca. 36 cm, Leihgabe des Künstlers, Foto Thomas Schütte © VG Bild-Kunst, 2016

 

Der Symbolismus greift stark das Erzählerische in der Bildenden Kunst auf, vermengt, was angeblich nicht zusammen gehört, verbindet vermeintlich Realistisches mit einer geistigen Wirklichkeit des Künstlers, die alles sein kann: phantastisch, mythisch, märchenhaft, vielleicht surreal. Es ist die Empfindung, die ihren Raum im – naturalistischen - Kunstwerk einfordert.
     Und immer wieder geht es dabei auch um Farbe. Die Bedeutung von Farbe in dieser Kunstrichtung ist am Besten mit den Worten Gustave Moreaus (mehr) beschrieben, der zu seinen Schülern sagte: „Eines merken Sie sich gut: Man muß die Farbe denken, eine Vorstellung von ihr haben! Wenn Sie keine Vorstellungskraft haben, werden Sie niemals eine schöne Farbe erzielen. (...) Die Farbe muß gedacht, geträumt, imaginiert werden.“


Bildthema Ebenso ist das Bildthema im Symbolismus nicht so einfach zu greifen. Geheimnisvoll und rätselhaft sind die zwei Eigenschaften, die in diesem Zusammenhang gerne bei einer Definition verwandt werden. Tatsächlich ist es die Versinnbildlichung, die bei diesen Kunstwerken im Vordergrund steht. Aus dem „Symbolistischen Manifest“ des französischen Literaten Jean Moréas von 1886: „Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen. Und deshalb dürfen die Bilder der Natur, die Taten der Menschen, alle konkreten Erscheinungen in dieser Kunst nicht selbst sichtbar werden, sondern sie werden durch feinnervig wahrnehmbare Spuren, durch geheime Affinitäten zu den ursprünglichen Ideen versinnbildlicht.“

 

Christoph Worriger aus: Der Magische Kubus, MK009, 2013, Farbstift auf Papier, 40 x 60 cm, Hachmeister Collection, Foto Joachim Schulz © VG Bild-Kunst, 2016

 

So ist »Geliebte Feinde – Symbolismus heute« als Präsentation einer Geisteshaltung zu verstehen, die, so das Haus „... bis heute virulent und durchaus aktuell ist.“ Weiter heißt es: „Damit tritt die Ausstellung der herrschenden Auffassung entgegen, den Symbolismus als abgeschlossen anzusehen und allein der Vergangenheit zuzuordnen. ... Sein Gedankengut und seine ästhetische Qualität sind im Schaffen zahlreicher Gegenwartskünstler präsent, die ihre Arbeiten durch die Sprache der Symbole und durch den Eigenwert der Farbe zum Spiegel ihrer Seele und ihres Unterbewussten, ihrer Träume und Visionen werden lassen.“

 

Bjørn Melhus No Sunshine, 1997, Video, 6 Minuten, Leihgabe des Künstlers, Foto Bjørn Melhus, © VG Bild-Kunst, 2016

 

Die Schau umfasst rund 80 Kunstwerke der vier Künstler Peter Doig, Bjørn Melhuis, Thomas Schütte und Christoph Worringer. Damit sind unterschiedliche Kunstgattungen wie Malerei, Zeichnung, Skulptur und Video vertreten. Eine Gegenüberstellung dieser aktuellen Werke mit denen aus der Vergangenheit, sprich dem 19. Jahrhundert und die in der ständigen Sammlung präsentiert werden, wird nicht vorgenommen, denn „... das Weiterleben des Symbolismus soll nicht anhand formal-ästhetischer Vergleiche und motivischer Anleihen vorgestellt werden.“
     Die Absicht mag gut sein, aber das Vergnügen, die Symbolisten der Vergangenheit zu betrachten, sollte sich der Besucher nicht entgehen lassen.
ruwoi

 

Die Ausstellung „Geliebte Feinde - Symbolismus heute“ ist bis zum 19.02.2017 zu sehen.
Clemens Sels Museum
Am Obertor
41460 Neuss
Tel. 02131 / 904141
Öffnungszeiten
DI – SA 11 – 17 Uhr
SO 11 – 18 Uhr


 

 

 

 


 

 

 

FRANK BAUER 

Die Gelassenheit

der Dinge

Foto: Ausschnitt Flaschen,

Öl auf Leinwand, 2017

 

17.11.2017 - 13.01.2018

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