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rheinische ART 07/2016

Archiv 2016

EDUARDO KOBRA
Street Art olympisch


Rechtzeitig zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hat einer der wichtigsten Kreativen Brasiliens, der Graffiti-Künstler Eduardo Kobra, ein rekordverdächtiges Wandbild vollendet.

 

Arbeiten an der Wandmalerei Etnias am Olympida-Boulevard in Rio de Janeiro, Foto © Eduardo Kobra 2016

 

Das rund 190 Meter lange und 15,5 Meter hohe Kunstwerk ist eine im typischen Kobra-Stil gehaltene Hommage an das große internationale Sportfest.

     Der Künstler Carlos Eduardo Fernandes, alias Eduardo Kobra, arbeitet stets mit kaleidoskopischen Farben und setzt seine Bilder modulartig aus Quadraten und Dreiecken zusammen. Kobra betitelt seine Fassadenmalerei in Rio mit dem portugiesisch Begriff Etnias (Abstammung).

     Sie zeigt in Anlehnung an die fünf olympischen Ringe die Gesichter von fünf Menschen, die jeweils die indigene Volksgruppe der fünf Kontinente repräsentieren. Dahinter stehe die Idee, das „wir alle eins sind“, erklärte Eduardo Kobra, der bereits zahlreiche großartige Wandmalereien in den Metropolen der Welt realisieren hat.

 

Eduardo Kobra Etnias-Graffito am Olympia-Boulevard von Rio des Janeiro Foto © Eduardo Kobra/ Fernando Frazão/Agência Brasil/JC 2016

 

Murales-Rekord Für das aktuelle Olympia-Werk in der brasilianischen Millionenstadt benötigte Eduardo Kobra (*1976) mit seinem vierköpfigen Team, bestehend aus Gastkünstlern, rund zwei Monate bei täglich mindestens zwölf Stunden Arbeit.

     Das 3.000-Quadratmeter-Bild ist eine legale Wandmalerei im öffentlichen Raum, ein sogenanntes Murales. Das Künstlerteam verarbeitete rund 100 Liter weiße Farbe und 1.500 Liter farbige Lacke in über 3.500 Sprühdosen. Bemalt wurde die Außenwand eines zweistöckigen Lagerhauses in der Nähe des Hafens von Rio am neu bezeichneten Olympia-Boulevard. Die Straße ist mittlerweile Kernstück eines jüngst für das Olympia-Festival revitalisierten Cityviertels mit dem Maua-Platz (Praça Mauá).

 

Eduardo Kobra Malala Yousafzai, Wandbild in Rom als Hommage an die jüngste Nobelpreisträgerin Foto © Eduardo Kobra 2016

 

Eduardo Kobra hat seine großformatige Straßen-Kunst bisher in über 20 Ländern ausgeführt. Überall sind sie zu bunten Sehenswürdigkeiten und touristischen High-Light avanciert. Mehr als 30 Projekte sprühte Kobra allein in Städten der Vereinigten Staaten an Hauswände und Mauern.

 

Ein Kuss mit Geschichte. Eduardo Kobra Sailor Kiss New York, Foto © Eduardo Kobra 2013. Die Malerei zeigt ein berühmtes Fotomotive der Nachkriegszeit: ein Matrose küsst eine Krankenschwester am 14. August 1945 auf den New Yorker Times Square. Die Fotografie stammte von dem ostpreußischen Fotografen Alfred Eisenstaedt.

 

Huldigung an eine Große. Eduardo Kobra Maya M. Plissezkaja (1925-2015), berühmte russische Primaballerina und Choreografin. Graffito nahe des Bolschoi-Theaters in der Moskauer Innenstadt. Foto © Eduardo Kobra 2013

 

Das erstaunt nicht, denn vor allem New York gilt als Hauptstadt der Street-Art-Bewegung. Etwa zum Ende der Sechzigerjahre begannen hier Jugendliche, Zeichnungen und Signaturen an Häuserwände zu malen; sie legten damit den Grundstein für eine weltweite Bewegung.


Heute hat sich die Szene auch in Deutschland längst einen Namen gemacht. Street-Art-Kunst wird im rheinischen Raum etwa von der Kölner Galerie 30works mit Spitzenkünstlern wie beispielsweise AVone vertreten (mehr). Festivals in Düsseldorf und Köln machen von sich Reden. Auch ausstellungsmäßig wird die Kunst geachtet und präsentiert. Die Wuppertaler Kunsthalle zeigte 2011 eine Exposition zu diesem Genre (mehr) und 2015 stellte die Bundeskunsthalle in Bonn ihre Wände temporär zur Verfügung (mehr).


 Zugelassene, also legale, große Wandmalereien im öffentlichen Raum werden allgemein als Muralismus (span. Muralismo) bezeichnet. Die Kunstform entwickelte sich in Mexiko in den 1920er-Jahren nach der mexikanischen Revolution. Zu einem ihrer Hauptvertreter gehörte unter anderen der Künstler Diego Rivera (mehr)


K2M


 

 


 

 

 

 

 

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