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rheinische ART 10/2016

Archiv 2016

NRW-FORUM
Die rote Couch

 

Der in Düsseldorf lebende Künstler Horst Wackerbarth hat mit seiner roten Couch eine Reise durch das Bindestrichland Nordrhein-Westfalen gemacht. Sein Thema: Heimat.

 

Horst Wackerbarth Adem Carim alias »A’damn«, Rapper / Georg Ostrowski, Thyssen Krupp Steel / Götz George alias »Schimanski«, Fausto Traversari, Servicekraft / Mercator-Insel, Duisburg 2010 © Horst Wackerbarth

 

Die rote Couch – sie ist schon ein Synonym für die Arbeit Horst Wackerbarths und dürfte eines der berühmtesten Möbel der Kunstszene sein. Auf ihr platziert er seit 30 Jahren weltweit Menschen und lichtet sie in ihrem Umfeld ab. Wenn der Künstler nachzählt, kommt er auf rund 800 Menschen in 52 Ländern. Alle Portraits erzählen Geschichten und es ist wohl diese ungewöhnliche Mischung aus Faktischem und Emotionalem, was einen großen Teil ihres Reizes ausmacht.
     Wackerbarth versteht es, Menschen in ihrer Heimat in Szene zu setzen. Damit erlangte er eine Berühmtheit, die die Stiftung NRW für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege veranlasste, ihn ein Jahr lang durch NRW reisen zu lassen und seine Begegnungen zum Thema Heimat im Bild festzuhalten.

 

Horst Wackerbarth Dom zu Köln / Werner Füssenich & Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Köln, 2016 © Horst Wackerbarth


Entstanden ist ein Portrait Nordrhein-Westfalens, das das Lipper Land mit der Senne, einer bedeutenden Heidelandschaft, genauso vorstellt wie die berühmten Externsteine oder Westfalen mit dem „Schneckenhäuschen“ von Annette von Droste-Hülshoff bei Münster. Vertreter der großen Weltreligionen nehmen auf der roten Couch im Duisburger Landschaftspark gemeinsam Platz wie das Team der Tropfsteinhöhle Dechenhöhle in Iserlohn. Wackerbarth transportierte die Couch hoch oben auf den Kölner Dom, setzte sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten in die Eifel und dokumentierte so die Natur wie er auch den Kahlen Asten im Sauerland, immerhin knapp 842 Meter hoch, im winterlichen Outfit festhielt.

 

Horst Wackerbarth Familie Paskaran, Hamm–Uentrop, 2016 © Horst Wackerbarth


Nicht Platz genommen aber bärenstark neben die hochgestellte rote Couch positioniert wurde auch „Mr. 4 Prozent“ im Neandertal. Der Neandertaler hat in der Genetik des Homo Sapiens Spuren hinterlassen. Vier Prozent unserer Gene enthalten Neandertaler-DNA; Grund genug also, zum Thema Heimat ins Bild gerückt zu werden. Auch das „Bonner Bundesbüdchen“ aus dem ehemaligen Regierungsviertel zählt zu heimat.nrw. Als Zeitzeuge fristet es zwar heute ein abgestelltes Sein auf einem Bauernhof, aber wer weiß, viele wünschen sich dieses Replik nach Bonn zurück. Das Büdchen war einst kommunikativer Treffpunkt nicht nur der Bürger sondern auch der Politiker, die hier Zeitungen kauften oder eine Bratwurst aßen.
      Entdeckte Wackerbarth ein Stück Heimat, das zu klein für die Couch war, half er dem Wiedererkennungswert auf die Sprünge: Ein kleines Stück Stoff der roten Couch setzt sich dann optisch leuchtend im Bild durch und signalisiert: Wackerbarth und – Heimat!

 

Horst Wackerbart nimmt auch schon einmal selbst auf seiner berühmten roten Couch Platz. Hier steht sie im NRW-Forum. Jeder darf sich setzen und - ein Heimatbild von sich machen. Foto ©rART

 

 Das NRW-Forum Düsseldorf widmet dem Fotokünstler bis zum 30. Oktober 2016 mit der Ausstellung „Wackerbarth: heimat.nrw“ eine umfangreiche Retrospektive mit über 300 Bild- und Videowerken. Die Schau „heimat.nrw“ wird ergänzt durch Arbeiten seines Lebenswerks „The Red Couch – A Gallery of Mankind“ sowie frühere Fotografien.

 

Ausstellungsansicht der Schau "Wackerbarth: heimat.nrw" im NRW-Forum Foto©rART

 

 „heimat.nrw“ entstand anlässlich des 30. Geburtstages der Stiftung für Naturschutz, Heimat und Kulturpflege sowie zum 70. Geburtstag des Bindestrichlandes Nordrhein-Westfalen.

Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
Tel. 0211 / 8926690
Öffnungszeiten
MO – SO 11 – 18 Uhr
FR + SA bis 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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