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rheinische ART 07/2017

KUNSTMUSEUM BONN
Gerhard Richter

 

Das Kunstmuseum Bonn besitzt in seiner Sammlung einige Gemälde von Gerhard Richter. Anlässlich des 85. Geburtstages des Künstlers in diesem Jahr zeigt das Haus 25 frühe Werke des Malers. In der Summe sind sie eine visuelle Begründung dafür, was Gerhard Richter, teuerster lebender Maler weltweit, heute ausmacht.

 

Gerhard Richter 5 Türen (1), 1967, Öl auf Leinwand, 5-teilig, je Bild 205 x 100 cm, Museum Ludwig Köln Foto © Gerhard Richter, Repro: Rheinisches Bildarchiv Köln

 

Die Ausstellung titelt „Gerhard Richter. Über Malen – Frühe Bilder“ und präsentiert vorrangig seine weltbekannten Tür-, Vorhang- und Fensterbilder der 1960er Jahre.

     Richter, zusammen mit Sigmar Polke, Konrad Lueg und teilweise auch Manfred Kuttner darf in dieser Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche und kulturellen Revolutionen durchaus zu den „Enfant terrible“ der Szene gezählt werden. Der Auftritt des Quartetts im Möbelhaus Berges (mehr) in Düsseldorf Flingern ist heute legendär wie auch der von ihnen geschaffene Begriff „Kapitalistischer Realismus“, der seinen Eingang in die jüngere Kunstgeschichte gefunden hat. Darüber hinaus haben es die vier Künstler immerhin geschafft, zu den Begründern der „deutschen“ Pop-Art zu zählen.

Gerhard Richter 256 Farben, 1974, Öl auf Leinwand, 222 x 414 cm, Kunstmuseum Bonn Foto © Gerhard Richter, Foto: Reni Hansen


So im Gedächtnis verankert zu sein, ist etwas Besonderes, denn die 1960er und -70er Jahre waren alles andere als arm an außergewöhnlichen Künstlern und Kunstprojekten. Hier sei nur an die Gruppe ZERO (mehr) erinnert oder an den Beginn des Fluxus mit Joseph Beuys (mehr) und Nam June Paik. Die Kunst explodierte förmlich in ihren Ausdrucksformen, wurde beweglicher, vielfältiger und erste Performances entstanden.

 

Gerhard Richter Fenstergitter, 1968, Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm, Ludwig-Museum- Museum of Contemporary Art, Budapest © Gerhard Richter, Foto: József Rosta / MoCA Budapest


Gerhard Richter ließ sich durch neue Kunstströmungen nie von der Malerei abbringen. Sicherlich darf man ihn auch mit Glasarbeiten oder Fotografien in Verbindung bringen, aber er blieb der Malerei treu und „performte“ diese durch Stil und Inhalt nachhaltig auf seine Weise.

     Heute erscheinen seine frühen, aber sehr nachdrücklichen, Auftritte fast schon wie im Geschichtsbuch zum Nachlesen vermerkt. Sie sind allerdings deutlich mehr als nur Fußnoten in seinem Oeuvre. Richter hat es in seinem Künstlerleben immer verstanden, einen frühen Nerv der Gesellschaft zu berühren. Künstlerisch hat er auf seine Zeit reagiert, ohne je modisch zu sein. Von daher wurde (und wird) seine Kunst auch nie „alt“ oder vergleichbar und zusammen mit seiner handwerklichen Könnerschaft hat er Maßstäbe gesetzt.

 

Gerhard Richter Zwei Fiat, 1964, Öl auf Leinwand, 130 x 200 cm, Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gerhard Richter

 

Zur Ausstellung bemerkt das Kunstmuseum Bonn: „Gerhard Richter (*1932, Dresden) ist ein Künstler, dessen Werk die Trennung von abstrakter und gegenständlicher Malerei, die die Debatten des 20. Jahrhunderts beherrschte, hinter sich lässt. Weder kultivieren seine Bilder – im Sinne der Moderne – ein selbstgenügsames Spiel von Farben und Formen, noch stiften sie ein ungebrochenes Bild der Wirklichkeit. So befragt der Malerskeptiker Richter die Abbildlichkeit selbst dann, wenn die Realität und ihre Fakten Thema seiner Gemälde sind. Im Besonderen gilt das für seine Tür-, Vorhang- und Fensterbilder der 1960er-Jahre, die im Zentrum der Ausstellung stehen. Sie zitieren zwar den Offenbarungsgestus einer gegenständlichen Kunst, die vorgibt, uns die Wirklichkeit zu zeigen, zugleich verweigern sie aber den Zugriff auf diese Realität, weil dem Bildraum fast jede illusionistische Tiefe fehlt. Beispielhaft hierfür sind die Vorhangbilder, die sich einer Inszenierung der Gegenstandswelt ostentativ entziehen ...“
Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung „Gerhard Richter. Über Malen – Frühe Bilder“ ist bis zum 01. Oktober 2017 zu sehen.
Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn
Tel. 0228 / 77-6260
Öffnungszeiten
DI – SO 11 – 18 Uhr
MI 11 – 21 Uhr

 

 

 Im Anschluss an die Präsentation in Bonn wird die von Christoph Schreier kuratierte Ausstellung im Stedelijk Museum voor Actuele Kunst S.M.A.K. in Gent (21.10.2017 – 18.02.2018) gezeigt sowie im Museum Wiesbaden (23.03. - 24.06.2018).

 

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