rheinische ART
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rheinische ART 02/2016

Archiv 2016

HORST P. HORST
Doyen der Modefotografie

 

Er sah Mode lediglich als einen Ausdruck der Zeit, wie er 1984 erklärte. Eleganz sei für ihn etwas anderes. Was, das lassen seine beeindruckenden Fotografien für die Modemagazine erkennen. Und dafür liebten ihn Supermodels, Designer und Hollywoodgrößen.
 

Horst P. Horst Muriel Maxwell, American Vogue Cover, 1 July 1939 © Condé Nast/ Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Horst P. Horst (1906-1999) zählt - neben Irving Penn und Richard Avedon - zu den bedeutendsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts. Ein stilprägender Lichtbildner, dessen Fashion- und Porträtaufnahmen Maßstäbe setzten und ihn international berühmt machten. Horst gilt als „Magier des Lichts“, als Schöpfer intimer, atmosphärischer Illusionen und Szenerien sinnlicher Eleganz.

 

 

Horst P. Horst Corset by Detolle for Mainbocher, 1939 © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Horst P. Horst Abendessen Anzug und Kopfschmuck von Schiaparelli, 1947. © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015 

 

Fotokunst Nach der gefeierten Retrospektive im Londoner Victoria and Albert Museum (V&A) gastiert jetzt die sehenswerte Ausstellung „Horst: Photographer of Style“ im Rahmen einer internationalen Tournee im Düsseldorfer NRW-Forum - im Übrigen die einzige Station in Deutschland. Das Bemerkenswerte: Präsentiert werden nicht nur 250 fotografische Spitzenwerke aus 60 Jahren Schaffenszeit, sondern auch weniger Bekanntes wie Aktstudien, Reisebilder und Naturaufnahmen. Die Schau ermöglicht damit einen überraschend anderen Blick auf die Lebens-und Arbeitswelt des „Königs der Modefotografie“.

 

Bürgerlich als Horst Paul Albert Bohrmann in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) geboren, begann er 1931 mit 25 Jahren in Paris mit der Modefotografie für das Magazin Vogue. Es war eher ein Zufall als eine Berufung.

     Horst, der Architekturstudent war, verstand sich auf dramatisch ausgeleuchtete Schwarz-Weiß-Studiofotografien mit Großformatkameras. Unter diesen Bildern finden sich Ikonen der klassischen Fotografie-Geschichte wie etwa jene berühmte Rückenansicht von 1939, die eine Frau in der Satin-Korsage des New Yorker Luxuslabels Mainbocher zeigt. Beide - Fotomodel und Textil - verschmelzen in dem Marmorbad durch raffinierte Verschattungen und der einen oder anderen Retusche zu einem Gebilde wie aus einem Guss.

 

Horst P. Horst Dress by Hattie Carnegie, 1939 © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Mode und Haute Couture Sein Erfolg als Mode- und Portraitfotograf begann 1932 mit dem Konterfei der Tochter von Sir James Hamet Dunn, einem kanadischen Geschäftsmann, Kunstförderer und Dalí-Freund, abgedruckt in der britischen Ausgabe von Vogue.

     Es folgten Mode-Shootings in New York für die US-Magazine des Verlags Condé Nast, zu dem neben Vogue auch Vanity Fair gehörte. Als neuer Starfotograf war Horst in den Haute Couture-Zentren Paris, London und New York unterwegs und fotografierte die ersten Supermodels wie die schwedische Schönheit Lisa Fonssagrives, die in den Roben von Coco Chanel oder Jeanne Lanvin posierte. Apropos Chanel und die Haute Couture - Horst äußerte 1937 über die große Mode-Revoluzzerin: "Zweifelsohne war das Zentrum dieses Kreises, der Star in der Manege, Coco Chanel." Und er weigerte sich, ihr die Fotos in Rechnung zu stellen. Sie wollte aber nichts geschenkt. Honoriert wurde der brillante Fotograf schließlich von ihr mit Naturalien - konkret: Möbel!

     Als ab 1935 innovative Kodak-Farbfilme (mehr) auf den Markt kamen, konzentrierte sich Horst zunehmend auf Colorfotos. Für Condé Nast schuf er insgesamt 90 Magazin-Titelbilder. Gut ein halbes Jahrhundert lang prägten seine Fotografien den legendären Stil des Mode- und Lifestylemagazins Vogue. Eine grandiose Bilanz. Viele dieser Farbbilder mit Stars wie Muriel Maxwell gehören bis heute zu seinen eindrucksvollsten Fotografien. Seine Stilmerkmale blieben ein Leben lang dramatische Beleuchtung, Tiefenraumwirkung sowie ein klassizistisches Bild-Arrangement.

