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rheinische ART 08/2017

Archiv 2017

KURZ NOTIERT

 Neues Domizil für Musik-Reliquie Der Westdeutsche Rundfunk Köln (WDR) und die Stiftung Haus Mödrath wollen das historische „Studio für elektronische Musik des WDR“ gemeinsam mit den Kunst- und Musikhochschulen des Landes in eine neue Zukunft führen.

 

Herbert Eimert (1897-1972), Komponist, Musiktheoretiker und Musikjournalist gründete 1951 das weltweit erste Studio für elektronische Musik des WDR, 1955, Foto / Photo: WDR


Das 1951, noch zurzeit des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), von Herbert Eimert gegründete und ab 1963 von Karlheinz Stockhausen geleitete und intensiv genutzte „Studio für elektronische Musik“ war das erste Studio dieser Art weltweit und hat international Musikgeschichte geschrieben. 
     In der einst ruhmreichen Einrichtung am Wallrafplatz in Köln wurden die ersten Meisterwerke der elektronischen Musik komponiert und technisch realisiert. Hierzu zählte zum Beispiel Karlheinz Stockhausens Frühwerk „Gesang der Jünglinge im Feuerofen“ (1955/1956). Später suchten und fanden Musikgrößen wie die Neue Musik-Komponisten György Ligeti, Pierre Boulez oder Mauricio Kagel in dem Tonstudio neuartige Klänge, die mit Hilfe der aufwendigen analogen Technik erzeugt wurden. Ab 1999 wurde die Pioniereinrichtung mangels Modernität stillgelegt und in ein Lager im Kölner Stadtteil Ossendorf verfrachtet. Nun soll alles – nach Abschluss der vollständigen Dokumentation und Digitalisierung der Tonbänder, Bild- und Textoriginale – für die Arbeit von Künstlern und Wissenschaftlern wieder zugänglich werden.
     Dazu ist der Umzug des zum Teil einzigartigen historischen Equipments in ein Nebengebäude des jüngst eröffneten „Haus Mödrath - Räume für Kunst“ in Kerpen westlich von Köln geplant (mehr). Der WDR hat eine entsprechende Offerte der Stiftung Haus Mödrath angenommen und erarbeitet derzeit gemeinsam mit Fachvertretern ein Nutzungskonzept.
     Mit der künftigen Unterbringung in einem großen Anbau, so erklärte die Stiftung, würde sich ein Kreis schließen: Denn in dem kurzzeitig als Wöchnerinnenheim genutzten ehemaligen Herrenhaus, der sogenannten „Burg Mödrath“, kam 1928 der Tonkünstler Karlheinz Stockhausen (mehr) zur Welt. 
     Anfang des Jahres hatte sich auf Initiative des WDR ein Projektkreis gegründet, der die Trägerstruktur und das Nutzungskonzept für das Studio entwickeln soll. Ihm gehören neben dem federführenden WDR und der Stiftung Haus Mödrath weitere Vertreter maßgeblicher Einrichtungen der elektronischen Musik sowie der Kunst- und Musikhochschulen des Landes NRW an. rART

 

 

                     

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