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rheinische ART 05/2016

Archiv 2016

MARKUS LÜPERTZ
Kunst, die im Wege steht

 

Fünf Jahrzehnte Markus Lüpertz. Es sind rund 80 Werke, die in der Schau „Kunst, die im Wege steht“ im Museum Küppersmühle in Duisburg gezeigt werden. All diese Arbeiten haben eine einzige Provenienz: die Sammlung Sylvia und Ulrich Ströher.

 

Markus Lüpertz Baumstamm – dithyrambisch, 1965 Öl auf Leinwand , 206 x 256 cm , MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg, Sammlung Ströher, Darmstadt © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Jochen Littkemann, Berlin

 

Dass ein Sammlerpaar einen Künstler so konsequent sein künstlerisches Leben hindurch begleitet, ist so häufig nicht. Treue ist wohl die zuverlässigste Vokabel, die dieses bis heute überzeugte Verhältnis beschreibt. So umfasst die Schau das breite Spektrum der künstlerischen Medien, mit denen sich Lüpertz all die Jahre beschäftigte. Der Fokus liegt auf Malerei, aber auch Skulpturen, Reliefs und Druckstöcke sind zu sehen. Nach der Küppersmühle wird die Kollektion im ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe gezeigt.

 

Ausstellungsansicht Lüpertz: Kunst, die im Wege steht, 2016, Museum Küppersmühle Foto©rART
 

Markus Lüpertz Dädalus-Zyklus (10/33), 2002 , Öl auf Leinwand , 70 x 50 cm , Sammlung Ströher, Darmstadt © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Olaf Bergmann, Witten

 

Der jetzt 75jährige Künstler – er wurde 1941 in Reichenberg geboren - bekommt keine feuchten Augen angesichts seines Œuvres, das ihn an diesem Ort ausbreitet. „Ich bin da, damit ich die Bilder sehe, die ich vor vielen Jahren gemalt habe“, erklärt er. Sein Interesse am eigenen Werk ist groß, zeigt sie doch eine Entwicklung – seine Entwicklung – auf. Nachgesagt wird ihm vieles: Maler, Bildhauer, Dichter, Jazz-Musiker, Fußballer .... „Die Malerei ist die Mutter meiner Bewegung“, konstatiert der Künstler während eines Journalistengesprächs. Er selbst sehe sich als Maler, der auch Skulpturen mache. Es gäbe „großartige Bildhauer wie Rückriem, die die Skulptur im Material suchen und finden - “, so sei er nicht.
     Mit Blick auf die eigenen Arbeiten kann sich Lüpertz einer gewissen Wehmut und eines philosophischen Rück- wie Ausblickes nicht erwehren. Es sei eine existentielle Geschichte, Kunst zu machen, erzählt er, aber auch „ein Fluch“. Man müsse immer weiter, in ihm sei „die Sehnsucht, Bilder zu malen.“ Man lote als Künstler aus, was möglich ist, um sich doch in einer Sackgasse wieder zu finden. Für sich und dann doch allgemein gesprochen äußert er: „Sie jagen als Künstler einem Ideal hinterher. Das impliziert das Scheitern und im Scheitern liegt die Geburt des neuen Bildes.“ Die Arbeit komme aus der Arbeit. Sicherlich komme es auf den Anspruch an, aber Kunst machen sei eine Tragödie. Es gehe um „das eine Bild“, sozusagen das gemeinte Ideal, das zu finden sei.

 

Markus Lüpertz Westwall, 1968 Leimfarbe auf Leinwand 5-teilig, Gesamtmaß 200 x 1250 cm, Sammlung Ströher, Darmstadt © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Galerie Michael Werner, Köln

 

Lüpertz gibt gerne zu, dass er noch auf der Suche ist, sagt aber auch, dass er noch Hoffnung habe, „das eine Bild“ zu finden. Dabei: „Es gibt in der bildenden Kunst nichts Neues. Es gibt neue Maler, neues Vokabular.“ Ihm gehe es darum, die „große Entwicklung des Bildes in der Kunstgeschichte fortzuschreiben.“ Dass Lüpertz Werke ihre Verfechter wie Verreisser haben, ist bekannt. Hierzu darf bemerkt werden, was Walter Smerling und Peter Weibel in ihrem gemeinsamen Vorwort im die Ausstellung begleitenden Katalog schreiben: „Die Zeit wird zeigen, sagt Lüpertz, was große Kunst ist.“

 

Markus Lüpertz im Gespräch mit Walter Smerling, Museum Küppersmühle, 2016. Foto ©rART

 

Markus Lüpertz darf sicherlich zur Riege deutscher Nachkriegskünstler, die auch international hohes Ansehen genießen, gezählt werden. Also fällt sein Name schon einmal schnell im Zusammenhang mit anderen Größen wie Gerhard Richter (mehr), Sigmar Polke (mehr) oder Jörg Immendorf (mehr). Ob ihm das so unbedingt behagt, darüber darf man mutmaßen, dem Ego schmeichelnd ist es allemal. Imagefördernd ebenso, aber gerade Markus Lüpertz hat ein ganz eigenes Malimperium, ja -universum aufgebaut, in dessem Zentrum er sich auf originale Weise selbstverständlich sieht.

 

Markus Lüpertz (Mitte) beim Rundgang durch die Ausstellung. Rechts Teil seiner Skulptur Standbein - Spielbein. Foto ©rART

 

Doch in seinem Universum findet er sich nicht alleine wieder. Lüpertz ist zu sehr im Austausch mit dem, was um ihn herum ist und in seinem expressiven Figurenverständnis auf die Leinwand bringt. Das zeigt sich beispielsweise in Wäsche auf der Leine oder im 12,50 Meter langem Gemälde Westwall. Hier bezieht er sich inhaltlich auf eines der umfangreichsten Bauvorhaben des Dritten Reiches, das 630 Kilometer lange militärische Bollwerk entlang der westlichen Grenze Deutschlands. Lüpertz Westwall ist eine surrealistische Darstellung mit Rauten, die Assoziationen von der Panzersperre bis zur Gebirgsschokolade weckt. Dem Gigantismus des baulichen Unterfangens ist wohl auch die bedeutende Größe des Bildes geschuldet. Ebenso großartig ist sein Werk Baumstamm – dithyrambisch, das sich nicht an die naturgegebenen Formen hält, oder die zahlreichen Zyklen, die zusammengesetzt Wände füllen oder die Skulptur Standbein – Spielbein, eine monumentale Bronze aus dem Lüpertzschen Kosmos.

 

 „Kunst, die im Wege steht“ titelte 1966 eine der ersten Präsentationen von Markus Lüpertz, die in der Galerie Großgörschen in Berlin stattfand.

Irmgard Ruhs-Woitschützke

 

Die Ausstellung „Lüpertz - Kunst, die im Wege steht“ ist noch bis zum 29. Mai 2016 (verlängert bis 12. Juni 2016) zu sehen.
Museum Küppersmühle
für Moderne Kunst

Philosophenweg 55
47051 Duisburg
Tel. 0203 / 301948 – 10
Öffnungszeiten
MI 14 – 18 Uhr
DO – SO und feiertags 11 – 18 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 


 

  

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