 

Roy Stevens Regieführung von Horst P. Horst beim Mode-Shooting mit Lisa Fonssagrives, 1949. © Foto Roy Stevens / Time & Life Pictures / Getty Images

 

Horst P. Horst Marlene Dietrich, New York, 1942 © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Film und Bühne Ebenfalls in den Dreißigern begann Horst mit modeverwandten Motiven und lichtete Persönlichkeiten aus der Künstlerszene und der Gesellschaft ab. Sein erstes Portrait einer glamourösen Hollywood-Diva war das von Bette Davis, veröffentlicht 1932 in Vanity Fair.

     Oft wird kolportiert, die Schönen und Reichen hätten darum gebettelt, von ihm fotografiert zu werden. Nicht alle lehnte er ab – es gibt berühmt gewordene Abbilder von Filmstars wie Marlene Dietrich, Rita Hayworth, Joan Crawford oder Ginger Rogers. Auch der Filmheld Gary Cooper, Jacqueline Kennedy und Stephanie von Monaco standen ihm Model.

 

Horst P. Horst Salvador Dalí Kostüme für Leonid Massine Ballett Bacchanal, 1939. © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Horst P. Horst Naturmuster Fotografische Collage, ca. 1945 © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Surrealismus und Naturmuster Neben den Modestudien ließ sich Horst durchaus auch auf andere Genres der Fotografie ein - auf Architektur, zeitgenössisches Design und den Surrealismus, mit dem er Ende der 30er Jahre in Paris in Kontakt kam. So nahm er die Kleiderentwürfe der skurrilen Modeschöpferin Elsa Schiaparelli und Ballett-Kostüme des spanischen Künstlers Salvador Dalí auf.

     Horst war nicht der einzige deutsche Fotograf, für den damals Paris zum Karrierehebel wurde. Der neun Jahre ältere Berliner Erwin Blumenfeld (1897-1969) experimentierte mit Fotografie ab 1936 im Pariser Avantgarde-Milieu; er emigrierte 1941 in die Vereinigten Staaten, wo er zu einem der bestbezahlten Akteure in der Werbe-und Modefotografie aufstieg (mehr).

     Ebenso ungewöhnlich: Horst´s Inspirationsquelle Natur. In völligem Gegensatz zu den Star-Aufnahmen und Hochglanz-Modefotos schuf er 1946 Schwarzweißbilder von Pflanzen, Muscheln und Mineralien, die er im botanische Garten von New York, an den Küsten der USA oder in den Wäldern fand. Sie lassen das Interesse und die Verbundenheit des Fotokünstlers mit dem "fotografischen Sehen“ im Sinne der Neuen Sachlichkeit (mehr) der 20er und 30er Jahre erkennen.

 

Horst P. Horst Ansicht von Ruinen im Palast von Persepolis, Persien, 1949 © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Horst P. Horst Rund um die Uhr, New York, 1987. © Condé Nast / Horst Estate/ NRW Forum Düsseldorf 2015

 

Architektur, Reisen und Innenraumgestaltung wurden später weitere Arbeitsfelder. Für die Vogue wie auch für das Magazin House and Garden fotografierte er luxuriöse Häuser und Wohnungen. So etwa die der Baroness Pauline de Rothschild in Paris, ferner Karl Lagerfelds (mehr) Art Deco-Apartment und Immobilien von Yves Saint Laurent und Cy Twombly.

     Eine wahre Renaissance erfuhren sein Lebenswerk und seine Stilelemente ab den 80er Jahren. Zahlreiche Klassiker aus den hochproduktiven Jahrzehnten zuvor, die als Foto-Negative im Condé Nast-Archiv lagerten, wurden 2014 mit fotografischem Edeldruckverfahren neu aufgelegt.

rART/ Claus P. Woitschützke


 Horst schrieb sich Ende der 20er Jahre als Architekturstudent in Hamburg ein, ging 1930 nach Paris und setzte dort seine Studien bei Le Corbusier fort. In Paris lernte er George Hoyningen-Huene, den Cheffotografen der französischen Vogue, kennen, der ihn förderte. Ab 1932 fotografierte Horst selbst für das Magazin. 1939 zog er nach New York, nahm 1943 die US-Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Geburtsnamen (Horst Paul Albert Bohrmann) in Horst P. Horst. Fotos signierte er stets mit „Horst“. Er blieb in den Vereinigten Staaten und fotografierte trotz eines Augenleidens bis 1992. Horst starb mit 93 Jahren in Florida und hinterließ ein Archiv mit über 22.000 Arbeiten.

 
Die Ausstellung „Horst: Photographer of Style“ läuft bis zum 22. Mai 2016.
NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
Tel. 0211 / 8926690
Öffnungszeiten
DI - SO 11 - 20 Uhr
FR 11 - 22 Uhr

 

 

 

 

 

 


  

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